Gondel bei Unfall zerstört Zugspitzbahn wochenlang geschlossen – Bergung geplant

Grainau / afp, dpa 17.09.2018

Nach einem Unfall während einer Notfallübung ist die erst Ende vergangenen Jahres eröffnete neue Seilbahn an der Zugspitze so schwer beschädigt worden, dass sie ihren Betrieb einstellen muss. Menschen seien bei dem Zwischenfall nicht zu Schaden gekommen, teilte die Bayerische Zugspitzbahn am Donnerstag in Grainau mit.

Demnach ereignete sich der Zwischenfall bei einer Bergeübung am Mittwochabend. Bei der Vorbereitung der routinemäßigen Übung sei die Kette eines Hebewerkzeugs gerissen und habe dadurch eine Kettenreaktion ausgelöst. Der Bergewagen sei daraufhin ungebremst in eine unbesetzte Kabine der Seilbahn gerast. Dabei sei erheblicher Sachschaden entstanden.

Die Höhe des Schadens war auch am Freitag unklar. „Die Kabine ist massiv beschädigt“, sagte Lothes. „Wir gehen davon aus, dass wir eine neue Kabine brauchen.“

Die Bergung der beschädigten Kabine solle in den nächste Tagen beginnen. Die Bayerische Zugspitzbahn, der Seilbahnhersteller und Sachverständige hätten die Situation umfangreich analysiert. Da eine Bergung per Hubschrauber ausgeschlossen sei, sei nun vorgesehen, die beschädigte Kabine samt Bergekorb zur Bergstation zu bringen und sie dort zu demontieren.

Parallel dazu sei bereits die Anfertigung einer komplett neuen Seilbahnkabine, eines neuen Gehänges sowie eines neuen Laufwerks in Auftrag gegeben worden. „Die Kabine ist massiv beschädigt“, sagte Lothes. Wie lang die Herstellung der Teile und die Bergung dauern werden, sei unklar. Die Höhe des Schadens ist noch offen.

Bis zur Behebung des Schadens rät die Bayerische Zugspitzbahn davon ab, die in der Nähe liegende Kletterroute „Eisenzeit“ über das Bayerische Schneekar zu begehen. Dies sei eine reine Sicherheitsempfehlung, hieß es.

Der Unfallhergang müsse noch weiter untersucht werden, daran werde auch der Seilbahnhersteller beteiligt. Die Bahn, die erst im vergangenen Dezember in Betrieb gegangen war, werde „mit Sicherheit mehrere Wochen geschlossen bleiben“, sagte die Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn, Verena Lothes, am Freitag. Dennoch könne Deutschlands mit 2962 Metern höchster Gipfel besucht werden und auch der Beginn der Skisaison am 16. November sei nicht in Gefahr.

Bergung der Gondel schwierig

Besucher des höchsten deutschen Berges können die Zugspitze weiter über die Zahnradbahn und die Gletscherbahn erreichen.

Die Seilbahn mit den bodentief verglasten Kabinen für bis zu 120 Passagiere hatte am 21. Dezember 2017 nach drei Jahren Planungs- und weiteren drei Jahren Bauzeit ihren Betrieb aufgenommen. Sie löste auf fast derselben Trasse die 1963 eröffnete Eibsee-Seilbahn ab.

Die neue Bahn wartet mit einigen Rekorden auf: Mit 3213 Metern Abstand von der einzigen Stütze bis zur Bergstation ist die zu überwindende Entfernung so groß wie bei keiner anderen Seilbahn. Einzigartig ist auch der Höhenunterschied von 1945 Metern zwischen Tal- und Bergstation. Und keine andere Pendelbahn der Welt hat mit 127 Metern eine derart hohe Stahlbaustütze.

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