Messerangriff an Schule in Frankreich
: Lehrer getötet, zwei Verletzte – Terrorermittlung läuft

In einer Schule in Nordfrankreich ist es zu einem Angriff gekommen – ein Mensch wurde getötet, es gibt zwei Schwerverletzte. Alle Infos im Überblick.
Von
Philipp Staedele
Paris
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Frankreich, Arras: Beamte der Bereitschaftspolizei patrouillieren in der Gegend eines Gymnasiums, nachdem ein Messerangreifer einen Menschen getötet und mehrere verletzt hat.

Michel Spingler/ap/dpa

Ein mit einem Messer bewaffneter Angreifer hat in einer Schule im nordfranzösischen Arras einen Lehrer getötet. Bei dem Angriff wurden auch ein weiterer Lehrer und eine Aufsichtsperson schwer verletzt, wie aus Informationen der Polizei am Donnerstag hervorgeht. Glücklicherweise soll es keine Verletzungen bei den Schülerinnen oder Schülern gegeben haben. Der Täter habe „Allah ist groß“ geschrien.

Angreifer festgenommen, Täter war ehemaliger Schüler

Er soll 20 Jahre alt sein und aus Tschetschenien stammen, hieß es in Polizeikreisen. Er sei in der nationalen Gefährderkartei registriert gewesen. Nach Informationen der Lokalzeitung „La Voix du Nord“ handelt es sich um einen ehemaligen Schüler der Schule.

Sowohl der Täter als auch dessen 17 Jahre alter Bruder wurden nach Polizeiangaben festgenommen.

Am Nachmittag hielten die Schülerinnen und Schüler und das Lehrpersonal sich noch im Schulgebäude auf, das von der Polizei gesperrt worden war.

Französische Polizeibeamte des forensischen Dienstes stehen vor dem Gambetta-Gymnasium. Ein Messerangreifer hat in einem Gymnasium im nordfranzösischen Arras mindestens einen Menschen getötet und mehrere verletzt.

Denis Charlet/afp/dpa

Täter geht mit Messer auf Menschen los

„Er hat das Personal in der Kantine angegriffen. Ich wollte dazwischen gehen, da hat er sich gegen mich gerichtet und wollte wissen, ob ich Geschichts- und Erdkundelehrer sei“, berichtete der Lehrer Martin Dousseau, der Philosophie unterrichtet. „Wir haben uns verbarrikadiert, dann ist die Polizei gekommen“, sagte er.

Auf Videos, die in Onlinediensten verbreitet wurden, ist ein junger Mann mit einer Waffe in der Hand zu sehen, der auf dem Schulhof mit mehreren anderen Erwachsenen kämpft. Die Polizei rief dazu auf, aus Respekt vor den Angehörigen keine Bilder von der Tat zu verbreiten.

Bei dem Opfer handelt es sich um einen Französischlehrer um die 50. Er soll versucht haben, den Angreifer aufzuhalten, berichtet die Zeitung „La Voix du Nord“. Ein Pausenaufseher wurde lebensgefährlich verletzt.

Was war der Grund für die Tat?

Die Anti-Terrorstaatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes und Mordversuchs im Zusammenhang mit Terrorismus. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Sie wecken in Frankreich Erinnerungen an die Ermordung des Lehrers Samuel Paty, der fast auf den Tag genau vor drei Jahren, am 16. Oktober 2020, Opfer eines dschihadistisch motivierten Anschlags geworden war. Der Täter hatte ebenfalls tschetschenische Wurzeln.

Macron begibt sich nach Arras

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wolle sich nach Arras begeben, teilte der Elysée mit. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wolle sich am Nachmittag nach Arras begeben, wie der Elysée mitteilte. Auch Innenminister Gérald Darmanin und Bildungsminister Gabriel Attal werden in Arras erwartet. Attal forderte, die Sicherheit von Schulen zu verstärken.

Premierministerin Elisabeth Borne sagte einen Besuch in Orléans ab und kehrte nach Paris zurück. Die französische Nationalversammlung unterbrach wegen des Messerangriffs ihre Sitzung.

(mit Material von afp)