Temu droht EU-Strafe: Online-Plattform droht wegen illegaler Produkte Ärger

Temu steht droht wegen verbotener Artikel juristiger Ärger.
Hannes P Albert/dpaDem chinesischen Online-Marktplatz Temu droht Ärger. Nach einer Analyse von Experten der EU-Kommission verstößt Temu gegen europäisches Digitalrecht.
„Sicherheit der Verbraucher im Internet ist in der EU nicht verhandelbar“
Laut einer vorläufigen Einschätzung der EU-Kommission besteht für Verbraucher in der EU ein erhebliches Risiko, auf der Plattform Temu auf illegale Produkte zu stoßen. Sollte sich diese Bewertung bestätigen, droht dem Unternehmen eine Geldstrafe von bis zu sechs Prozent seines weltweiten Umsatzes. Nach dem Gesetz über digitale Dienste (DSA) ist Temu verpflichtet, wirksamer gegen solche Risiken auf seinem Marktplatz vorzugehen. Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen teilte dazu mit: „Die Sicherheit der Verbraucher im Internet ist in der EU nicht verhandelbar.“
Temu muss nun reagieren
Temu hat nun Gelegenheit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Gelingt es dem chinesischen Unternehmen nicht, diese auszuräumen oder sein Verhalten entsprechend anzupassen, kann die EU-Kommission einen formellen Verstoß feststellen – mit möglichen Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Umsatzes.
Die Behörde unter der Leitung von Ursula von der Leyen betonte, dass sie noch nicht final entschieden hat, ob Temu wirklich gegen EU-Recht verstößt. Sie betonte allerdings, dass sie weiter auch zu anderen mutmaßlichen Verstößen von Temu gegen das Digitalgesetz ermittelt - einschließlich der Verwendung süchtig machender Gestaltungsmerkmale des Marktplatzes.
Untersuchung gegen Temu läuft seit Oktober 2024
Die Ermittlungen gegen Temu laufen bereits seit einiger Zeit. Bereits im Oktober kündigte die EU-Kommission an, prüfen zu wollen, ob die Plattform ausreichend Maßnahmen gegen den Verkauf illegaler Produkte ergreift. Damals wurde unter anderem kritisiert, dass gesperrte Händler teils erneut auf der Plattform auftauchten.
Weitere Vorwürfe gegen Temu im Raum
Unabhängig von der DSA-Untersuchung gehen auch europäische Verbraucherschutzbehörden gegen Temu vor. Wie das Netzwerk für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz (CPC-Netz) im November bekannt machte, verstoßen mehrere Praktiken auf der Plattform gegen EU-Recht.
Kritisiert wurden damals unter anderem irreführende Rabattaktionen, gefälschte Bewertungen und unklare oder fehlende Informationen zu Verbraucherrechten. Zudem erschwere Temu den Kontakt mit dem Kundenservice, indem es Kontaktdaten verstecke. Auch werde häufig der Eindruck erweckt, Produkte seien nur in begrenzter Stückzahl oder für kurze Zeit erhältlich.
