Mpox Virus
: Welche Symptome treten bei einer Erkrankung auf?

In Afrika breitet sich eine neue, gefährlichere Variante des Mpox-Virus aus. Auch in Deutschland gibt es bestätigte Fälle. Wie äußert sich eine Infektion mit dem Virus?
Von
David Hahn
Berlin
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Affenpockenvirus: ARCHIV - 26.07.2022, USA, Fort Detrick: Eine kolorierte transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme von Partikeln des Affenpockenvirus (Gold), kultiviert und gereinigt aus einer Zellkultur, aufgenommen in der NIAID Integrated Research Facility, veröffentlicht am 26. Juli 2022, in Fort Detrick, Maryland. Die WHO hat wegen Mpox-Ausbrüchen in zahlreichen Ländern 2022 eine internationale Notlage ausgerufen.  (zu dpa: «Weitere Fälle neuer Mpox-Variante in Deutschland») Foto: Niaid/Niaid/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Affenpockenvirus: Eine kolorierte transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme von Partikeln des Affenpockenvirus (Gold), kultiviert und gereinigt aus einer Zellkultur, aufgenommen in der NIAID Integrated Research Facility, veröffentlicht am 26. Juli 2022, in Fort Detrick, Maryland.

Niaid/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa
  • Neue, gefährlichere Variante des Mpox-Virus breitet sich in Afrika aus; bestätigte Fälle in Deutschland.
  • Mpox erstmals 1970 in der Demokratischen Republik Kongo nachgewiesen; Übertragung von Tieren zu Menschen.
  • Symptome: Hautausschlag, Fieber; Übertragung hauptsächlich durch engen Hautkontakt.
  • Impfung gegen Mpox verfügbar; Vermeidung von Hautkontakt als Schutzmaßnahme empfohlen.
  • RKI empfiehlt Vorsichtsmaßnahmen; Sterblichkeit in der DRC bei etwa 3%.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bereits im August wegen der zunehmenden Mpox-Verbreitung in Afrika eine „Gesundheitliche Notlage internationaler Reichweite“ ausgerufen. Auch in Deutschland gibt es bereits bestätigte Fälle. Doch was ist Mpox eigentlich genau und wie äußert sich eine Ansteckung?

Affenpocken: Was ist Mpox?

Mpox wurde 1970 in der heutigen Demokratischen Republik Kongo (DRC) erstmals bei Menschen festgestellt. Bei dem Virus handelt es sich um eine von infizierten Tieren auf den Menschen übertragbare Virus-Erkrankung (Zoonose). Die WHO hatte die jahrelang als Affenpocken bekannte Krankheit zur Vorbeugung von Stigmatisierungen vor gut einem Jahr umbenannt. Laut RKI ist das Virus verwandt mit den klassischen Pockenviren (Variola-Virus) und den ebenfalls als Zoonose bekannten Kuhpockenviren.

Mpox: Fälle in Deutschland

Das Mpox-Virus weist zwei Varianten auf, Klade I und II. Das internationale Mpox-Geschehen seit Mai 2022 geht auf Klade IIb zurück. 2023 wurde im Osten von DRC eine neue Klade Ib entdeckt. In Deutschland ist die neue Variante des Mpox-Virus auch schon nachgewiesen worden. Die Person habe sich im Ausland mit der sogenannten Klade Ib infiziert, teilte das Robert Koch-Institut mit. Zuletzt sorgte auch eine wegen Mpox geschlossene Schule in Nordrhein-Westfalen für Schlagzeilen. Bei zwei Schulkindern wurde eine Infektion mit der Klade 1b nachgewiesen.

Symptome: Wie zeigt sich eine Erkrankung mit Mpox?

Die aktuelle Virusvariante Klade Ib führt zu Hautausschlag am ganzen Körper, während die bisherigen Varianten nur einzelne Körperstellen wie den Mund, das Gesicht oder die Genitalien betrafen. Neben Pusteln gehört auch Fieber zu den typischen Symptomen der Krankheit. Weitere Informationen zu den Symptomen der Mpox gibt es hier.

In der Demokratischen Republik Kongo zählte die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union Anfang August 14.479 bestätigte und Verdachtsfälle, 455 Tote und damit eine Sterblichkeit von rund drei Prozent. Bei den aktuellen Klade-I-Geschehen ist der Anteil tödlich verlaufender unter den erfassten Fällen im Vergleich zum internationalen Ausbruchsgeschehen mit Klade IIb höher.

Übertragung: Wie steckt man sich mit Mpox an?

Laut RKI unterscheiden sich die Diagnostik, Behandlung und auch die Indikation zur Impfung zwischen Klade I und II bislang nicht. Mpox-Viren waren ursprünglich vor allem bei Nagetieren in West- und Zentralafrika verbreitet. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind bei engem Kontakt ebenfalls möglich.

Das RKI hat folgende Übertragungswege aufgelistet:

  • Enger Haut-zu-Haut-Kontakt beim Sex oder bei engem Umarmen, Massieren und Küssen mit einer Person mit Mpox, insbesondere mit Ausschlag, Wunden oder Schorf einer Person mit Mpox
  • Kontakt mit Objekten, die beim Sex benutzt wurden (Sexspielzeug, etc.)
  • Kontakt mit Stoffen (z. B. Kleidung, Bettwäsche oder Handtücher) sowie Oberflächen, die von einer infizierten Person benutzt oder berührt wurden
  • Ggf. Tröpfchen-Übertragung in der unmittelbaren Nähe der erkrankten Person

Mpox kann laut RKI von Beginn der Symptome an übertragen werden – aktuell wird die Übertragung durch engen Haut-zu-Haut-Kontakt als hauptsächlicher Übertragungsweg beobachtet.

Erst nachdem alle Wunden, einschließlich des Schorfs, abgeheilt sind und sich eine neue Hautschicht gebildet hat, ist man nicht mehr ansteckend. Dies kann mehrere Wochen lang dauern.

Weitere Informationen gibt es hier.

Behandlung: Welche Mittel gibt es gegen Mpox?

Aufgrund des meist selbstlimitierenden Verlaufs ist die Therapie von Mpox in erster Linie symptomatisch. Im Vordergrund stehen Schmerzlinderung und ggf. topische Anwendung von Zink-Schüttelmixturen zur Versorgung der Hautläsionen. Weitere Informationen gibt es hier.

Der Impfstoff von Bavarian Nordic (Imvanex / Jynneos) gegen Affenpocken.

picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Gibt es eine Impfung gegen Mpox?

Ja, laut RKI ist in der EU seit 2013 ein Pocken-Impfstoff für Menschen ab 18 Jahren zugelassen (Imvanex). Dieser Impfstoff hat demnach im Juli 2022 auch die Indikationserweiterung zum Schutz vor Mpox durch die EU erhalten. Weitere, umfassende Informationen zur Impfung gegen Mpox, darunter die Impfempfehlung der STIKO gibt es auf der Website des RKI.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung mit Mpox schützen?

Um das Risiko, an Mpox zu erkranken, zu senken, sollten Hautkontakte minimiert und besonders keine Ausschläge und Wunden berührt werden. Bei sexuellen Kontakten ist die Wahrscheinlichkeit der Übertragung deutlich erhöht. Die Reduzierung der Zahl der Sexualpartner sowie das Tragen von Kondomen können das Infektionsrisiko verringern. Weitere, umfangreichere Tipps gibt es auf der Website des RKI.

Quellen:

rki.de: Mpox/Affenpocken Ratgeber

rki.de: Mpox/Affenpocken Flyer

rki.de: Mpox in Deutschland

rki.de: Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Mpox