Mord Neuschwanstein: Vergewaltiger von US-Touristinnen verurteilt

Das Landgericht Kempten hat den US-Amerikaner wegen Mordes, versuchten Mordes und Vergewaltigung zu lebenslanger Haft verurteilt.
Karl-Josef Hildenbrand/dpaDie Marienbrücke gegenüber dem Märchenschloss ist eigentlich ein beliebter Treffpunkt für Touristen aus aller Welt, weil man dort einen besonders guten Blick auf den Prachtbau des bayerischen Königs Ludwig II. hat. Mitte Juni 2023 wurde der Touristenort Schauplatz einer grausamen Gewalttat. Der Täter, ein 31-jähriger US-Amerikaner, ist wegen Mord, versuchtem Mord und Vergewaltigung mit Todesfolge nun zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Lebenslange Haft für Troy Philipp B.
Im Prozess um die Gewalttat an zwei US-Touristinnen nahe Schloss Neuschwanstein in Bayern hat das Landgericht Kempten den Angeklagten wegen Mordes, Vergewaltigung und versuchten Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht stellte am Montag bei dem ebenfalls aus den USA stammenden 31 Jahre alten Troy Philipp B. außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Dadurch kann die Gefängnisstrafe voraussichtlich nicht bereits nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.
Vergewaltigt und 50 Meter in die Tiefe hinabgestoßen
Die Tat an den 21 und 22 Jahre alten Frauen hatte international für Entsetzen gesorgt. B. gestand in dem Verfahren, die 21-Jährige im Juni vergangenen Jahres vergewaltigt und körperlich so massiv misshandelt zu haben, dass sie starb. Er gestand auch, deren 22-jährige Begleiterin zuvor einen Abhang hinuntergestoßen zu haben. Die Frau überlebte den etwa 50 Meter tiefen Sturz.
Das Gericht folgte mit dem Urteil im Wesentlichen der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte allerdings neben der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld auch den Vorbehalt einer anschließenden Sicherungsverwahrung beantragt. Die Verteidigung forderte lebenslange Haft.
Vater weint im Gerichtssaal wegen Mord an seiner Tochter
Es ist ein langes, aber leises Schluchzen: Mitten in der Urteilsbegründung kann es der aus den USA ins bayerische Kempten gereiste Vater von Eva nicht mehr zurückhalten. Mit seinen nicht mehr zu unterdrückenden Tränen macht der im dunklen Anzug bei den Anklägern sitzende Mann greifbar, welches Elend der gegenüber von ihm auf der Anklagebank sitzende Troy Philipp B. nahe dem Märchenschloss Neuschwanstein anrichtete. Die Worte des Vorsitzenden Richters Christoph Schwiebacher treffen ins Mark - den leise weinenden Vater der getöteten Eva genau wie die Zuhörer im vollen Gerichtssaal. Unklar ist, ob sie auch den 31 Jahre alten B. erreichen. Ohne Regung verfolgt er die Urteilsbegründung.
(Mit Material von dpa und AFP)

