Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ist der erste gebürtige Aachener, der an diesem Samstag (8.2.) den Orden wider den tierischen Ernst erhält. Natürlich muss er als neuer Ordensritter in die Bütt, die beim Aachener Karnevalsverein (AKV) ja ein Narrenkäfig ist. Als echter Öcher Jong (Aachener Junge) weiß er, wie ernst er diese Herausforderung nehmen muss. Die Antrittsrede als Ordensritter sei eine anspruchsvollere Rede als viele andere, hat Laschet unlängst bekannt. Viele in seinem Umfeld würden mitdenken und Vorschläge machen. Aber insgesamt sei das sein eigener Text.

Die Annahme des Ordens sei „eine der heikelsten Entscheidungen in diesem Jahr“ gewesen, witzelte er - wissend, was da alles an Fettnäpfchen bereitstehe. Bei den heutigen Ritter-Reden sei schließlich jeder aus dem Kontext gerissene Schnipsel „gefahrgeneigt“, wenn er getwittert und auf die Goldwaage gelegt werde, sagte Laschet. „Ich werde mich in diesem Balance-Akt auf die Bühne begeben.“

Schon drei Mal stand Laschet bei der AKV-Sitzung auf der Bühne, aber eben als Nebendarsteller, wenn man so will: Im vergangenen Jahr kaum wiedererkennbar als Schwarzer Korsar mit langem Bart und Zauselfrisur. Jetzt also geht's um Ganze.

An der moralischen Unterstützung aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf soll es wohl nicht hängen: Von den zwölf Landesministerinnen und -ministern haben sich neun zur Sitzung angesagt, plus Landtagspräsident André Kuper, wie der AKV mitteilte.

„Niemand verkörpert die Kriterien für die Ritterwürde - Humor und Menschlichkeit im Amt - besser als unser Landesvater“, hatte der Präsident des Aachener Karnevalsvereins, Werner Pfeil, die Zuerkennung begründet.

Das sieht man in der Klimabewegung anders. So hat unter anderem die Initiative „Alle Dörfer bleiben“ vor der Festsitzung zu einer Demonstration durch Aachen aufgerufen. In einem „Geisterzug“ soll der Ministerpräsident als Totengräber der Dörfer am Tagebau Garzweiler inszeniert werden. Tagebau-Anwohner werfen Laschet vor, sich bei der Einigung zum Kohleausstieg nicht für den Erhalt der fünf Dörfer stark gemacht zu haben, die für die Braunkohle verschwinden sollen.