Neue Meningitis-Fälle in England
: Diese Symptome sind Warnzeichen

In Südengland steigen die Fälle von Meningitis derzeit an. Die Krankheit kann schnell lebensbedrohlich werden. Welche Symptome zeichnen eine Erkrankung aus?
Von
David Hahn
Kent
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Meningokokken: ARCHIV - 11.11.2022, Berlin: Ein Rettungswagen der Berliner Feuerwehr fährt mit Blaulicht zum Einsatz. (zu dpa: «Auto fährt gegen Lastwagen – Fahrerin stirbt im Krankenhaus») Foto: Monika Skolimowska/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Meningitis kann schnell lebensbedrohlich werden und erfordert oft eine sofortige Behandlung im Krankenhaus.

Monika Skolimowska/dpa

Ein aktueller Meningitis-Ausbruch in England sorgt für Besorgnis bei Behörden und Experten. Mehrere Infektionen, darunter auch Todesfälle bei jungen Menschen, zeigen, wie gefährlich die Erkrankung verlaufen kann. Besonders tückisch: Die ersten Anzeichen ähneln oft einer harmlosen Grippe.

Meningitis: Aktuelle Entwicklung der Fälle in England

Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit Meningokokken der Gruppe B in Südengland zuletzt gestiegen. Insgesamt wurden 15 Fälle bestätigt, hinzu kommen 12 Verdachtsfälle, die laut der Agence France Presse (AFP) weiter untersucht werden. Bis auf einen Betroffenen mussten alle im Krankenhaus behandelt werden. Auch in Frankreich wird ein aus Kent zurückgekehrter Mann im Krankenhaus behandelt. Zwei junge Menschen, eine 18-jährige Schülerin und ein Student, sind bereits gestorben.

Experten sprechen von einem „ungewöhnlichen Ausbruch“, da viele Fälle offenbar auf ein einzelnes Ereignis zurückzuführen sind. Im Fokus steht dabei ein Nachtklub in Canterbury. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Die Behörden reagieren mit einem gezielten Impfprogramm und vorsorglichen Antibiotika-Behandlungen für Tausende Menschen, unter anderem an der University of Kent in Canterbury.

Was ist Meningitis?

Eine Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, also der Hüllen, die Gehirn und Rückenmark umgeben. Greift die Entzündung auch auf das Gehirn über, spricht man von einer Meningoenzephalitis.

Oft sind es Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger, die eine Hirnhautentzündung auslösen. Die häufigsten bakteriellen Erreger sind Pneumokokken und Meningokokken. Bakteriell verursachte Hirnhautentzündungen können schnell lebensbedrohlich werden. Sie verlaufen häufig schwer und können bleibende Schäden verursachen, etwa Einschränkungen von Gehirn- und Nervenfunktionen oder Denkstörungen. Deshalb ist eine möglichst schnelle Behandlung im Krankenhaus entscheidend, so das Bundesministerium für Gesundheit.

Symptome und Ansteckung

Die ersten Anzeichen einer Meningitis sind oft unspezifisch und erinnern an eine Grippe. Typische Symptome sind:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Nackensteife

Hinzu kommen häufig:

  • Bewusstseinsstörungen wie Benommenheit oder Verwirrtheit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall

Hautveränderungen können laut der dpa Hinweise auf den Erreger geben, etwa Bläschen bei Pneumokokken-Bakterien. Die Erkrankung kann sich rasch verschlimmern und im schweren Verlauf zu Blutvergiftung, Organversagen oder Hirnschäden führen.

Ausgelöst wird Meningitis häufig durch Bakterien oder Viren. Die Übertragung erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion, etwa beim Husten, Niesen oder engen Kontakt wie Küssen. Einige Erreger können auch durch Insektenstiche übertragen werden, etwa das FSME-Virus durch Zecken.

Meningitis und Meningokokken-B-Fälle in Deutschland

An einer bakteriellen Meningitis erkrankt in Deutschland jedes Jahr weniger als eine von 100.000 Personen, heißt es laut der dpa auf dem Gesundheitsportal gesund.bund.de. Die häufigsten bakteriellen Erreger sind Pneumokokken und Meningokokken. Die virale Infektion ist häufig, jährlich sind bis zu 20 von 100.000 Menschen in Deutschland betroffen.

In Deutschland wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in den Jahren 2023 bis 2025 jeweils über 100 Meningokokken-B-Fälle registriert. 2025 waren es 123 Erkrankungen, 2026 bislang über 20. Die Todesfallrate betrage 7 bis 15 Prozent, viele Überlebende litten an schweren Langzeitfolgen, heißt es beim RKI. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Impfung gegen Meningokokken der Untergruppe B für alle Säuglinge ab zwei Monaten.

Mit Material der dpa und AFP