Das traditionell chinesische Brettpiel Mahjong wird auch im Rest der Welt gerne gespielt. Die Faszination am Spiel scheint groß zu sein – so groß, dass regelmäßig Europa- und Weltmeisterschaften im Mahjong stattfinden. Es gibt jedoch unterschiedliche Varianten und mittlerweile auch kostenlose Online-Games dazu.
Was sind die Spielregeln? Wo kann man Mahjong gratis spielen? Welche Geschichte steckt hinter dem Spiel? Alle Infos findet ihr hier.

Mahjong: Spielsteine im Überblick

Das Mahjong-Spiel hat, je nach Variante, entweder 136 oder 144 Steine, die in drei Farben eingeteilt werden können. Die Spielsteine werden Ziegel genannt. Eine Übersicht zu den verschiedenen Farbkategorien der Ziegel:

Grundfarben

Auf den Spielsteinen der Grundfarben sind Illustrationen von „Bambus“, „Zahl“ oder „Kreis“ beziehungsweise “Münze“ zu sehen, die der jeweiligen Farbe auch den Namen geben. Die Grundfarbe hat also Ziegel aus drei Kategorien. Jede dieser Kategorien umfasst neun Steine und ist insgesamt vier Mal vorhanden, sodass jeder Spieler ein Set der Grundfarben hat. Insgesamt gibt es 36 Ziegel in der Grundfarbe.

Trumpffarben

Die Trumpffarbe umfasst 28 Ziegel aus zwei Farben – „vier Winde“ und „drei Drachen“. Wie der Name schon sagt, gibt es von den vier Winden vier Ziegel und von den drei Drachen drei.

Hauptfarben

Die Hauptfarben umfassen insgesamt acht Ziegel, wovon vier „Blumen“ genannt werden und die übrigen vier „Jahreszeiten“. Die Spielsteine der Hauptfarbe sind allerdings optional und daher nicht in jedem Spiel zu finden. Auch in unserer Erklärung der in Europa häufigsten Regelvariante, die Hua Bao Rules, fehlen sie.
Früher wurde eine Hälfte der Ziegel aus Elfenbein hergestellt. Heute wird dafür das Material Bein verwendet. Die andere, leere Seite des Ziegels ist traditionell und auch heute noch häufig aus Bambus. Bei günstigeren Varianten des Spiels kann es sein, dass die Steine aus Holz gefertigt sind oder statt der Steine mit Karten gespielt wird.

Mahjong: Figuren des Spiels

Um gewinnen zu können, braucht man vollständige Figuren und ein vollständiges Paar. Hier eine Auflistung zu den verschiedenen Figuren:
  • Paare – hierbei handelt es sich um zwei gleiche Spielsteine.
  • Drillinge (Pong) – diese Figur besteht aus drei identischen Spielsteinen. Besitzt ein Spieler zwei dieser Ziegel und wird ein Dritter von einem anderen Spieler abgeworfen, so kann der Ziegel mit dem Ruf „Pong“ gerufen werden um die Figur zu vervollständigen.
  • Vierlinge (Kong) – vier gleiche Steine. Mit dem ruf „Kong“ kann ein Spieler den abgelegten Ziegel rufen, sollte er ihn für sein Spielbild benötigen. Das geht allerdings nur, wenn er für die selben Ziegel nicht bereits zuvor einen Drilling gemeldet hat. Wird der fehlende Stein von der Mauer gezogen, kann er aber dennoch an einen Pong angereiht werden. Da dieser dann aber offenist, kann ein Spieler den Stein mit dem Ruf „Mah-Jongg“ für sich beanspruchen – das geht aber nur, wenn dieser Ziegel ihm ein vollständiges Spielbild bringt. Ein Vierling sollte gemeldet werden, um einen Ersatzziegel aus der Mauer ziehen zu können.
  • Folgen (Chow) – eine Folge besteht aus drei aufeinanderfolgenden Steinen einer Grundfarbe. Chows aus den trumpffarben sind nicht möglich. Ein abgelegter Stein der zu einer Folge benötigt wird, kann nur von dem Spieler gerufen werden, der zur Rechten des ablegenden Spielers sitzt. Andere Mitspieler könnten den Ziegel nur rufen, wenn es auch gleichzeitig ein „Mah-Jongg“ hätten.
    Eine verdeckte Folge, die nicht öffentlich gemacht werden muss, besteht dann, wenn sie bereits in der Ursprungshand war.

Mahjong: Spielvorbereitung

Mahjong wird grundsätzlich mit vier Spielern gespielt und umfasst vier Runden die eine Partie ergeben. Es beginnt mit dem bestimmen der Sitzordnung. Der älteste Spieler oder der Gastgeber mischt und stapelt die Ziegel der Trumpffarbe „vier Winde“. Dann würfeln die Mitspieler und derjenige mit der höchsten Würfelzahl zieht den obersten Stein. Nachdem alle Spieler ihren Ziegel der „vier Winde“ haben, wird die Sitzordnung umgesetzt. Der Spieler, der den Stein „Ostwind“ besitzt, ist der Spielleiter und bleibt an seinem Platz sitzen. Derjenige der den Stein „Westwind“ hat setzt sich ihm gegenüber. „Südwind“ sitzt zur Rechten und „Nordwind“ zur Linken von „Ostwind“.

