Nackte Hintern statt "Schere-Stein-Papier"
: Live-Portal zwischen Dublin und New York abgeschaltet

Ein weltverbindendes Kunstwerk sollte es sein, doch nach mehreren Vorfällen wurde das Live-Portal zwischen Dublin und New York nun abgeschaltet.
Von
Philipp Staedele
Dublin/New York
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Livestream–Portal zwischen Dublin–New York: 15.05.2024, USA, New York: Touristen sehen auf ihr Spiegelbild statt auf Dublin. Das Live-Video, das Menschen aus NYC und Dublin miteinander verbindet, wurde wegen unangemessenen Verhaltens vorübergehend unterbrochen. Zu den Gründen gehörten blinkende Personen und unangemessene Bilder. Das im Mai 2024 eingeweihte NYC-Portal steht stolz auf der ikonischen Flatiron Plaza und ist im pulsierenden Herzen Manhattans verankert. Als drittes Portal in einem globalen Netzwerk identischer Skulpturen dient es als Leuchtfeuer der Verbindung. An öffentlichen Plätzen aufgestellt, bieten die Portale rund um die Uhr einen ungefilterten Live-Stream, der die Verbindung zwischen Menschen verschiedener Kulturen fördert und Grenzen und Unterschiede überwindet. Foto: Carlos Chiossone/ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Livestream–Portal zwischen Dublin und New York.

Carlos Chiossone/ZUMA Press Wire/dpa

So nah, tatsächlich aber Tausende Kilometer entfernt: Per Livestream verbinden zwei kreisrunde Portale seit kurzem die Städte Dublin und New York. Eigentlich soll das Kunstwerk einen echten Blick in die andere Stadt ermöglichen, doch nach mehreren fragwürdigen Vorfällen sind die Fenster in die andere Welt laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa vorerst wieder abgeschaltet worden.

Nackte Hintern und Brüste: Live-Portal vorerst abgeschaltet

Erst wenn eine Lösung gefunden sei, wie Missbrauch vermieden werden könne, solle die Installation wieder angeschaltet werden, berichtete der irische Sender RTÉ am Mittwoch.

„Jeder sollte an ein siebenjähriges Kind denken, das in New York ist und etwas erleben möchte, das eine Verbindung zu Dublin herstellen und den Menschen dort zuwinken möchte“, hatte der Künstler Benediktas Gylys gesagt. „Auf jeden Fall geht es darum, dass wir Menschen gemeinsam das Kunstwerk schaffen, aber wir müssen sicherstellen, dass es auch familienfreundlich ist.“

Allerdings kam es zu mehreren Vorfällen, die nicht so familienfreundlich waren: Eine Frau in New York zeigte ihre Brüste, in der irischen Hauptstadt präsentierte ein Mann seinen nackten Hintern. Manche Leute hielten ihre Handys in die Kamera, die Pornografie oder das Attentat vom 11. September 2001 zeigten. In Dublin steht das Werk auf einer der Hauptstraßen der Metropole, in New York mitten in Manhattan neben dem berühmten Flatiron-Gebäude.

Portal verbindet Menschen unterschiedlicher Länder

Der Stadtrat von Dublin hatte sich zuvor erfreut gezeigt, dass das Portal seit seiner Einführung vergangene Woche von zahlreichen Menschen genutzt wurde. „Es ist zu einem globalen Phänomen geworden und es ist wichtig festzustellen, dass sich eine überwältigende Mehrheit der Menschen, die mit dem Dublin-Portal interagieren, angemessen verhalten hat.“

Es handelt sich um die zweite Installation dieser Art. Ein erstes Portal verbindet bereits seit rund zweieinhalb Jahren die litauische Hauptstadt Vilnius und das polnische Lublin. Allerdings erhält das neue Kunstwerk in New York und Dublin deutlich mehr Aufmerksamkeit. In den USA leben Millionen Menschen irischer Abstammung.