Nach Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff
: Laut WHO keine Hinweise auf gefährliche Hantavirus-Mutation

Nach dem Ausbruch auf einer Kreuzfahrt wurde das Virus analysiert. Es scheint nicht aggressiver gegenüber bisher bekannten Stichproben. Doch es gibt ungeklärte Fragen zum Übertragungsweg.
Von
dpa
Genf
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Hantavirus-Ausbruch - Argentinien: HANDOUT - 13.05.2026, Argentinien, Buenos Aires: Auf diesem vom argentinischen Institut für Infektionskrankheiten Malbran zur Verfügung gestellten Bild werden Reagenzien des Hantavirus-Typ Andesvirus für den Versand vorbereitet. Die Lieferung umfasst unter anderem RNA-haltige Reagenzien des Andes-Virus für PCR-Tests sowie Materialien für die serologische ELISA-Diagnostik. Insgesamt werden neun Kisten an Labore in Senegal, Südafrika, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien versandt. Foto: --/ANLIS Malbran/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Das Hanatvirus, das auf einem Kreuzfahrtschiff ausgebrochen ist, scheint nicht aggressiver zu sein, als das bisher bekannte.

--/ANLIS Malbran/dpa
  • WHO sieht keine Hinweise auf gefährlichere Mutation des auf der „Hondius“ zirkulierenden Hantavirus.
  • Genetische Analysen zeigen keine leichtere Übertragbarkeit und keine schwereren Verläufe.
  • Zehn Fälle auf dem Schiff, acht laborkonfirmiert – drei Verstorbene, darunter eine Frau aus Deutschland.
  • WHO: Indexfall wohl Niederländer, Infektion an Land in Südamerika; weitere Ansteckungen Mensch zu Mensch.
  • Fragen zum Übertragungsweg bleiben: seltene Übertragung auch bei weniger intensivem Kontakt möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei dem Hantavirus-Ausbruch auf einer Atlantik-Kreuzfahrt war nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wohl keine gefährlichere Mutation des Virus im Spiel. Genetische Analysen und Vergleiche mit früheren Stichproben hätten bislang keinen Hinweis auf eine leichtere Übertragbarkeit oder schwere Krankheitsfälle im vorliegenden Ausbruch ergeben, sagte WHO-Expertin Maria Van Kerkhove in Genf.

Im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ gibt es laut den jüngsten Daten der WHO zehn Hantavirus-Fälle, von denen acht in Labors bestätigt wurden. Bei einer elften Person aus den Vereinigten Staaten habe sich ein ursprünglicher Infektionsverdacht nach mehreren Tests nicht bestätigt, sagte Van Kerkhove. Drei Infizierte sind gestorben, darunter eine Frau aus Deutschland. Alle drei sind mittlerweile laborbestätigt.

Auf dem Schiff kursierte das südamerikanische Andesvirus. Es wird wie alle Hantavirus-Typen in der Regel von Nagetieren übertragen, etwa über Kotpartikel in aufgewirbeltem Staub. Beim Andesvirus sind vereinzelt auch Mensch-zu-Mensch-Übertragungen möglich, doch normalerweise braucht es dazu andauernden, engen Kontakt.

Übertragung wirklich nur bei lang anhaltendem Kontakt?

Es seien aber noch Fragen zu möglichen Infektionen mit weniger intensivem Kontakt offen, räumte Van Kerkhove ein. Es sei nämlich auch ein vergangener Ausbruch im Zusammenhang mit einer Geburtstagsfeier bekannt, sagte sie.

Die WHO geht davon aus, dass sich ein Passagier aus den Niederlanden in Südamerika an Land infiziert hatte, bevor er in Argentinien an Bord ging. Erste Erkenntnisse zu seinen Aktivitäten weisen laut der WHO darauf hin, dass er vor der Kreuzfahrt möglicherweise bei Vogelbeobachtungen im Süden Südamerikas mit Nagetieren in Kontakt gekommen war. Gen-Analysen haben den Angaben zufolge ergeben, dass die weiteren Infektionen wohl von Mensch zu Mensch passierten. Der Niederländer und seine Frau sind verstorben.

Die „Hondius“ mit insgesamt etwa 150 Menschen an Bord hatte zuletzt vor Teneriffa geankert. Die Passagiere wurden evakuiert und in ihre Heimatländer transportiert, wo sie unter Quarantäne gestellt wurden.

Wegen der mehrwöchigen Inkubationszeit des Virus könnten unter den ehemaligen Passagieren noch weitere Fälle bekannt werden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dies sei aber kein Zeichen für einen wachsenden Ausbruch, sondern für funktionierende Überwachungsmaßnahmen.