Nachfolger für den Papst: Wer kommt für das Amt infrage?

Papst Franziskus erteilt seinen Segen, während er das Angelus-Mittagsgebet aus dem Fenster seines Studios mit Blick auf den Petersplatz im Vatikan spricht. Wer könnte nach seinem Tod Nachfolger als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche werden?
Andrew Medichini/AP/dpaDie Frage nach einem möglichen Nachfolger für Papst Franziskus rückte bereits vor seinem Tod immer wieder in den Fokus, insbesondere mit Blick auf sein hohes Alter und seinen Gesundheitszustand. Nach seiner Beerdigung stehen in Kürze bereits die nächsten Papstwahlen an. Wer darf wählen – und wer kann überhaupt Papst werden? Hier gibt es die möglichen Kandidaten und Abläufe zusammengefasst.
Papst Franziskus ist tot
Mit 88 Jahren war Papst Franziskus der zweitälteste Papst der Geschichte, nur übertroffen von Leo XIII., der 1903 im Alter von 93 Jahren verstarb. Franziskus starb am Morgen des Ostermontag im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer schweren Lungenentzündung, wie der Vatikan bestätigte. Noch am Ostersonntag hatte sich der Papst der Öffentlichkeit auf dem Petersplatz gezeigt und den Segen erteilt. Der Papst litt zuletzt zunehmend unter gesundheitlichen Problemen. Nach verschiedenen Krankheiten und Einschränkungen in den letzten Jahren machten Papst Franziskus 2024 und 2025 vor allem Atemwegsinfektionen zu schaffen. Im Februar 2025 musste er wegen einer Bronchitis auch im Krankenhaus behandelt werden, die sich nach Angaben des Vatikans im weiteren Verlauf zu einer Lungenentzündung entwickelte.
Wann und wie wird der neue Papst gewählt?
Sobald ein Papst stirbt oder zurücktritt, beginnt die sogenannte Sedisvakanz – die Zeit, in der der Stuhl Petri unbesetzt ist. Innerhalb von 15 bis 20 Tagen nach Beginn dieser Phase startet die Papstwahl. Diese erfolgt durch das Konklave, eine Versammlung wahlberechtigter Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan.
Mehr Informationen zur Trauerzeit gibt es hier.
Das Konklave – Tradition und Ablauf
Das Wort Konklave stammt aus dem Lateinischen „cum clave“ und bedeutet „mit dem Schlüssel (eingeschlossen)“. Dieser Name rührt daher, dass die wahlberechtigten Kardinäle während der Wahl isoliert von der Außenwelt sind, um äußeren Einfluss zu vermeiden. Diese Praxis besteht seit dem 13. Jahrhundert, als Kardinäle erstmals eingeschlossen wurden, um die Wahl zu beschleunigen.
Wer darf den Papst wählen?
Nicht alle Kardinäle sind wahlberechtigt – nur jene, die bei Beginn der Sedisvakanz unter 80 Jahre alt sind. Die Anzahl der Wahlberechtigten sollte dabei 120 nicht überschreiten, wenngleich dies keine feste Regel ist. Ein amtierender Papst kann durch die Ernennung neuer Kardinäle bereits im Voraus Einfluss auf die Zusammensetzung des Konklaves nehmen.
Wie funktioniert die Papstwahl?
Die Wahl selbst erfolgt in geheimer Abstimmung. Bis zu vier Wahlgänge pro Tag sind vorgesehen – jeweils zwei am Vormittag und zwei am Nachmittag. Ein Kandidat benötigt eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Wähler, um gewählt zu werden. Falls nach 33 Wahlgängen keine Entscheidung gefallen ist, folgt eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. Auch hier bleibt die Zweidrittelmehrheit erforderlich.
Wer darf Papst werden?
Grundsätzlich kann jeder männliche katholische Christ zum Papst gewählt werden. Es ist nicht zwingend erforderlich, dass der Kandidat bereits Priester, Bischof oder Kardinal ist – allerdings ist es seit dem 14. Jahrhundert üblich, dass der neue Papst aus den Reihen der Kardinäle stammt.
Wie viele Päpste gab es bisher? Alle Päpste seit dem 16. Jahrhundert gibt es hier aufgelistet.
Wer sind mögliche Nachfolger von Papst Franziskus?
Da die meisten Päpste in den vergangenen Jahrhunderten aus dem Kardinalskollegium gewählt wurden, gelten einige Kardinäle als potenzielle Anwärter für das höchste Amt der katholischen Kirche. Laut Domradio und der Katholischen Nachrichtenagentur KNA galten bereits im September 2024 der Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, Luxemburgs Kardinal Jean-Claude Hollerich, die maltesischen Kardinäle Mario Grech und Victor Fernandez, Matteo Zuppi, Ungarns Primas Peter Erdö, Kardinal Fridolin Ambongo und der Italiener Pierbattista Pizzaballa als mögliche Favoriten. Wer jedoch das Amt anstrebt und am Ende die erforderliche Mehrheit im Konklave erreicht, bleibt abzuwarten – der Nachfolger des Papstes liegt letztlich in den Händen der wahlberechtigten Kardinäle.
Alles zum Tod von Papst Franziskus, der Beerdigung und dem Konklave
Das Oberhaupt der Katholischen Kirche ist laut Vatikan am Ostermontag, 21.4., um 7.35 Uhr im Alter von 88 Jahren gestorben. Gläubige nehmen am Samstag, 26.4., in einer Trauerfeier Abschied.
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