Nobelpreis Medizin 2023: Das ist der Nobelpreisträger in diesem Jahr

Und so sieht ein Nobelpreis aus: Diese Literatur-Nobelpreis-Medaille wurde 1999 dem deutschen Schriftsteller Günter Grass verliehen.
Daniel Reinhardt/dpaWer bekommt 2023 den Nobelpreis für Medizin verliehen? Traditionell wird diese Wissenschaftsauszeichnung noch vor den Nobelpreisen für Physik oder Chemie bekannt gegeben. Diese folgen in den nächsten Tagen. Nun hat die Jury des Nobelpreiskomitees ihre erste Entscheidung in der schwedischen Hauptstadt Stockholm bekannt gegeben.
Wer bekommt den Nobelpreis für Medizin 2023?
Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die in Ungarn geborene Forscherin Katalin Kariko und den US–Amerikaner Drew Weissman für Grundlagen zur Entwicklung von mRNA–Impfstoffen gegen Covid–19. Die mRNA–Technologie ebnete den Weg für die Corona–Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

Thomas Perlmann (r), Sekretär der Nobelversammlung, verkündet die Gewinner des Nobelpreises für Medizin 2023, Katalin Karikó (Monitor, r-l) und Drew Weissman im Karolinska-Institut.
Jessica Gow/dpaNobelpreis für Medizin: Die Preisträger der vergangenen Jahre
- 2022: Der in Leipzig arbeitende schwedische Forscher Svante Pääbo für seine Erkenntnisse zur Evolution des Menschen und zu dessen ausgestorbenen Verwandten. Er hat unter anderem als erster das Genom des Neandertalers sequenziert.
- 2021: David Julius (USA) und der im Libanon geborene Forscher Ardem Patapoutian. Sie haben Zellrezeptoren entdeckt, über die Menschen Temperaturen und Berührungen wahrnehmen.
- 2020: Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (USA), die maßgeblich zur Entdeckung des Hepatitis–C-Virus beigetragen hatten.
- 2019: William Kaelin (USA), Peter Ratcliffe (Großbritannien) und Gregg Semenza (USA). Sie hatten herausgefunden, wie Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen und sich daran anpassen.
- 2018: Der US–Amerikaner James Allison und der Japaner Tasuku Honjo für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs.
- 2017: Die US–Forscher Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young für die Erforschung der Inneren Uhr.
- 2016: Der Japaner Yoshinori Ohsumi, der das lebenswichtige Recycling–System in Körperzellen entschlüsselt hat.
- 2015: Die Chinesin Youyou Tu, die den Malaria–Wirkstoffs Artemisinin entdeckt hat. Sie teilte sich den Preis mit dem gebürtigen Iren William C. Campbell und dem Japaner Satoshi Omura, die an der Bekämpfung weiterer Parasiten gearbeitet hatten.
- 2014: Das norwegische Ehepaar May–Britt und Edvard Moser sowie John O'Keefe (USA/Großbritannien) für die Entdeckung eines Navis im Hirn: Sie fanden grundlegende Strukturen unseres Orientierungssinns.
- 2013: Thomas Südhof (gebürtig in Deutschland) sowie James Rothman (USA) und Randy Schekman (USA) für die Entdeckung von wesentlichen Transportmechanismen in Zellen.
Das ist der Initiator der Nobelpreise
Der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833—1896) gelangte mit der Erfindung und Vermarktung von Dynamit zu enormem Reichtum. Er hatte insgesamt jedoch über 350 Patente und errichtete Labore und Unternehmen in rund 20 Ländern. Nobel beschäftigte sich mit der Entwicklung und Nutzung von Raketen, Kanonen und Schießpulver, aber auch mit Philosophie. Er schrieb Gedichte und hatte engen Kontakt zu der Pazifistin Bertha von Suttner. Während Nobel eher von der abschreckenden Wirkung von Waffen ausging, setzte sie auf die Friedensbewegung.
„Vielleicht werden meine Fabriken dem Krieg eher ein Ende setzen als Ihre Kongresse: An dem Tag, an dem sich zwei Armeekorps in einer Sekunde gegenseitig vernichten können, werden alle zivilisierten Nationen mit Sicherheit vor Entsetzen zurückschrecken und ihre Truppen auflösen“, hat er laut Nobelstiftung zu Suttner gesagt. Trotz seiner Aussage schuf er mit seinem Testament den Friedensnobelpreis für „die Person, die sich am meisten oder am besten für die Brüderlichkeit zwischen den Völkern, für die Abschaffung oder Verringerung der stehenden Heere und für die Abhaltung und Förderung von Friedenskongressen eingesetzt hat“.
Wieviel Geld bekommen die Nobelpreisträger?
Das Preisgeld, das pro Kategorie ausgeschüttet wird, wurde von der Nobelstiftung um eine Million schwedische Kronen auf nun elf Millionen Kronen heraufgesetzt. Nach jüngstem Umrechnungskurs sind das rund 950 000 Euro. Der ledig und kinderlos gebliebene Alfred Nobel vermachte den Großteil seines Vermögens einer Stiftung, aus deren Zinsen auch weitere Preise für jene finanziert werden sollten, die „im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“.
So läuft die Woche der Nobelpreise ab
Die Nobelpreis–Saison verläuft alljährlich nach demselben Muster: Nach der Kategorie Medizin stehen am Dienstag und Mittwoch die Preisbekanntgaben in Physik und Chemie an, dann folgt am Donnerstag der Literaturnobelpreis. Am Freitag wird dann der diesjährige Friedensnobelpreisträger gekürt — das ist der einzige der Nobelpreise, der nicht in der schwedischen Hauptstadt Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo bekanntgegeben wird. Zurück in Stockholm folgt dann am darauffolgenden Montag der Nobelpreis in der Kategorie Wirtschaftswissenschaften.
