Neue Warnstreiks im ÖPNV
: Diese Städte in Bayern trifft es jetzt

In Bayern kommt es diese Woche erneut zu Warnstreiks im ÖPNV. Wieder sind mehrere Städte davon betroffen.
Von
Lukas Böhl
München
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Warnstreik im Nahverkehr: ARCHIV - 19.02.2024, Sachsen-Anhalt, Magdeburg: «Verdi» ist auf einer Streikweste zu lesen, die an der Schranke zu einem Busdepot hängt. (zu dpa: «Streik legt ÖPNV in Bamberg lahm – Notfallbusse unterwegs») Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hier streikt Verdi in Bayern.

Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Im Tarifkonflikt im bayerischen Nahverkehr spitzt sich die Lage weiter zu. Nach der zweiten Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Bayern am 13. Februar gab es keine Annäherung. Bis zur nächsten Gesprächsrunde am 9. März sind weitere Warnstreiks angekündigt. In dieser Woche kommt es in mehreren bayerischen Städten zu teils massiven Einschränkungen im Bus- und Tramverkehr.

Diese Städte in Bayern sind betroffen

Laut ver.di wird in folgenden Städten gestreikt:

  • Bamberg: 17. und 18. Februar
  • Augsburg: 19. Februar
  • Regensburg: 19. und 20. Februar
  • Passau: 20. Februar
  • Landshut: 20. Februar

Die Arbeitsniederlegungen betreffen jeweils die kommunalen Verkehrsbetriebe. Regionalbusse oder private Anbieter sind teilweise nicht betroffen.

Bamberg: Notfahrplan eingerichtet

In Bamberg bleiben die regulären Stadtbusse am 17. und 18. Februar im Depot. Die Stadtwerke haben einen Notfahrplan eingerichtet. Zwischen 6 und 20 Uhr fahren Busse im Stundentakt auf den Linien 935, 936, 937 und 938. Am Dienstag ruht der Verkehr zwischen 13 und 16 Uhr wegen des Faschingsumzugs vollständig. Private Busunternehmen sind vom Streik nicht betroffen.

Regensburg: Stadtbus steht weitgehend still

In Regensburg fallen am 19. und 20. Februar nahezu alle Fahrten von „das Stadtwerk.Mobilität“ aus. Betroffen sind auch Schulbusse, CAMPUS- und Expresslinien. Zahlreiche Linien – darunter A, B, mehrere C- und X-Linien sowie viele nummerierte Stadtbuslinien – entfallen voraussichtlich komplett oder weitgehend. Einzelne Fahrten privater Anbieter können stattfinden. Wichtig: Der Regionalbusverkehr im RVV-Gebiet ist nicht vom Streik betroffen.

Augsburg: Trams und Busse nur eingeschränkt unterwegs

In Augsburg ist am Donnerstag, 19. Februar, mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Busse und Straßenbahnen der Stadtwerke Augsburg (swa) verkehren voraussichtlich nur sporadisch. Je nach Streikbeteiligung kann der Nahverkehr weitgehend eingestellt werden. Regionalbusse des AVV sowie Regionalbahnen fahren regulär.

Passau: Großteil der Busfahrten entfällt

In Passau sind am Freitag, 20. Februar, die Omnibusfahrer der Stadtwerke im Warnstreik. Ein Großteil der Linienfahrten fällt aus. Da einzelne Linien von privaten Unternehmen bedient werden, findet ein Teil des Verkehrs statt. Die Verkehrsbetriebe empfehlen, vor Fahrtantritt den speziellen Linienfahrplan für den Streiktag zu prüfen.

Landshut: Einschränkungen am Freitag

Auch in Landshut wird am 20. Februar gestreikt. Details zu einzelnen Linien können kurzfristig variieren. Fahrgäste müssen mit deutlichen Ausfällen im Stadtbusverkehr rechnen.

Worum geht es im Tarifstreit?

Ver.di fordert für die Beschäftigten im bayerischen Nahverkehr unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro, eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und eine Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den Schichten. Die Arbeitgeber verweisen dagegen auf die angespannte Finanzlage der Kommunen. Nach Darstellung der kommunalen Seite seien Gehaltserhöhungen von insgesamt fünf Prozent sowie weitere Verbesserungen angeboten worden. ver.di kündigt an, den Druck weiter zu erhöhen, sollte es kein verbessertes Angebot geben. Die nächsten Verhandlungen sind für den 9. März angesetzt. Bis dahin müssen sich Fahrgäste in Bayern auf weitere Warnstreiks einstellen – ausdrücklich auch außerhalb der großen Ballungsräume. Die Deutsche Bahn und S-Bahnen sind von den aktuellen Arbeitsniederlegungen nicht betroffen und fahren planmäßig.