Kryptowährungen brechen ein
: Warum fällt der Bitcoin?

Am Kryptomarkt geht es derzeit bergab. Doch was steckt hinter dem Kursrutsch?
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Bitcoin-Münzen liegen auf einem Tisch: ARCHIV - 28.02.2024, Berlin: Münzen der Kryptowährung Bitcoin. (zu dpa: «Finanzaufsicht nimmt Finfluencer ins Visier») Foto: Hannes P Albert/dpa/dpa-tmn +++ dpa-Bildfunk +++

Aktuell sinkt der Wert des Bitcoins.

Hannes P Albert/dpa-tmn/dpa

Der Bitcoin-Kurs ist in den letzten Tagen deutlich eingebrochen. Am Donnerstag fiel er unter die Marke von 83.000 US-Dollar. Dafür gibt es mehrere konkrete Gründe:

US-Notenbank bleibt auf Kurs

Die US-Notenbank Fed hat sich jüngst gegen eine Leitzinssenkung entschieden und den aktuellen Zinssatz bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Das ist ein klares Signal: Es bleibt vorerst beim restriktiven geldpolitischen Kurs. Für Kryptowährungen wie Bitcoin ist das eine schlechte Nachricht. Denn sie profitieren typischerweise von expansiver Geldpolitik, niedrigen Zinsen und hoher Liquidität. In solchen Situationen ziehen sich Investoren typischerweise aus risikoreichen Anlageklassen wie Kryptowährungen zurück.

Risikoaversion steigt

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, insbesondere die Drohkulisse der USA gegenüber dem Iran, sorgen für wachsende Unsicherheit an den Märkten. In solchen Phasen suchen Investoren Sicherheit. Das bedeutet: Raus aus spekulativen Anlagen, rein in sichere Häfen. Bitcoin wird in solchen Risikoumfeldern nicht als sicherer Hafen wahrgenommen, sondern als volatiles Spekulationsobjekt. Die Folge: Kapitalabzug.

Schwäche am Tech-Markt trifft auch Bitcoin

Parallel zum Rückgang des Bitcoin-Kurses geriet auch der Nasdaq-Index unter Druck. Besonders stark traf es Microsoft: Das Unternehmen verlor nach enttäuschenden Quartalszahlen über 11 Prozent. Wenn große Tech-Werte einbrechen, färbt das auf den Kryptomarkt ab. Viele Investoren sehen hier ähnliche Risikoprofile – das Kapital sitzt oft im selben Topf.

Goldrallye dreht

Gold hatte zwischenzeitlich neue Rekordstände erreicht, stürzte dann aber ebenso abrupt ab. Solche Bewegungen sind ein Zeichen für Nervosität im Markt. Wenn selbst vermeintlich „sichere“ Anlageklassen schwanken, verstärkt das den Druck auf spekulativere Werte wie Bitcoin. Viele Anleger ziehen sich dann komplett zurück.