Bau der Mauer

Um die Mahjong-Mauer zu bauen werden die Ziegel verdeckt auf den Tisch gelegt und gemischt. Anschließend nimmt jeder Spieler 34 Ziegel und stapelt damit, ebenfalls verdeckt, eine zweistöckige Mauer. Wird mit 144 Ziegeln gespielt, nimmt sich jeder Spieler 36 Ziegel. Hat jeder seinen Teil fertiggestellt, werden die vier Seiten in Form einen Quadrats zusammen gestellt.
Wenn die Mauer steht, wird sie geöffnet. Dafür würfelt der Spielleiter einmal und zählt gegen den Uhrzeigersinn von sich ausgehend die Zahl der Würfelaugen ab. Der Spieler, bei dem er fertig ist, würfelt ebenfalls. Die Augensumme wird dann vom „Ostwind“-Spieler an seiner Mauer von rechts nach links abgezählt und an entsprechender Stelle nimmt man zwei Ziegel heraus und stellt sie rechts neben der entstandenen Lücke auf die Mauer.
Dabei bildet das Ende mit den vier übereinanderliegenden Ziegeln tote Ende und das andere das lebende Ende.

Ziehen der Ziegel

Jetzt beginnt der „Ostwind“-Spieler mit dem Bilden seiner Hand an Ziegeln. Er nimmt vier Ziegel vom lebendigen Ende der Mauer, die anderen Spieler tun es ihm dann gleich. Das Ganze geht dreimal so, bis jeder Spieler zwölf Ziegel hat. Dann wird nochmals je ein Ziegel pro Spieler gezongen bis jeder eine Hand von 13 Ziegeln hat. Der „Ostwind“-Spieler ist hierbei eine Ausnahme – er zieht zu Ende nochmals einen Ziegel und kommt somit auf 14 Ziegel.

Mahjong: Ablauf des Spiels

Nachdem jeder Spieler seine ziegel gezogen hat, beginnt der „Ostwind“-Spieler, wenn er möchte, mit dem Melden einer eventuell bereits entstandenen Figur (Erklärung der Figuren oben). Zum Abschluss des Zuges legt er einen Stein ab und nennt dessen Bezeichnung.
Anschließend folgen die anderen drei Mitspieler: Zunächst wird ein Ziegel gezogen, dann können bereits vorhandene Figuren gemeldet werden und zum Abschluss des Zuges wird ein Ziegel abgelegt.
Abgelegte Ziegel können von anderen Mitspielern gerufen werden um Paare, Drillinge, Vierlinge oder Folgen zu bilden, die ihr Spielbild vervollständigen.

Mahjong: Ziel des Spiels

Das Ziel des Spiels ist es, die Ursprungshand im Laufe des Spiels zu verbessern und möglichst wertvolle Kombinationen von Ziegeln zu formen, indem man Ziegel in die Mitte der Mauer abwirft und aus ihr Ziegel zieht.
Das Spiel ist dann beendet, wenn ein Spieler ein vollständiges Spielbild zustande bringen konnte und „Mah-Jongg“ ruft oder wenn die Mauer nur noch aus sieben Ziegelpaaren besteht.
Ein vollständiges Spielbild besteht aus vier Figuren und einem Paar der oben erklärten Farben der Spielsteine.
Eine Partie besteht aus vier Runden. Wer am Ende der vier Runden am meisten Punkte hat, hat gewonnen.

Mahjong: Punktebewertung

Um eine Partie zu gewinnen, muss man Punkte sammeln. Hier eine Auflistung zu den verschiedenen Punktebewertungen der Figuren und des „Mah-Jongg“-Rufs:

Paare

Punkte:
  • Paar der „drei Drachen“: 2 Punkte
  • Paar der „vier Winde“: 2 Punkte
  • Andere Paare: 0 Punkte

Drillinge (Pong)

Punkte:
  • offener Drilling mit den Nummern 2-8: 2 Punkte
  • offener Drilling mit der Nummer 1 oder 9: 4 Punkte
  • verdeckter Drilling mit den Nummern 2-8: 4 Punkte
  • verdeckter Drilling mit der Nummer 1 oder 9: 8 Punkte

Vierlinge (Kong)

Punkte:
  • offener Vierling mit den Nummern 2-8: 8 Punkte
  • offener Vierling mit der Nummer 1 oder 9: 16 Punkte
  • (halb-)verdeckter Vierling mit den Nummern 2-8: 16 Punkte
  • (halb-)verdeckter Vierling mit der Nummer 1 oder 9: 32 Punkte

Folgen (Chow)

Punkte:
  • Folge: 0 Punkte
Weitere Punkte:
  • Mah-Jongg Ruf: 10 Punkte
  • Drilling oder Vierling des eigenen Windes: Verdopplung der Punkte
  • Drilling oder Vierling der „drei Drachen“: Verdopplung der Punkte
  • Wegnahme eines Kong Steins zum „Mah-Jongg“ Ruf: 10 Punkte

Weitere Punkte für den „Mah-Jongg“ Rufer:

  • unreines Farbenspiel – Spielbild aus Ziegeln der Grundfarben, “drei Drachen“ und „vier Winde“: Verdopplung der Punkte
  • reines Farbenspiel – Spielbild nur aus Ziegeln der Grundfarben: Vervierfachung der Punkte

Mahjong: Wie kam das Spiel in den Westen?

Der US-Amerikaner Joseph Park Babcock entwickelte das Spiel nach einer längeren China-Reise im Jahr 1920. Laut eigener Aussage habe er den Ursprung des von ihm entwickelten Spiels auf seiner Reise entdeckt. Schnell ließ er das Spiel als eigene Marke eintragen und es begann an Popularität zu gewinnen.
Heute wird es hauptsächlich in China und Japan gespielt – in Japan jedoch mit teilweise variierenden Regeln.

Mahjong gratis online spielen

Eine heutzutage beliebte Spielart ist das Online-Spiel des Mahjongs. Online kann es alleine gegen den Computer oder mit anderen Spielern gespielt werden.
Es gibt viele Anbieter, bei denen das Spiel kostenlos genutzt werden kann, wie zum Beispiel RTL, 1001spiele.de oder sueddeutsche.de.