Maut in Tirol: Fernpass bei Reutte bald nicht mehr kostenlos?

Kommt eine Maut auf dem Fernpass in Tirol?
Karl-Josef Hildenbrand/dpaZahlreiche Urlauberinnen und Urlauber - nicht nur aus Deutschland - nutzen das ganze Jahr über den Fernpass in Österreich. Vor allem in Richtung Italien ist die Strecke sehr beliebt – auch weil sie kostenlos ist. Doch das Bundesland Tirol plant, eine Maut auf der viel befahrenen Route, denn es rechnet in den kommenden 15 Jahren mit Investitionen in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro an der Strecke. Zur Finanzierung eines Teils davon soll möglichst ab dem Jahr 2028 eine Maut erhoben werden.
Fernpass eine der höchst belasteten Verbindungen in Tirol
Die Strecke im Raum Reutte sei vor allem für Reisende in Richtung Innsbruck und weiter nach Italien wichtig, betont der ADAC in München. Nach Angaben der Landesregierung in Innsbruck nutzen bis zu 30.000 Fahrzeuge täglich den Pass. Damit sei die Route „eine der höchst belasteten Straßenverbindungen in Tirol“. Geplant hat die Regierung ein ganzes Paket an Ausbaumaßnahmen, darunter auch einen neuen Fernpasstunnel.
Kritik kommt vor allem aus Bayern. Die Oberallgäuer Landrätin Indra Bayer-Müller (Freie Wähler) kritisierte, dass die Planung in Tirol ohne Absprache und Einbindung des Freistaats und den angrenzenden bayerischen Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Ostallgäu und Oberallgäu stattgefunden habe. Zudem seien der Eingriff in die Natur sowie die Höhe der Maut von geplant 14 Euro für solch einen kurzen Streckenabschnitt sehr hoch.
Gespräche zwischen Bayern und Tirol
Zwischen der bayerischen Staatsregierung und der Tiroler Landesregierung gab es bereits Gespräche über das Thema. Auch Bayerns Europaminister Eric Beißwenger (CSU) ging in einen Dialog und besprach die Mautpläne mit dem Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle. Beißwenger kritisierte, dass Tirol mit den Fernpass-Maßnahmen „vorgeprescht“ sei. „Ich habe großes Verständnis für die Verkehrsprobleme in Österreich, aber diese dürfen nicht zulasten Bayerns gehen“, sagte er.
Beide Länder vereinbarten nun, dass man sich über die Verkehrsentwicklung an der Grenze künftig gemeinsam laufend austauschen werde. Es sei ihm „ein offener und transparenter Austausch mit Bayern wichtig, weil sich die Maßnahmen selbstverständlich auch über die Grenzen hinaus auswirken“, sagte Tirols Mobilitätslandesrat Zumtobel.
Fernpass ist einer der meistbefahrenen Alpenpässe
Der Fernpass liegt zwischen den Lechtaler Alpen im Westen und dem Mieminger Gebirge im Osten. Die Passhöhe, die sich Wikipedia zufolge nur etwas südwestlich von Ehrwald befindet, liegt zwischen dem Grubigstein (2.233 m) im Nord-Nordwesten, dem Wannig (2.493 m) im Südosten und dem Loreakopf (2.471 m) im Westen.
Über den Fernpass verläuft die viel befahrene Fernpassstraße (B179), die Reutte durch den Lermoostunnel mit Nassereith und Tarrenz beziehungsweise Imst verbindet. Über die an diese anschließenden Ehrwalder Straße (B187) und Mieminger Straße (B189) sind auch Garmisch-Partenkirchen (Deutschland), Mieming und Telfs miteinander verbunden. Durch den Fernpass sind dem Portal zufolge somit auch Lech- mit Inntal bzw. Loisach- mit Gurgltal verbunden.
Daher zählt er zu den meistbefahrenen Alpenpässen der Ostalpen. Die maximale Steigung beträgt 8 %, der von Reutte zur Passhöhe zu überwindende Höhenunterschied 359 m, hinab nach Telfs sind dies 579 m.


