Maria Riva ist tot: Marlene Dietrichs Tochter stirbt mit 100 Jahren

Die Tochter der Schauspielerin Marlene Dietrich, Maria Riva, ist im Alter von 100 Jahren verstorben.
picture-alliance/ dpa/dpaweb, Soeren StacheSie war die einzige, die Marlene Dietrich wirklich kannte – und die einzige, die wagte, über sie zu schreiben, wie niemand sonst. Maria Riva, die Tochter der legendären Schauspielerin Marlene Dietrich, ist im Alter von 100 Jahren in ihrer Wahlheimat New Mexico (USA) gestorben.
Rivas Tod wurde auf Facebook vom Sohn ihrer langjährigen Freundin, Broadway-Star Eileen Heckart (†82), bekannt gegeben: „Ich habe gerade vom Tod meiner lieben Maria Riva erfahren, kurz vor ihrem 101. Geburtstag. Maria war unglaublich – eine wunderbare Schauspielerin, eine brillante Autorin und die Tochter von Marlene Dietrich – neben vielen anderen Dingen.“
Am 13. Dezember wäre Maria Riva 101 Jahre alt geworden. Geboren wurde sie 1924 in Berlin, als Tochter von Marlene Dietrich und Rudolf Sieber (†79) – noch bevor Dietrich mit Filmen wie „Der blaue Engel“ zur Ikone der Leinwand und der Sinnlichkeit wurde.

Die deutsch-amerikanische Filmschauspielerin und Diseuse Marlene Dietrich mit ihrer Tochter Maria aus der Ehe mit Rudolf Sieber. (Aufnahme von 1931).
dpa, UPIEin Leben zwischen Glanz und Grauen
Das Leben von Maria Riva war ein Jahrhundertleben zwischen Ruhm und Einsamkeit, rotem Teppich und eiskaltem Schweigen. Schon als Kind stand sie im Rampenlicht – und zugleich im Schatten ihrer übergroßen Mutter.
„Meine Mutter war wie ein Gott – und ich war ihr Diener“, schrieb Riva in ihrem Bestseller „Marlene Dietrich“ (1992).
Die Schauspielerin schilderte in dem Buch ein bewegendes, aber auch schmerzhaft ehrliches Bild ihrer Mutter. Marlene, die ihr Kind nie zur Schule schickte. Marlene, die sie als Teenager einem älteren Mann überließ. Marlene, die sie zu ihrer persönlichen Assistentin machte – ein Leben lang.
Und dennoch liebte Maria ihre Mutter bedingungslos: „Sie war Gottes Geschenk an Männer und Frauen. Man konnte sie nicht mit menschlichen Maßstäben messen.“
Gegenüber BILD sagte Riva einmal: „Ich höre ihre Stimme. Und ich höre ihren Humor heraus, wenn ich mit meinen Söhnen spreche. Manchmal schleicht sich auch ihr Galgenhumor ein. Es sind zu viele Erinnerungen, um alle aufzuzählen. Aber schon bald werde ich meine Mutter selbst fragen können.“
Eine Frau zwischen Pflicht und Liebe
In den 1950er-Jahren startete Maria Riva selbst eine erfolgreiche Karriere als Schauspielerin in den USA. Sie war zweimal für den Emmy nominiert und galt als aufstrebender Star im Fernsehen. Doch sie gab ihre Karriere auf – für Marlene. Wenn die Mutter auf Welttournee ging, stand Maria hinter der Bühne: reichte Kostüme, tröstete, organisierte.
„Ich habe ihr Leben geführt, nicht meins“, sagte sie einmal bitter. Zu ihrem 100. Geburtstag sagte Riva in einem Interview: „Ich habe gelernt, dass Liebe auch Pflicht sein kann. Ich war ihre Tochter, aber manchmal auch ihre Mutter.“
Das Vermächtnis von Maria Riva
Nach dem Tod ihrer Mutter 1992 hielt Maria Riva Wort – und veröffentlichte das Buch, das Marlene ihr selbst ans Herz gelegt hatte: „Marlene Dietrich“.
Es wurde kein Skandalbuch, sondern eine schonungslose Liebeserklärung. Eine Geschichte über eine Frau, die zwischen Genie und Wahnsinn lebte – und über eine Tochter, die das alles aushielt.
Mit dem Tod von Maria Riva endet das letzte Kapitel einer einzigartigen Mutter-Tochter-Geschichte – zwischen Hollywood und Berlin, Ruhm und Opferbereitschaft.

