Messerattacke in Brokstedt: Urteil steht fest – So lange muss Ibrhaim A. ins Gefängnis

Der Angeklagte Ibrahim A. (M) wird in Handschellen in den Gerichtssaal im China Logistic Center gebracht.
Marcus Brandt/Pool dpa/dpaIm Prozess um die tödliche Messerattacke im schleswig–holsteinischen Brokstedt hat das Landgericht Itzehoe nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur ein Urteil gefällt. Wie lange muss der Angeklagte Ibrahim A. für seine Tat ins Gefängnis?
Messerattacke in Regionalzug: Tathergang
Am Nachmittag des 25. Januar 2023 zog Ibrahim A. in einem Regionalzug auf der Strecke von Kiel nach Hamburg ein Küchenmesser und griff unvermittelt Mitreisende an. Dabei kamen eine 17-Jährige und ihr 19 Jahre alter Freund ums Leben, während vier weitere Fahrgäste schwer verletzt wurden. Die weiteren Fahrgäste konnten den Täter schließlich überwältigen. Die Tat löste weit über die Grenzen von Schleswig-Holstein hinaus Entsetzen aus.
Staatsanwaltschaft: Tat aus Frust
Kurz vor dem Angriff saß Ibrahim A. in Hamburg aufgrund einer anderen Straftat in Untersuchungshaft. Der Mann aus dem Gazastreifen, der eine Duldung hatte, weil ihm in seiner Heimat ernsthafter Schaden drohen könnte, war auf dem Weg zu einem Termin bei der Ausländerbehörde in Kiel. Laut Staatsanwaltschaft handelte er aus Frust. Mehr Infos zum Hintergrund der Tat gibt es hier beim NDR und in der ARD-Mediathek.
Angeklagter Ibrahim A. psychisch erkrankt
Bei der Frage der Schuldfähigkeit folgte die Große Strafkammer damit dem Gutachten des Psychiaters Arno Deister. Der Professor hatte psychotische Symptome und eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bei dem Angeklagten diagnostiziert, aber keine Psychose. „Ich sehe keine Beeinträchtigung der Einsichtsfähigkeit“, hatte er gesagt. Auch liege keine Aufhebung der Steuerungsfähigkeit vor.
Urteil: So lange muss Ibrahim A. ins Gefängnis
Die Staatsanwaltschaft warf dem Palästinenser Ibrahim A. vor, am 25. Januar 2023 in einem Zug von Kiel nach Hamburg bei Brokstedt Fahrgäste mit einem Messer angegriffen zu haben. Zwei Menschen starben, vier weitere erlitten erhebliche Verletzungen. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der 34–Jährige im Januar 2023 in einem Regionalzug zwei Menschen erstochen und vier schwer verletzt hat.
Das Gericht folgte mit seinem Urteil der Strafforderung von Staatsanwältin Janina Seyfert. Verteidiger Björn Seelbach hatte dagegen für die Unterbringung seines Mandanten in der forensischen Psychiatrie plädiert. Für den Fall, dass die Strafkammer keine eingeschränkte Schuldfähigkeit oder Schuldunfähigkeit sehe, hatte er eine Verurteilung zu zehn Jahren wegen Totschlags und schwerer oder gefährlicher Körperverletzung gefordert. Wegen Mordes und versuchten Mordes wurde der Angeklagte Ibrahim A. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
