Sparprogramm belastet
: Mercedes-Aktie um 5 % gefallen

Die Mercedes-Benz-Aktie zeigt sich am Donnerstag deutlich schwächer. Im Fokus stehen aktuelle Unternehmenszahlen und der Blick nach vorn.
Von
Matthias Kemter
Berlin
Jetzt in der App anhören
Mercedes-Benz-Group AG - Jahreszahlen 2025

Die Mercedes-Aktie steht am Donnerstagvormittag im Mittelpunkt und notiert deutlich tiefer. Anleger beobachten Kurs, Handelsaktivität und aktuelle Unternehmensmeldungen genau.

Bernd Weißbrod/dpa

Am Donnerstagmorgen  notiert die Mercedes-Benz-Aktie (ehem. Daimler Aktie) vorbörslich bei 55,19 Euro und damit rund 5 Prozent im Minus. Der Kursrückgang ist die Resonanz auf schwache Geschäftszahlen und Aussagen zum weiteren Geschäftsverlauf.

Gewinneinbruch belastet die Stimmung

Mercedes-Benz hat für das vergangene Jahr einen deutlichen Rückgang bei Ergebniskennzahlen gemeldet. Um Sondereffekte bereinigt sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Gleichzeitig ging der Gesamtumsatz um 9,2 Prozent auf 132,2 Milliarden Euro zurück, während das Konzernergebnis um fast die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro fiel.

Mehrere Faktoren spielten dabei eine Rolle: Neben schwächeren Geschäften in China wurden auch US-Zölle und ein schwächerer Dollar als Belastungen genannt. Zusätzlich wirkten Einmalkosten im Zusammenhang mit einem Sparprogramm und Stellenabbau auf das Ergebnis.

Margendruck im Pkw-Geschäft

Besonders genau schauen Anleger auf die Kernspartenentwicklung. In der wichtigsten Sparte, dem Pkw-Geschäft, sank die bereinigte operative Marge um 3,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Damit bleibt die Profitabilität unter Druck, auch wenn die Marge leicht über den zuvor genannten Analystenerwartungen lag.

Auch die Absatzentwicklung unterstreicht das anspruchsvolle Umfeld. Mercedes verkaufte im vergangenen Jahr 1,8 Millionen Fahrzeuge und damit 9,2 Prozent weniger Pkw als im Vorjahr.

Dividende sinkt

Für viele Investoren ist Mercedes-Benz auch eine Dividendenaktie. Umso stärker wird registriert, dass die Dividende von 4,30 Euro auf 3,50 Euro sinken soll. In Kombination mit dem Gewinnrückgang ist das ein Signal, das am Markt häufig zu spürbaren Kursreaktionen führt.

Vorsichtiger Ausblick für 2026

Für das laufende Jahr bleibt der Ausblick in der Pkw-Sparte zurückhaltend: Die um Sondereffekte bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern soll zwischen 3 und 5 Prozent liegen und damit im besten Fall das Vorjahresniveau erreichen. Umsatz und Pkw-Absatz werden in etwa auf dem Niveau von 2025 erwartet.

Gleichzeitig stellte Mercedes in Aussicht, dass das Ergebnis vor Zinsen und Steuern insgesamt „deutlich ansteigen“ dürfte. Begründet wurde das mit ersten Kosteneinsparungen aus dem Stellenabbauprogramm sowie damit, dass sich hohe Einmalkosten nicht in der Größenordnung des Vorjahres wiederholen sollten. Allerdings soll der freie Mittelzufluss im Industriegeschäft nach dem Rückgang von 9,2 auf 5,4 Milliarden Euro noch einmal leicht fallen, auch wegen Auszahlungen für Aufhebungsverträge.