Mali: Influencerin Mariam Cissé öffentlich hingerichtet

Die Influencerin Mariam Cissé ist Medienberichten zufolge am 7. November 2025 hingerichtet worden.
Screenshot TikTok @kisaitigiMariam Cissé, eine 20-jährige Influencerin aus Tonka, im Norden Malis, wurde Berichten zufolge von Kämpfern der Al-Qaida-nahen Gruppe Jama’at Nusrat al-Islam wa al-Muslimeen (JNIM) entführt und hingerichtet. Die junge Frau teilte auf TikTok Momente des Alltags, Musik und Lachen – gleichzeitig sprach sie sich auch gelegentlich für die malische Armee aus. Ihre Videos erreichten fast 100.000 Follower und machten sie zu einer bekannten Stimme in der Region.
Entführung und Hinrichtung
Am 6. November wurde Cissé während eines lokalen Festes von bewaffneten Islamisten abgeführt. Am nächsten Tag führten sie sie zurück zum zentralen Platz von Tonka und erschossen sie vor den Augen der entsetzten Bevölkerung. Laut einem Augenzeugen war die Hinrichtung als Warnung an alle gedacht, die die malische Armee unterstützen.
Sicherheitslage in Tonka
Die Stadt Tonka mit 53.000 Einwohnern verfügt über keine permanenten Sicherheitskräfte. Die nächste Militärbasis liegt 31 Kilometer entfernt in Goundam. Soldaten trafen erst am 8. November ein, nachdem Cissé bereits begraben worden war. Die Region gilt seit 2012 als Krisengebiet, in dem verschiedene bewaffnete Gruppen und Milizen aktiv sind.
JNIM verschärft Kontrolle über Mali
Seit September hat die JNIM ihre Aktivitäten ausgeweitet, blockierte die Hauptstadt Bamako, unterbrach Treibstofflieferungen und zwang die Militärjunta, Schulen und Universitäten vorübergehend zu schließen. Sowohl islamistische Gruppen als auch malische Sicherheitskräfte haben wiederholt Massaker und Gräueltaten an Zivilisten verübt, oft ohne Konsequenzen.
Internationale Rechtslage
Nach internationalem humanitärem Recht, insbesondere Gemeinsamer Artikel 3 der Genfer Konventionen von 1949, sind außergerichtliche Hinrichtungen Kriegsverbrechen. Die brutale Tötung von Mariam Cissé zeigt die humanitären Kosten des Konflikts und die Gefahren, denen Zivilisten in Mali ausgesetzt sind.
Quelle: Human Rights Watch

