Neue Rente
: Einfach erklärt - das soll sich ändern

Worum es bei dem Rentenpaket geht und was genau sich mit den neuen Gesetzen ändern soll.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Berlin
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Ein Schreiben der Deutschen Rentenversicherung liegt zwischen Euro-Banknoten und mehreren Euromünzen. Bundeskanzler Merz hat im Bundestag erneut schnelle Sozialreformen in Aussicht gestellt und mit Blick auf die Rente für einen «neuen Konsens der Generationen» geworben. +++ dpa-Bildfunk +++

Das soll sich mit dem neuen Rentenpaket ändern.

Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Am Freitag, 5. Dezember 2025, wird im Bundestag über das neue Rentenpaket abgestimmt. Das Rentenpaket wurde im Koalitionsvertrag verabredet. Federführend bei dem Gesetzentwurf zur Stabilisierung des Rentenniveaus und der Gleichstellung der Erziehungszeiten ist der Ausschuss für Arbeit und Soziales. Weitere Teile des Rentenpakets, wie die Betriebsrentenstärkung und die Aktivrente, sollen mit separaten Gesetzen verabschiedet werden. Worum geht es bei dem Rentenpaket und was genau soll sich mit den neuen Gesetzen ändern?

Das soll mit dem neuen Rentenpaket verändert werden

Der Gesetzentwurf und offizielle Dokumente zeigen, dass das neue Rentenpaket, was am Freitag (5.12.2025) beschlossen werden soll, im Wesentlichen die Sicherung und Stabilisierung der gesetzlichen Rente, die Ausweitung von Kindererziehungszeiten, die Förderung betrieblicher und zusätzlicher privater Altersvorsorge sowie Anreize für Beschäftigung im Alter enthält.

Das Rentenniveau stabilisieren

Das gesetzliche Rentenniveau ist das Verhältnis der Rente zum Durchschnittsverdienst. Dieses Verhältnis soll bei derzeit circa 48 Prozent bis mindestens 2031 festgeschrieben werden. Das soll verhindern, dass Renten in den kommenden Jahren automatisch mit den Löhnen sinken.

Die Mütterrente ausweiten und Erziehungszeiten gleichstellen

Zukünftig sollen nicht mehr 2,5 Jahre, sondern 3 Jahre Kindererziehungszeit für die Rente anerkannt werden. Das gilt für Kinder, die vor 1992 geboren wurden. Damit sollen Eltern, die für die Betreuung der Kinder weniger gearbeitet haben, besser gestellt werden und das unabhängig vom Geburtsjahr des Kindes.

Finanzierung über Bundeszuschüsse

Die Stabilisierung des Rentenniveaus und die Ausweitung der Erziehungszeiten müssen finanziert werden. Die Mehrkosten, die durch diese Finanzierung entstehen, sollen aus Steuermitteln des Bundes erstattet werden. Das Ziel davon ist es, negative Auswirkungen aus dem Beitragssatz der Rentenversicherung zu vermeiden.

Betriebliche Altersversorgung stärken

Die betrieblichen Rentenversicherungssysteme sollen ausgebaut und gefördert werden. Ziel ist es, die betriebliche Altersvorsorge in kleineren Unternehmen und bei niedrigerem Einkommen attraktiver zu machen. Das soll das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz regeln.

Arbeit im Rentenalter steuerlich fördern

Die Arbeit im Rentenalter für regulär Beschäftigte wird Aktivrente genannt. Diese Aktivrente soll steuerlich gefördert werden. Mit dem Aktivrentengesetz sollen Menschen, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiter arbeiten, bis zu 2000 Euro monatlich aus nicht selbstständiger Beschäftigung steuerfrei dazuverdienen dürfen. Das würde nur gelten, wenn der Arbeitgeber weiterhin Rentenversicherungsbeiträge zahlt. Das Ziel ist, dass ältere Menschen länger erwerbstätig bleiben können und so der Fachkräftemangel abgefedert wird. Rentner, die arbeiten, sollen entlastet werden.

Nach Renteneintritt leichter zurück in die Beschäftigung

Menschen, die das Rentenalter erreicht haben, sollen leichter wieder bei ihrem bisherigen Arbeitgeber angestellt werden können, in dem das sogenannte Anschlussverbot aufgehoben wird. Das Ziel ist, den Übergang in die Rente flexibler zu gestalten.

Kritik an dem neuen Rentenpaket

Laut einem aktuellen Gutachten der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) könnte das Rentenpaket den Bundeshaushalt bis 2050 mit rund 479,1 Milliarden Euro zusätzlich belasten. Das ist deutlich mehr, als von der Regierung ursprünglich kalkuliert. Kritiker warnen, das Paket belaste vor allem die kommende Generation. Das geschehe insbesondere, wenn demografische Entwicklungen die Rentenkasse weiter belasten.

Auch innerhalb der Regierungsfraktionen gibt es Kritik und Widerstand. Besonders die „Junge Gruppe“ der CDU/CSU warnt vor langfristigen Kosten und der Belastung für die jüngeren Generationen. Beobachter gehen davon aus, dass der Ausgang die Stabilität der Regierung beeinflusst. Ein Scheitern des Rentenpakets könnte politische Konsequenzen nach sich ziehen.