Nach „Aktenzeichen XY“: Neue Hinweise in drei Fällen

ZDF-Moderator Rudi Cerne im Studio der Sendung «Aktenzeichen XY ... ungelöst».
Sina Schuldt/dpaEine Woche nach der Ausstrahlung von „Aktenzeichen XY... ungelöst“ ziehen die Ermittler eine erste Bilanz. Besonders zu den Fällen um zwei tote Säuglinge in Nordrhein-Westfalen, einen mutmaßlichen Kokain-Drahtzieher und einen Mordfall aus Köln gingen zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung ein.
Tote Babys in Dortmund und Krefeld: Spur führt erneut in die ehemalige DDR

"Aktenzeichen XY... Ungelöst": Nachgestellte Szene: In einem lichten Wald stehen zwei junge Männer zwischen kahlen Bäumen. Einer der Männer hält einen schwarzen Rucksack geöffnet, darin liegt ein kleiner Ball. Die andere Person steht daneben und blickt entsetzt in den Rucksack. Beide tragen Jacken, Handschuhe und Mützen. Der Boden ist mit Laub bedeckt, Tageslicht fällt durch die Äste.
ZDF/Saskia PavekBesonders stark war die Resonanz auf einen Cold Case der Kripo Dortmund. Dabei geht es um zwei tote Säuglinge, die 1999 in Dortmund und 2005 in Krefeld gefunden wurden. Spätere DNA-Untersuchungen ergaben, dass die Kinder Geschwister waren.
Eine bislang unbekannte Frau hatte sich in anonymen Briefen als Mutter der beiden Kinder bezeichnet. Die Verfasserin konnte jedoch nie identifiziert werden.
Nach der Ausstrahlung von „Aktenzeichen XY“ gingen laut Fabian Puchelt vom LKA Bayern zahlreiche Hinweise ein. Viele Zuschauer meldeten sich wegen der gezeigten Kleidungsstücke der Babys oder der veröffentlichten Briefpassage. Mehrere Anrufer stellten dabei Bezüge zur ehemaligen DDR her. Teilweise wurden auch konkrete Namen genannt.
„Es gab unendlich viele Hinweise, die Richtung ehemalige DDR geführt haben. Zuschauer haben sich gemeldet, die glauben, einzelne Textilien erkannt zu haben“, sagte Puchelt.
Die Ermittler bitten weiterhin um Hinweise zu der veröffentlichten Handschrift. Für entscheidende Hinweise zur Aufklärung der beiden Fälle ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.
Zahlreiche Hinweise nach Kokainfund im Hamburger Hafen
Ermittlungsfortschritte erhofft sich auch das Zollfahndungsamt Frankfurt im Fall eines großen Kokainfundes im Hamburger Hafen. Im Januar 2024 hatten Zollbeamte dort 520 Kilogramm Kokain in Bananenkisten entdeckt. Der Straßenverkaufswert wurde auf mehr als 25 Millionen Euro geschätzt.
Während fünf Beteiligte bereits verurteilt wurden, suchen die Behörden weiterhin nach dem mutmaßlichen Drahtzieher. Der Mann nennt sich „Ihsan Usun“. Ob es sich dabei um seinen echten Namen handelt, ist unklar.
Nach Angaben von Fabian Puchelt gingen nach der Sendung zahlreiche Hinweise ein. Grund dafür könnten die veröffentlichten Fahndungsfotos gewesen sein.
„Diese zwei Bilder sind wirklich von hervorragender Qualität. Genau deshalb haben sich auch relativ viele Zuschauer gemeldet, die glauben, genau diesen Täter erkannt zu haben und glauben auch zu wissen, wo er sich aktuell aufhält“, erklärte Puchelt.
Die Ermittler prüfen nun die eingegangenen Hinweise.
Fahndung nach mutmaßlichem Ehrenmord in Köln
Auch im Mordfall Zare Gyndy verzeichnet die Polizei neue Hinweise. Die damals 19-jährige Schwangere wurde am 4. Januar 2017 in Köln getötet. Unter Verdacht steht ihr Vater Hassan Fayas Gyndy.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der im Irak geborene Mann mit der Lebensführung seiner Tochter nicht einverstanden gewesen sein. Nach der Tat flüchtete er ins Ausland und wird bis heute gesucht.
Nach der Ausstrahlung von „Aktenzeichen XY“ gingen zahlreiche Hinweise zum möglichen Aufenthaltsort des Gesuchten ein. Nach Angaben des LKA Bayern wurden inzwischen das Bundeskriminalamt sowie Behörden im Ausland eingeschaltet.
Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, hat die Polizei eine Belohnung von 5.000 Euro ausgelobt.
Weitere Ermittlungen laufen
Die Ermittler werten die eingegangenen Hinweise nun aus. Ob daraus konkrete Fahndungserfolge oder neue Ermittlungsansätze entstehen, ist derzeit noch offen. Die Polizei hofft jedoch, dass die große Aufmerksamkeit rund um „Aktenzeichen XY... ungelöst“ weitere Zeugen dazu bewegt, sich zu melden.
