Nahost-Krieg
: Wie sicher sind Türkei, Ägypten und Zypern für Urlauber?

Die Krise im Nahen Osten verunsichert viele Urlauber. Doch nicht alle beliebten Reiseziele sind gleichermaßen betroffen.
Von
David Hahn
Berlin
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Türkei - Mamaris: ARCHIV - 17.07.2019, Türkei, Marmaris: Urlauber am Strand. Foto: Heikki Saukkomaa/Lehtikuva/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Urlauber am Strand in der Türkei, Marmaris. Wie wird die aktuelle Sicherheitslage in der Türkei, Ägypten und auf Zypern von Reiseexperten eingeschätzt?

Heikki Saukkomaa/Lehtikuva/dpa

Der Krieg im und rund um den Iran sorgt für Unsicherheit bei deutschen Reisenden. Wir haben mit dem Reiseexperten Marcel Conrad, Chief Content Manager bei A3M Global Monitoring, gesprochen: Können klassische Urlaubsländer wie die Türkei, Ägypten oder Zypern noch bedenkenlos bereist werden?

Krieg im Iran: Aktuelle Sicherheitslage im Nahen Osten

„Die Sicherheitslage in großen Teilen des Nahen Ostens hat sich durch den Irankrieg deutlich verschlechtert“, sagt Marcel Conrad. „Besonders betroffen sind der Südlibanon, die Kurdengebiete im Irak, Israel und die Golfstaaten, wo es nahezu täglich zu Luftangriffen kommt.“

Selbst dort, wo Angriffe abgewehrt werden, bleibt die Gefahr bestehen. „Viele Drohnen- und Raketenangriffe aus dem Iran werden zwar abgefangen, doch auch Trümmerteile können Schäden und Opfer verursachen“, erklärt Conrad.

Hinzu kommen Risiken auf See: „Schiffe im Persischen Golf und im Golf von Oman sind ebenfalls Angriffen ausgesetzt.“

Türkei, Ägypten und Zypern: Welche Auswirkungen sind zu beachten?

Nicht alle beliebten Reiseziele der Deutschen sind gleichermaßen betroffen. Conrad differenziert: „Im äußersten Süden der Türkei wurden seit Beginn des Krieges am 28. Februar einzelne iranische Raketen von der Luftabwehr abgefangen. Die beliebten Urlaubsregionen liegen jedoch hunderte Kilometer weiter westlich und sind derzeit nicht betroffen.“

Auch Ägypten bleibt bislang stabil: „Ägypten war bisher nicht betroffen.“ Anders sei die Lage auf Zypern: „In Zypern wurden vereinzelt Drohnen abgeschossen; in der Nähe von Militärstützpunkten und am Flughafen in Paphos kam es zwischenzeitlich zu Evakuierungen.“ Der Flugverkehr habe sich zwar beruhigt, „Zwischenfälle bleiben jedoch möglich.“

Urlaub 2026: Was sollten Reisende aktuell beachten?

Bei der Vorbereitung einer Reise in betroffene Regionen sollte man informiert bleiben. „Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes sind ein guter Ausgangspunkt“, sagt Marcel Conrad. Ergänzend empfiehlt er aktuelle Nachrichtenquellen wie „Newsticker großer Medien wie BBC oder Al Jazeera“.

Auch die Art der Buchung spielt eine entscheidende Rolle. „Bei einer unklaren Sicherheitslage oder um grundsätzlich gegenüber Risiken besser abgesichert zu sein, empfiehlt sich die Buchung einer Pauschalreise“, so Conrad. Denn: „Pauschalreisen in Länder mit aktueller Reisewarnung können kostenlos storniert oder umgebucht werden.“

Für Individualreisende gilt das nicht. Deshalb rät Conrad zur Vorsicht: „Bei privat gebuchten Reisen ist es sinnvoll, die Reisewarnungen regelmäßig zu prüfen und gegebenenfalls selbst zu stornieren.“ „Wer unsicher ist, sollte Flexoptionen buchen, um kurzfristig umbuchen zu können.“ Zudem sollten sich Reisende „in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes eintragen“.

Für Fernreisen gilt laut Conrad: „Fernreisen Richtung Westen sind unkritisch, Richtung Südostasien sollte man auf Direktflüge setzen. Nicht jede Fernreise ist derzeit unvernünftig – aber Umsteigeverbindungen über die Golf-Hubs sind momentan klar störanfälliger als üblich.“