Oktoberfest 2026
: Brauerpräsident schlägt Eintritt für die Wiesn vor

Als Maßnahme gegen die steigenden Bierpreise schlägt der Präsident des Bayerischen Brauerbundes vor, dass der Zutritt zum Festgelände des Münchner Oktoberfests künftig etwas kosten soll.
Von
Fiona Peter
München
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Fortsetzung Münchner Oktoberfest: 03.10.2025, Bayern, München: Wiesn-Besucher drängen durch die Gassen des 190. Münchner Oktoberfest auf der Theresienwiese. (zu dpa: «Wiesn-Endspurt: Festzelte dicht, Regen und Wind zum Finale») Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Mehr als sechs Millionen Besucherinnen und Besucher strömen pro Jahr auf das Volksfest in München.

Peter Kneffel/dpa
  • Brauerbund-Präsident Georg Schneider schlägt Eintritt für die Wiesn vor.
  • Ziel: Bier soll nicht mehr Haupt-Kalkulationsgrundlage aller Kosten sein.
  • Bierpreise: 2010 ca. 8,60 €, 2015 über 10 €, 2025 14,50–15,80 €; +3,52 % zum Vorjahr.
  • Stadt München, OB Reiter und Wiesn-Wirte lehnen Eintritt ab – „Volksfest, kein Freizeitpark“.
  • Oide Wiesn kostet Eintritt: 4 € für Erwachsene, Kinder bis 14 frei; nach 21 Uhr Ausgänge frei.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Bier auf der Wiesn wird mit jedem Jahr teurer. Mittlerweile in ferner Erinnerung liegt das Jahr 2010, als die Maß auf dem Münchner Oktoberfest noch für durchschnittlich 8,60 Euro über den Tresen ging. 2015 lag der Preis schon über der Zehn-Euro-Marke; 2025 wurden jüngst zwischen 14,50 Euro und 15,80 Euro für den Liter fällig. Das waren im Schnitt 3,52 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Präsident des Bayerischen Brauerbundes, Georg Schneider, möchte den kontinuierlich steigenden Bierpreisen den Riegel vorschieben. „Bei Veranstaltungen wie dem Oktoberfest müssen wir darüber nachdenken, ob Bier die Haupt-Kalkulationsgrundlage für alle Kosten sein kann“, stellte er im Gespräch mit der „Augsburger Allgemeinen“ in den Raum.

Auf die Frage, wo das Geld stattdessen herkommen könnte, hat Bayerns Bierbrauerpräsident eine Antwort: Wer die Wiesn besuchen möchte, soll künftig Eintritt zahlen.

Kein Rückhalt für den Vorschlag

Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) kann dieser Idee nichts abgewinnen. „Das Oktoberfest ist ein Volksfest und kein Freizeitpark“, betonte der Wirtschaftsreferent der Stadt München gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Eintritt zu verlangen, sei mit dem Volksfestcharakter der Wiesn nicht vereinbar. Das Fest, so Scharpf, sei für „jeden und jede“ gedacht – nicht nur für Menschen, die sich einen mutmaßlich hohen Eintritt leisten könnten.

„Die Gäste, die nur durchschlendern und die Atmosphäre genießen wollen, sind genauso willkommen wie die, die in den Bierzelten feiern oder sich in einem Fahrgeschäft vergnügen wollen.“ Ein Eintrittspreis stehe dementsprechend außer Frage.

Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hält von einem Eintrittsgeld nichts: „Für die Wiesn selber wäre ich absolut dagegen“, stellt der SPD-Politiker klar. Dieser Haltung schließen sich die Wirte an. Die Bierpreise auf diese Weise zu subventionieren, sei „der falsche Weg“, meinen die Sprecher der Vereinigung der Münchner Wiesn-Wirte, Peter Inselkammer und Christian Schottenhamel. Sie zweifeln daran, dass die Einführung eines Eintrittsgelds für das Volksfest mit niedrigeren Bierpreisen einhergehen würde. „Unter dem Strich wird die Wiesn dann nur teurer für unsere Münchnerinnen und Münchner.“

Mehr Sicherheit durch Eintritt?

Ein positiver Nebeneffekt eines Eintrittspreises wäre, dass sich die Zahl der Gäste auf dem Gelände mit aller Wahrscheinlichkeit besser überschauen ließe. In der Vergangenheit lagen der Stadt ausschließlich Schätzungen vor. Dass das zu Problemen führen kann, zeigte sich spätestens im vergangenen Jahr sehr deutlich, als die Wiesn wegen Überfüllung vorübergehend geschlossen werden musste. Für den Umgang mit dem Besucherstrom erntete die Stadt scharfe Kritik.

Dass in dem Gedränge niemand ernsthaft zu Schaden kam, bezeichnet OB Dieter Reiter als „richtiges Glück“. Dieses Risiko wolle man nicht noch einmal eingehen. Für die Verantwortlichen heißt das: Etwas muss sich ändern. Laut Reiter gibt es schon ein paar Ideen. Eintrittsgeld zu verlangen, zähle dazu aber nicht.

Ohnehin zweifelhaft ist, dass ein Eintrittsgeld für mehr Sicherheit sorgen würde. Denn: Ein kontrollierter Einlass ins Gelände kann höchstwahrscheinlich nicht verhindern, dass sich die Menschenströme an den Knotenpunkten bündeln.

Als Veranstalter des Oktoberfests überprüft die Stadt München, ob die Bierpreise der Wirte angemessen sind. Wie tief Wiesen-Besucherinnen und -Besucher dieses Jahr für die Maß in die Tasche greifen müssen, ist bisher nicht bekannt.

Dieser Bereich der Wiesn kostet bereits Eintritt

Kostenpflichtig ist bislang nur der Zutritt zur Oiden Wiesn, dem historischen Teil des Volksfests. Der Eintritt kostet für Erwachsene vier Euro, Kinder bis 14 Jahre müssen nichts bezahlen. Nach 21 Uhr ist der Eintritt über die Ausgänge frei.

Die Oide Wiesn befindet sich im Süden der Festwiese und ist vom restlichen Gelände abgetrennt. Die Fahrgeschäfte sind dort wiederum etwas günstiger.

Mit Material der dpa