Mit Blick auf die steigenden Corona-Infektionszahlen in Portugal hat der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, auch vor einer Ausbreitung der Omikron-Variante BA.5 in Deutschland gewarnt. „Corona ist noch nicht vorbei – das belegt der heftige Ausbruch von Omikron in Portugal“, sagte Montgomery der Zeitung „Rheinische Post“.

Neue Corona-Variante BA.5 in Portugal: Inzidenz steigt

Die neue Omikron-Untervariante BA.5 hat in Portugal für einen Wiederanstieg der Corona-Fallzahlen gesorgt. Die erstmals Ende März in Portugal nachgewiesene Variante ist nach Behördenangaben inzwischen die vorherrschende Variante in dem Land. Auch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hatte kürzlich davor gewarnt, dass die zuerst in Südafrika festgestellten Omikron-Untervarianten BA.4 und BA.5 zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen führen könnten.
Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, werden in Portugal aktuell mehr als 30.000 Neuinfektionen am Tag gemeldet. Dabei ist die Impfquote dort besonders hoch: 87 Prozent der Gesamtbevölkerung ist doppelt geimpft, 63 Prozent sind geboostert. Besonders von der Ausbreitung betroffen ist die Hauptstadt Lissabon. Die portugiesische 7-Tage-Inzidenz stieg nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörden kürzlich auf über 1.800. Auch die Zahl der Corona-Toten steigt wieder. In dem Land sind die meisten Corona-Regeln zum Frühling gefallen – wie in den meisten anderen europäischen Ländern. Nun wird aber über die Wiedereinführung der Maskenpflicht diskutiert.

Weltärztechef warnt vor Ausbreitung der Omikron-Variante in Deutschland

„Die BA.5-Variante des Virus wird sich auch bei uns ausbreiten. Viele, auch Geimpfte, werden erkranken. Gut zu wissen: wer geimpft ist, erkrankt deutlich milder. Sein Risiko zu sterben ist 99 Prozent geringer als bei Ungeimpften“, sagte der Vorsitzende des Weltärztebundes. Er forderte daher eine gute Vorbereitung für den Herbst und Winter.
„Im Infektionsschutzgesetz muss der Werkzeugkasten definiert und erhalten bleiben: von Maskenpflicht bis Lockdown – bundeseinheitlich und klar geregelt“, forderte Montgomery. „Je klüger wir uns jetzt verhalten, umso weniger drastische Maßnahmen brauchen wir in Herbst und Winter. Freiwillig Maske tragen, wo auch immer viele Menschen zusammenkommen. Impfen, jetzt erst recht. Und nicht Freiheit gegen Sicherheit ausspielen“, sagte Montgomery.