MrBeast eröffnet Freizeitpark in Saudi-Arabien
: Fans reagieren mit Shitstorm auf „Beast Land“

Der YouTube-Star MrBeast eröffnet mit „Beast Land“ seinen ersten Freizeitpark – doch der Standort in Saudi-Arabien sorgt schon vor der Eröffnung für heftige Kritik und einen Shitstorm im Netz.
Von
Judith Müller
Riad (Saudi-Arabien)
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Youtuber Jimmy Donaldson alias MrBeast eröffnet einen Freizeitpark. Beast Land befindet sich allerdings in Saudi Arabien.

Youtuber Jimmy Donaldson alias MrBeast eröffnet einen Freizeitpark. „Beast Land“ befindet sich allerdings in Saudi-Arabien.

dpa/ZUMA Press Wire, Nina Prommer

Der erfolgreichste YouTuber der Welt geht offline: MrBeast (Jimmy Donaldson) eröffnet seinen ersten Freizeitpark – und das ausgerechnet in Saudi-Arabien. Das Projekt trägt den Namen „Beast Land“ und startet offiziell am 13. November in der Hauptstadt Riad.

Doch während Fans über das spektakuläre Konzept staunen, sorgt der Standort für einen Shitstorm in den sozialen Medien.

Vom YouTube-Video zur realen Erlebniswelt

Mit über 450 Millionen Abonnenten ist MrBeast der König von YouTube. Bekannt wurde er durch aufwendige Challenges, Millionengewinne und Charity-Aktionen. Nun will er diese virtuelle Welt in die Realität bringen.

In „Beast Land“ werden Besucher selbst zu Mitspielern: Sie können an Spielen teilnehmen, Punkte sammeln und Preise gewinnen – ganz wie in seinen Online-Wettkämpfen. Neben Shows, Musik und spektakulären Attraktionen soll der Park die Energie seiner Videos in ein reales Erlebnis verwandeln.

MrBeast selbst beschreibt das Projekt als „einen Freizeitpark, der sich anfühlt wie eines meiner Videos“.

Kooperation mit der Riyadh Season

„Beast Land“ entsteht als Teil der Riyadh Season, dem größten Unterhaltungsevent Saudi-Arabiens. Das staatlich finanzierte Festival verwandelt jedes Jahr die Hauptstadt in ein riesiges Entertainment-Zentrum mit Konzerten, Ausstellungen und Erlebnisparks.

MrBeast erklärt seine Standortwahl so: „Ein großer Teil meiner Fans lebt außerhalb der USA.“ Zudem kooperiert er offiziell mit der saudischen Regierungsbehörde, die die Riyadh Season organisiert.

Das Ziel: Saudi-Arabien als modernes Reiseziel zu präsentieren – ein Vorhaben, das Teil der nationalen Vision 2030 ist.

Kritik und Shitstorm wegen Saudi-Arabien

Doch die Reaktionen auf Social Media zeigen, dass das Projekt polarisiert. Unter der offiziellen Ankündigung auf X (Twitter) und Instagram hagelt es Kritik:

„Alles für Menschenrechte, aber dann an Saudi-Arabien verkaufen?“

„Wird der Park von Sklaven gebaut?“

„MrBeast: behauptet, seinen Ruhm und sein Geld zu nutzen, um armen Menschen zu helfen.
Auch MrBeast: arbeitet mit der saudischen Regierung zusammen, die berüchtigt dafür ist, grundlegende Menschenwürde zu missachten.“

Kritiker werfen MrBeast vor, mit dem Projekt zur Imagepflege eines autoritären Staates beizutragen. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch warnen regelmäßig davor, dass große Kultur- und Sportveranstaltungen in Saudi-Arabien dazu dienen, von Menschenrechtsverletzungen im Land abzulenken.

Zwischen Innovation und Imageproblem

Während MrBeast die Grenzen zwischen Online-Entertainment und Realität verschiebt, bleibt die Frage: Wie viel Verantwortung trägt ein globaler Influencer für den Ort seiner Kooperationen?

Eines steht fest – mit „Beast Land“ betritt MrBeast Neuland. Doch statt nur Begeisterung löst der Freizeitpark schon vor der Eröffnung eine intensive Debatte über Ethik, Geld und Einfluss aus.