Nach öffentlicher Kritik: Les Lunes erklärt in Mail an Influencerinnen, warum Zahlungen ausbleiben

Die Marke Les Lunes hat ein Eigenverwaltungsverfahren eingeleitet.
Screenshot: https://leslunes.de/pages/about-usNachdem sich in den vergangenen Wochen mehrere Influencerinnen – darunter Angelina Pannek, Marly Hirschvogel und Lisa Schrenk – öffentlich über ausbleibende Zahlungen der Modemarke Les Lunes beschwert hatten, bestätigt das Unternehmen nun in einer E-Mail an seine Partner, dass ein Eigenverwaltungsverfahren eingeleitet wurde.
Pannek hatte dem Unternehmen auf Instagram vorgeworfen, trotz mehrfacher Mahnungen nicht gezahlt zu haben: „Ihr habt von mir eine zuverlässige Leistung erhalten, also erfüllt euren Teil!“ Auch andere Creatorinnen berichteten, seit Monaten auf ihr Geld zu warten.
Les Lunes erklärt sich in Rundmail
In der Mail, die am 31. Oktober 2025 an Kooperationspartnerinnen und Creator verschickt wurde, heißt es, man habe beim Amtsgericht Charlottenburg die Einleitung eines Eigenverwaltungsverfahrens beantragt. Diese besondere Form des Insolvenzverfahrens solle helfen, das Unternehmen eigenverantwortlich zu sanieren und zukunftsfähig aufzustellen.
Les Lunes räumt ein, dass Anfragen in den vergangenen Wochen oft unbeantwortet geblieben seien, und entschuldigt sich dafür: „Die aktuelle Situation hat uns gezwungen, im Krisenmodus zu agieren – leider nicht immer so professionell und reibungslos, wie wir es selbst von uns erwarten.“
In der Mail wird außerdem darauf hingewiesen, dass aufgrund insolvenzrechtlicher Vorgaben keine Forderungen mehr beglichen werden dürfen, die vor dem 30. Oktober 2025 entstanden sind. Influencerinnen und Dienstleister müssten ihre Ansprüche künftig beim gerichtlich bestellten Sachwalter anmelden. Erst nach Eröffnung des Verfahrens – voraussichtlich in rund drei Monaten – könne entschieden werden, ob und in welcher Höhe Zahlungen über eine sogenannte Insolvenzquote erfolgen.
Konsequenzen für Creatorinnen
Für viele Influencerinnen bedeutet das, dass sie ihr Geld vorerst nicht erhalten. Einige Betroffene hatten bereits zuvor rechtliche Schritte angekündigt oder eingeleitet, um offene Rechnungen einzufordern.
Das Unternehmen betont in seiner Mitteilung, der Geschäftsbetrieb laufe weiter und der Fokus liege auf der Sanierung: „Unser gesamter Fokus liegt jetzt auf der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und der Sicherung der Arbeitsplätze unserer Mitarbeitenden.“
Ausblick
Mit der offiziellen Bestätigung der Eigenverwaltung wird klar, dass die Vorwürfe aus der Influencer-Community auf eine tiefere wirtschaftliche Krise hinweisen. Während der Online-Shop weiter geöffnet bleibt, müssen viele Partnerinnen und Creatorinnen nun auf eine mögliche Insolvenzquote hoffen – und auf eine Zukunft, in der das Vertrauen in die Marke wiederhergestellt werden kann.


