„Lebensgefährlich!“
: Drei Kindersitze im Test mit teils schweren Mängeln

Der ADAC hat Kindersitze getestet. Zwei Modelle fielen bereits vor Testende durch, ein weiteres kommt nun dazu.
Von
Nicole Züge
Berlin
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Der Sitz von Chipolino reißt bei Crashtest ebenfalls aus der Unterkonstruktion. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

Ein Kindersitz im Crashtest des ADAC. Zwei Modelle haben so schlecht abgeschnitten, dass der ADAC bereits vor der Veröffentlichung der Testergebnisse warnte.

ADAC

Der ADAC und die Verbraucherzentrale haben Kindersitze getestet. Zwei Modelle hatten in Crashtests so schlecht abgeschnitten, dass bereits vor der offiziellen Veröffentlichung der Testergebnisse eine Information an die Öffentlichkeit ging. Nach Abschluss des Tests ist ein drittes Modell durchgefallen, wenn auch aus anderen Gründen.

ADAC Kindersitztest 2025: Überblick

Der ADAC hat seinen zweiten Kindersitztest 2025 veröffentlicht. Geprüft wurden 17 Modelle, darunter sechs Babyschalen und elf Kindersitze. Fünf Produkte erreichten das Urteil „gut“, drei Modelle erhielten die Bewertung „mangelhaft“ und gelten damit als nicht empfehlenswert. Bewertet wurden Crashtests, Bedienung, Ergonomie sowie Schadstoff- und Umwelteigenschaften.

Gute Ergebnisse im ADAC Test

Bei den Babyschalen überzeugte die Joie i-Level Pro, die auch ohne Isofix-Station sichere Leistungen zeigte. In der Kategorie Kleinkindersitze erhielt nur der Besafe Beyond 360 mit der Basisstation Beyond Base eine gute Gesamtbewertung. Unter den Sitzen für ältere Kinder schnitten der Britax Römer Kidfix Pro und der Axkid Up mit „gut“ ab.

Modelle mit gravierenden Mängeln

Drei Produkte versagten im Test: Der Reecle 360 (ZA 10 i-Size) und der Chipolino Olympus i-Size fielen im Crashtest durch, was ein hohes Verletzungsrisiko birgt. Beim Chipolino-Sitz wiesen die Tester zudem gesundheitsgefährdende Schadstoffe nach. Auch der Maxi-Cosi Nomad Plus, ein Reisesitz, wurde mit „mangelhaft“ bewertet.

Neben nur ausreichendem Schutz im Frontalcrash enthielt er extrem hohe Mengen an PFAS, die über den gesetzlichen Grenzwerten lagen. Diese Chemikalien sind umweltschädlich und können sich im Körper anreichern.

  • Laut Chipolino ist der Olympus i-Size bereits ausverkauft - allerdings können bei Händlern noch Restbestände vorhanden sein. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

    Laut Chipolino ist der Olympus i-Size bereits ausverkauft - allerdings können bei Händlern noch Restbestände vorhanden sein.

    ADAC/Ralph Wagner
  • Der Reecle 360 ist unter verschiedenen Namen unter anderem bei Amazon erhältlich. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

    Der Reecle 360 ist unter verschiedenen Namen unter anderem bei Amazon erhältlich.

    ADAC/Ralph Wagner
  • Der Sitz von Reecle wird nur noch von einem Zusatzgurt gehalten / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

    Der Sitz von Reecle wird nur noch von einem Zusatzgurt gehalten.

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  • Der Sitz von Chipolino reißt bei Crashtest ebenfalls aus der Unterkonstruktion. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

    Der Sitz von Chipolino reißt bei Crashtest ebenfalls aus der Unterkonstruktion. /

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Reecle und Chipolino im Crashtest

Der Reecle löste sich aus der Basisstation und wurde nur vom Zusatzgurt gestoppt. Der Chipolino Olympus i-Size riss komplett aus der Halterung und schleuderte ungebremst durch den Fahrgastraum. In beiden Fällen drohen Kindern schwere Verletzungen. Der ADAC rät dringend vom Einsatz dieser Sitze ab. Besonders kritisch: In Fahrtrichtung hielten die Modelle zwar stand, da Kinder bis 15 Monate aber gesetzlich rückwärts transportiert werden müssen, sind beide Sitze ungeeignet. Der ADAC selbst empfiehlt sogar, Kinder bis zum Alter von zwei Jahren entgegen der Fahrtrichtung zu sichern.

Strengere Maßstäbe als gesetzlich vorgeschrieben

Der ADAC setzt im Test bewusst höhere Anforderungen als der Gesetzgeber, um den Schutz auch bei schweren Unfällen zu prüfen. Eltern sollten nicht nur auf Testergebnisse achten, sondern sich mit dem Einbau vertraut machen. Ein falsch montierter Sitz verliert seine Schutzwirkung. Daher empfiehlt der ADAC, Kindersitze im Fachhandel zu testen und im eigenen Auto Probe einzubauen.

Gesamtergebnisse im Überblick

Ergebnisse des ADAC Kindersitztests im Herbst 2025.

Ergebnisse des ADAC Kindersitztests im Herbst 2025.

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Kindersitze versagen: So reagieren die Hersteller

Die Hersteller wurden nach Angaben des ADAC informiert. Chipolino erklärte, der Olympus i-Size sei ausverkauft, Restbestände im Handel seien jedoch möglich. Der Hersteller Maxi-Cosi teilte mit, dass seit März 2025 nur noch PFAS-freie Modelle produziert werden. Der getestete Sitz stammte jedoch aus der Produktion Juni/Juli 2024. Ältere Restbestände könnten noch im Handel sein, eine einheitliche Kennzeichnung des Produktionsdatums gibt es nach Angaben des ADAC nicht.

Was Eltern jetzt tun sollten

Die im Crashtest durchgefallenen Sitze sollten, so der ADAC, nicht mehr verwendet werden, vor allem nicht bei Kleinkindern unter zwei Jahren. Eltern sollten den Händler kontaktieren und nach Kulanz fragen. Ein genereller Anspruch auf Rückgabe bzw. Umtausch von bereits gekauften Produkten lässt sich aber anhand des schlechten Abschneidens beim Verbraucherschutztest nicht ableiten. Hintergrund: Die Sitze erfüllen die gesetzlichen Mindeststandards und dürfen daher in Europa verkauft werden. Der ADAC weist jedoch darauf hin, dass diese Standards deutlich niedriger sind als die Kriterien im eigenen Kindersitztest, der sich an Euro NCAP-Crashtests orientiert. Bei Käufen innerhalb der letzten zwei Jahre könnte aber ein Anspruch auf Sachmängelhaftung bestehen, dies muss jedoch im Einzelfall geprüft werden, so der ADAC.