Nach erneuter Strandung in der Ostsee
: Fitness des Buckelwals hat sich verschlechtert

Erst in der Nacht hatte sich der gestrandete Buckelwal erneut befreit. Doch bei Morgengrauen wird klar: Er liegt noch immer in der Wismarbucht.
Von
dpa
Wismar/Schwerin
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Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal.

Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal.

Philip Dulian/dpa
  • Mögliche Sichtung: Ein befreiter Buckelwal wurde nahe Wismar gemeldet.
  • Das Meeresmuseum prüft Hinweise, auch zur Insel Walfisch, und koordiniert mit Behörden.
  • Experten wollen den jungen Wal finden und in tieferes Wasser drängen – Ziel Atlantik.
  • Das Tier gilt als gestresst und geschwächt, private Suchen sollen unterbleiben.
  • Polizei und Greenpeace suchen weiter: Boote patrouillieren seit dem frühen Morgen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Zustand des vor Wismar in der Ostsee liegenden Buckelwals hat sich verschlechtert. Er sei sehr geschwächt, sagte der Direktor des Deutschen Meeresmuseum in Stralsund, Burkhard Baschek, bei einer Pressekonferenz in Wismar. Sein Fitnesszustand habe sich im Vergleich zum Samstag deutlich verschlechtert.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte, man wolle den Wal jetzt in Ruhe lassen - in der Hoffnung, dass er Kraft tankt, sich selbst befreit und den Weg aus der Ostsee heraus findet. Die Behörden haben nach Worten von Backhaus ein Sperrgebiet im Umkreis von 500 Metern rund um den Wal gezogen, in das kein Schiff oder Boot hineinfahren dürfe.

Experten: Wal könnte sich selbst befreien

Baschek sagte, der Wal liege in einer Wassertiefe, die etwa dem in der Nacht zu Sonntag vor der nahe gelegenen Insel Walfisch entspricht, als sich das Tier selbst freigeschwommen habe. Wenig später blieb es den Angaben zufolge aber wieder im flachen Wasser in der Wismarbucht liegen.

Die Behörden sprechen aktuell nicht von einer Strandung, sondern von „Leibaufsetzen“. Der Wal könnte sich aktuell selbst befreien, wie es weiter hieß. Er unternehme aber aktuell keinen Versuch dazu. Der Ernährungszustand des Wals wurde als gut beschrieben.

Die Aussichten drohen sich für den Wal unterdessen zu verschlechtern. Baschek sagte, bis Montagnacht, 4.00 Uhr, werde damit gerechnet, dass der Wasserstand um etwa 40 Zentimeter sinken wird. „Wenn der Wal nicht aus eigener Kraft in den nächsten Stunden freikommt, wird die Situation insgesamt für ihn erstmal schlechter, weil die Wassertiefe sich verändert an dem Ort.»

Woher kommt der Buckelwal?

Bereits seit Anfang März war der Wal immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Anfangs war noch von einem Finnwal die Rede gewesen. Das Tier hatte sich in einem Netz verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit.

Am Montagmorgen war der 12 bis 15 Meter lange Meeressäuger dann auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt worden. Tagelang bemühten sich viele Helferinnen und Helfer, das gestrandete Tier zu befreien. Am Donnerstagabend hatten sie versucht, den Wal mit Lärm zu animieren – durch Hupen, Trommeln oder Rufen. Auch das Tier selbst gab immer wieder ein lautes Brummen von sich.

In der Nacht zum Freitag hatte sich der Buckelwal überraschend selbst durch eine per Schwimmbagger ausgegrabene Rinne befreit. Am Freitagnachmittag war er aus der Lübecker Bucht in Richtung Mecklenburg geschwommen, allerdings in Küstennähe. Das Tier strandete dann erneut und blieb auf einer Sandbank in der Wismarbucht stecken. Davon befreite es sich in der Nacht, lag am Sonntag aber zunächst wieder an einer anderen Stelle der Bucht.