Nach Bluttat in Stade
: Verdächtiger tot in seiner Zelle gefunden

Nach den tödlichen Schüssen in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade stirbt der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft. Die Ermittler gehen von Suizid im Gefängnis aus.
Von
afp
Hannover
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Schüsse in Jugendeinrichtung - Mehrere Tote in Stade: ARCHIV - 29.06.2026, Niedersachsen, Stade: Einsatzkräfte der Polizei stehen auf einer Straße vor einer Jugendeinrichtung. In der Einrichtung sind mehrere Menschen durch Schüsse gestorben. (zu dpa: «Stade erhöht Polizeipräsenz nach Gewalttaten») Foto: Marcus Golejewski/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Mehrere Menschen wurden in Stade getötet. (Archivbild)

Marcus Golejewski/dpa
  • Verdächtiger der Tötungen in Stade tot aufgefunden – Suizid in Untersuchungshaft.
  • Justizministerium meldet: kein Hinweis auf Fremdverschulden, Ermittlungen zu Umständen laufen.
  • Entdeckt wurde der Mann um 06.05 Uhr in seiner Einzelzelle, Tod um 06.29 Uhr festgestellt.
  • Der 45-Jährige soll sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung erschossen haben.
  • Opposition fordert Aufklärung: Bewertung möglicher Selbstgefährdung und Schutzmaßnahmen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Verdächtige der Bluttat mit sechs Toten in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade ist tot. Wie das niedersächsische Justizministerium am Dienstag in Hannover mitteilte, beging der Mann im Gefängnis Suizid. Hinweise auf ein Fremdverschulden gab es demnach nicht.

Ein Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt entdeckte den Mann den Angaben zufolge am Dienstag gegen 06.05 Uhr bei einer Routinekontrolle in seiner Einzelzelle. Er habe bereits keine Körpertemperatur mehr aufgewiesen, erklärte das Ministerium. Ein Notarzt habe dann um 06.29 Uhr den Tod des Manns festgestellt. Ermittlungen zu den konkreten Todesumständen seien eingeleitet worden.

Sechs Menschen erschossen

Der 45-Jährige soll vor drei Wochen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade während eines sogenannten Hilfeplangesprächs sechs Beschäftigte der Einrichtung und des Jugendamts erschossen haben. Hintergrund der Tat war nach Ermittlererkenntnissen mutmaßlich ein Sorgerechtsstreit.

In der Einrichtung waren demnach die drei Monate alte Tochter des Verdächtigen sowie die 34-jährige Kindsmutter untergebracht. Der Mann wurde kurz nach der Tat auf der Flucht festgenommen und befand sich seitdem in Untersuchungshaft.

Kritik an Justizministerin

Nach dem Tod des Mannes fordert die Opposition im niedersächsischen Landtag Aufklärung. „Die Justizministerin muss jetzt lückenlos darlegen, wann welche Hinweise auf eine mögliche Selbstgefährdung vorlagen, wie diese bewertet wurden, welche Schutzmaßnahmen angeordnet waren und ob sie tatsächlich eingehalten wurden“, teilte Carina Hermann mit, die Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU-Landtagsfraktion. Die Politikerin übt deutliche Kritik: „Dass der Beschuldigte nun tot in seiner Zelle aufgefunden wurde, nimmt den Angehörigen auch die Möglichkeit, die vollständige strafgerichtliche Aufarbeitung der Tat zu erleben.“

Die CDU-Fraktion wirft Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann eine „Serie schwerwiegender Pannen“ vor. Zuletzt stand die SPD-Politikerin nach einer zwischenzeitlichen Flucht eines verurteilten Mörders aus dem Gefängnis in der Kritik. Außerdem bemängelt die Opposition, dass wichtige Führungspositionen im Ministerium nicht besetzt seien. „Diese Häufung von Pannen und nicht erklärbaren Vorgängen ist der Öffentlichkeit nicht länger zu vermitteln“, teilte Hermann mit.