Im „ZDF-Fernsehgarten“ ist es am Sonntag weit weniger harmonisch gewesen als sonst. Der Grund: Ein Auftritt von Komiker Luke Mockridge (30). Auf Mitschnitten der Live-Sendung, die im Internet veröffentlicht wurden, war zu sehen: Der Komiker erzählte Witze über alte Menschen („Sie haben graue Haare, sie sind schrumpelig und sie riechen immer nach Kartoffeln“), machte Furzgeräusche und lief wie ein Affe über die Bühne. Einige Zuschauer quittierten den Auftritt mit Buhrufen.

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Luke Mockridge macht sich zum Affen

Nach wenigen Minuten ging Moderatorin Kiewel (54) dazwischen. „Verzeihung, lieber Luke. Hallo?“ Der Komiker verabschiedete sich daraufhin vom Publikum. Später erklärte Kiewel, sie moderiere die Live-Sendung seit 19 Jahren. „Dass es ein junger Künstler wagt, hier auf meiner Bühne vor meinem Publikum als Affe herumzuspringen, aus welchen Gründen auch immer, halte ich für das mieseste Verhalten, was es unter Künstlern, unter Kollegen geben kann.“ Mockridge solle sich schämen. Das Publikum jubelt.
„Im ZDF-Fernsehgarten sind wir eigentlich für jeden Spaß zu haben“, teilte das ZDF auf Anfrage mit. „Die Witze allerdings, die Luke Mockridge heute von sich gegeben hat, trafen weder unseren Humor, noch den des Publikums. Mehr gibt es leider nicht zu sagen, der Auftritt spricht für sich selbst.“

ZDF-Fernsehgarten: PR-Aktion für neue Show?

In den sozialen Medien gab es zahlreiche Spekulationen, was Mockridge geritten haben könnte. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung am Montag war er mit einem eigenen Kamerateam zum „ZDF-Fernsehgarten“ gekommen. Sollen die Aufnahmen von seiner schrägen Nummer für „Luke! Die Greatnightshow“ benutzt werden, die am 13. September bei Sat.1 startet? Der Sender gab dazu auf Anfrage keine Antwort, teilte aber am Montag vieldeutig mit: „Luke Mockridge ist ein wunderbarer Künstler, der sich zu all seinen Auftritten viele Gedanken macht und gut vorbereitet. Wir freuen uns auf seine neue Show.“
Immerhin, das lässt sich so interpretieren: Wer sich so viele Gedanken macht und sich gut vorbereitet, hat auch mit solchen Provokationen ganz bestimmte Absichten - und die haben vermutlich mit seiner Show zu tun. Luke Mockridge, dessen Vater Bill jahrelang als Erich Schiller in der „Lindenstraße“ mitgespielt hat, ist regelmäßig bei Sat.1 zu sehen, etwa in Formaten wie „Luke! Die Woche und ich“. Aber etwas PR für die neue Show kann sicher nicht schaden. Mockridge selbst hat sich bisher nicht in die Karten schauen lassen. Sein Manager reagierte auch am Montag nicht auf Anfragen.

Luke Mockridge erschien nicht zu den Proben

Ein abgekartetes Spiel mit dem ZDF war das jedenfalls nicht - Andrea Kiewel habe nichts davon gewusst, was Mockridge vor hatte, versichert der ZDF-Sprecher. Abgesprochen gewesen sei „ein Stand-up aus seinem Programm“. Zu den Proben sei Mockridge nicht erschienen.
Konsequenzen - etwa strengere Kontrollen für die geplanten Auftritte von Künstlern - soll es nicht geben. Das ZDF hat bisher keinen Kontakt zu Mockridge aufgenommen, er habe sich seinerseits auch nicht beim Sender gemeldet, sagte der Sprecher.

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