Schwerverbrecher auf Flucht
: Noch immer keine Spur: Verurteilter Mörder weiter auf der Flucht

Die Polizei sucht seit Montag einen geflüchteten Mörder. Bei einer Ausführung unter Aufsicht konnte er entkommen. Er ist immer noch flüchtig.
Von
Uwe Keuerleber,
Sven Kaufmann
Germersheim
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Das Polizeipräsidium Rheinpfalz fahndet mit einem Großaufgebot von Polizeikräften nach dem 43-jährigen Aleksandr Perepelenko, auch per Hubschrauber.

LKA

Trotz großer Fahndung ist ein in Baden–Württemberg verurteilter Mörder weiter auf der Flucht. Es gebe keine Neuigkeiten, sagte ein Sprecher der Polizei Pforzheim am Samstagvormittag. Nähere Angaben zur Fahndung und zu Hinweisen aus der Bevölkerung wollte er nicht machen.

Aleksandr Perepelenko, der am Montag, 30. Oktober, bei einer geplanten Ausführung bei Germersheim trotz Begleitung von zwei Justizbediensteten der JVA im Bereich eines Baggersees in einen Wald flüchten konnte. Der Häftling hätte seine Frau sowie seine zwei Kinder treffen sollen, teilte ein Sprecher der Polizei in Pforzheim der Deutschen Presseagentur (dpa) mit.

Gesuchter Straftäter: Lebenslänglich wegen Mord

Die Flucht des verurteilten Mörders Aleksandr Perepelenko sorgt im ganzen Südwesten für Aufsehen. Wie er hatte am Montag entkommen können, müsse noch geklärt werden, hieß es. Während der Flucht hatte der Mann seine elektronische Fußfessel entfernt, teilten die Ermittler mit.

Bei dem Mann handele es sich um einen wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilten 43–Jährigen, der nach Angaben von „Bild“ bereits zwischen 2003 und 2008 wegen Totschlags in einem Gefängnis gesessen haben soll, bevor er jetzt aus der lebenslangen Haft in der JVA Bruchsal floh.

Es werde mit einem Großaufgebot von Polizeikräften nach ihm gefahndet. Dabei seien auch ein Polizeihubschrauber sowie Kräfte der Diensthundestaffel im Einsatz, berichteten die Ermittler.

Fahndung mit Beschreibung des Geflüchteten

Wer Hinweise zu dem Mann geben kann, wird gebeten, nicht selbst aktiv zu werden, sondern sich über den Notruf 110 bei der Polizei zu melden oder telefonisch mit dem Kriminaldauerdienst in Pforzheim, 07231 186—4444, Kontakt aufzunehmen.

Die Polizei gab neben Fotos auch eine Beschreibung des Gesuchten heraus, er wird wie folgt beschrieben:

  • 1,85 m groß
  • kräftige/sportliche Statur
  • Glatze
  • Schwarzes T–Shirt
  • Blaue Jeans
  • Grau/rote Sportschuhe

Täter hatte sein Opfer mit Gurt erwürgt — Frau mitangeklagt

Der Gefangene aus Pforzheim war am 7. Mai 2012 vom Landgericht Karlsruhe unter anderem wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Für das Gericht stand fest, dass der damals 32–Jährige sein Opfer aus Pforzheim am 7. Januar 2011 nach Gotha gelockt, gefesselt und geschlagen hat. Danach fuhren er und eine mitangeklagte, damals 30 Jahre alte Frau mit dem verletzten Mann (44) in die Südpfalz. Der jetzt Geflohene erwürgte ihn laut Urteil dort mit einem Gurt. Mit der Leiche fuhren die beiden anschließend ins Elsass und versteckten sie bei Lauterbourg nahe Karlsruhe in einem Gebüsch.

Die Mitangeklagte aus Gotha erhielt wegen schwerer Körperverletzung, Erpressung und Raub eine Freiheitsstrafe von neun Jahren.

Immer wieder Straftäter auf der Flucht

Fälle, in denen Straftäter beim Ausgang flüchten, gibt es immer wieder. Anfang des Jahres sorgte eine ganze Reihe von entflohenen Straftätern in Ravensburg für Aufsehen: