Trennungskinder haben ab dem kommenden Jahr einen Anspruch auf höheren Unterhalt. Das geht aus der neuen sogenannten Düsseldorfer Tabelle für 2023 hervor, die das Oberlandesgericht (OLG) der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Anfang Dezember 2022 veröffentlicht hat.
  • Wie hoch ist der Mindestunterhalt je nach Alter ab 2023?
  • Was gilt für Volljährige und Studierende?
  • Wie hoch sind die Selbstbehalte ab 2023?

Neuer Mindestunterhalt ab 2023

In der sogenannten „Düsseldorfer Tabelle“ entscheidet jedes Jahr das Oberlandesgericht NRW, welche Richtlinien für den Unterhalt von Trennungskindern gegeben sein sollten. Die Tabelle ist kein Gesetz.
Der Mindestunterhalt für Kinder bis fünf Jahre steigt ab dem 1. Januar 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 41 Euro und beträgt dann insgesamt 437 Euro. Für Kinder von sechs bis elf gibt es dann 502 Euro und damit 47 Euro mehr als bisher. Kinder von 12 bis 17 Jahren erhalten 55 Euro mehr und damit insgesamt 588 Euro. Auch für volljährige Kinder sowie in den weiteren Einkommensgruppen steigen die Sätze. Der Mindestunterhalt gilt für Einkommen bis 1.900 Euro (netto). Je mehr das Einkommen steigt, desto höher ist auch der Unterhalt. Für andere Nettoeinkommen gilt zum Beispiel:
  • 1.900 - 2.300 Euro: 459 / 528 / 618 / 660 Euro (Altersgruppen 0-5 / 6-11 / 12-17 / 18+)
  • 2.300 - 2.700 Euro: 481 / 553 / 647 / 691
  • 5.100 - 5.500 Euro: 700 / 804 / 941 / 1005
  • bis 11.000 Euro: 874 / 1004 / 1176 / 1256

Was gilt für Studierende und Volljährige?

Der Bedarfssatz von Studierenden, die nicht bei ihren Eltern oder einem Elternteil leben, steigt zum 1. Januar von 860 auf 930 Euro. Darin sind 410 Euro Warmmiete enthalten, wie das OLG weiter mitteilte. Je nach Lebensstellung der Eltern könnte der Mindestbedarf nach oben abweichen. Das Kindergeld ist bei volljährigen Kindern in der Regel in vollem Umfang auf den Unterhaltsbedarf anzurechnen, bei Minderjährigen zur Hälfte.

Erhöhte Selbstbehalte ab 2023

Auch die Selbstbehalte, also das Minimum, das Unterhaltspflichtigen bleiben muss, werden zum neuen Jahr erhöht: für nicht erwerbstätige um 160 auf 1120 Euro und für erwerbstätige Schuldner um 210 auf 1370 Euro. Die Düsseldorfer Tabelle enthält 15 Einkommensgruppen bis zu einem Netto-Einkommen des Unterhaltspflichtigen von 11 000 Euro.

Was ist die Düsseldorfer Tabelle?

Die „Düsseldorfer Tabelle“ ist die Richtlinie aller Oberlandesgerichte in Deutschland für die Ermittlung und Bemessung des Kindesunterhalts. Sie wird seit 1979 vom Düsseldorfer Oberlandesgericht herausgegeben. An ihrer Erstellung ist auch die Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages beteiligt. Eine rechtlich bindende Wirkung hat sie aber nicht.
mit dpa