Nach dem Schnee kommt der Müll
: Streugut wiederverwenden oder entsorgen?

Wenn Schnee und Eis getaut sind, bleiben Split, Sand und Granulat auf den Wegen übrig. Wohin damit und kann man das Streugut auch wiederverwenden?
Von
Nicole Züge
Berlin
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Behälter für Streusalz: 04.02.2026, Sachsen, Schneeberg: Ein Container für Streusalz mit der Aufschrift «Streugut» steht am Rathaus im sächsischen Schneeberg. (zu dpa: «Wetterdienst warnt vor Glätte in Teilen Sachsens») Foto: David Hammersen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Vielerorts kommt mit steigenden Temperaturen eine dicke Schicht Sand, Split oder Granulat auf den Straßen und Bürgersteigen zutage. Wie entsorgt man das richtig und lässt es sich recyceln?

David Hammersen/dpa

Eis und Schnee sind vielerorts geschmolzen, doch auf Straßen und Gehwegen liegt noch Splitt. Was bei Glatteis für Sicherheit sorgt, wird mit steigenden Temperaturen zum Problem. Die Körner landen in Schuhsohlen, beschädigen Autolack und verstopfen Gullys. Jetzt beginnt die Entsorgung und damit die Frage: Lässt sich Streugut wiederverwenden und wenn nicht, wie wird es fachgerecht entsorgt?

Streugut-Recycling: Ist das möglich?

In den meisten Kommunen wird Streugut wie Split und Granulat durch die Stadtreinigungen im Rahmen der regulären Straßenreinigung eingesammelt. Eine Wiederverwendung ist bei öffentlich ausgebrachtem Material aber oft nicht möglich. Einerseits, weil Split und Granulat häufig abstumpfen, was die Wirkung bei Glätte stark mindert.

Hinzu kommt die Belastung mit Schadstoffen. Nach dem Einsatz enthält das Streugut häufig Schwermetalle, Reifenabrieb, Mikroplastik und weitere Feinstpartikel. Wie die Berliner Stadtreinigung berichtet, wird bei der Entsorgung das Streugut zuerst getrennt: Mineralische Bestandteile wie Sand werden von anderen Fremdstoffen separiert und anschließend gewaschen. Erst danach fällt die Entscheidung über die weitere Nutzung. Ist das Material noch scharfkantig, kommt es erneut im Winterdienst zum Einsatz. Häufig sind die Körner jedoch abgerundet und verlieren ihre Haftwirkung. Dann dienen sie als Baustoff, etwa im Straßenbau. Das spart dann wiederum Primärrohstoffe.

Was gilt beim Streugutentsorgen für Privatpersonen?

Wer als Eigentümer oder Mieter Splitt auf privaten Flächen oder vor dem Haus ausbringt, muss ihn später selbst beseitigen. Sauberes Material lässt sich erneut verwenden. Dafür sollte es grob gesiebt, gewaschen und anschließend getrocknet werden. So kann es in der Regel im nächsten Winter wiederverwendet werden.

Streugut richtig entsorgen

Ist das Streugut jedoch stark verschmutzt, gilt es als belasteter Abfall. Es gehört weder in die Bio- noch in die Restmülltonne. Die Entsorgung erfolgt über den Wertstoffhof oder eine gesonderte Annahmestelle für mineralische Abfälle. Kommunen geben dazu konkrete Vorgaben, die Privatpersonen zunächst erfragen müssen.