Krebserregende Schadstoffe in der Adventszeit: So ungesund sind Kerzen wirklich

So krebserregend sind Kerzen.
Patrick Pleul/dpaBesonders in der dunklen Jahreszeit, im Advent und zu Weihnachten werden viele Kerzen abgebrannt. Oft hat man Duftkerzen mit „Bratapfelduft“ oder mit Glitzer und Schnee als Deko an der Kerze zu Hause. Doch ist das sicher? Diese krebserregenden Schadstoffe atmet man ein, wenn man Kerzen anzündet, welche Kerzen man vermeiden sollte und auf welche Qualitätsmerkmale man achten sollte.
Diese Schadstoffe sind in (Duft-)Kerzen
Nicht nur Duftkerzen, sondern generell die meisten herkömmlichen Kerzen, werden aus Paraffin, einem Stoff, der aus Erdöl hergestellt wird, gemacht. Wenn Paraffin abbrennt, entsteht der krebserregende Stoff Benzol. Kerzen können zudem noch Blei und Nickel enthalten, die durch das Abbrennen an die Umgebungsluft abgegeben werden. Blei kann, besonders bei Kindern, die Entwicklung von Gehirn und Nerven beeinträchtigen. Nickel gilt als krebserregend. Alle Kerzen verursachen beim Abbrennen Feinstaub und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), doch Duftkerzen verursachen deutlich mehr davon.
Duftkerzen enthalten außerdem Duftstoffe, die Kopfschmerzen und Allergien hervorrufen können. Besonders Duftkerzen, die einen Zitrusgeruch haben, sind laut Krebsinformationsdienst gefährlich. Diese Kerzen enthalten Limonene, aus denen beim Abbrennen krebserregendes Formaldehyd entsteht. Kerzen mit Deko, Glitzer, pflanzlichen Bestandteilen, Lack oder Schnee belasten die Luft zusätzlich mit Feinstaub und Chemikalien, so die Verbraucherzentrale.
Es gibt zahlreiche Studien, dass die meisten Kerzen gefährliche Schadstoffe enthalten. Doch wie ungesund und krebserregend Kerzen und Duftkerzen sind, sind noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Es gibt bisher keinen bestätigten Zusammenhang zwischen Duftkerzen und der Entstehung von Krebs. Sicher ist aber, dass durch das Abbrennen von Kerzen zahlreiche Schadstoffe in die Luft, die wir einatmen, gelangen.
Diese Kerzen sollte man vermeiden
Folgende Kerzen sollte man vermeiden, um Schadstoffe in der Wohnung zu vermeiden:
- Duftkerzen, besonders Duftkerzen mit Zitrusgeruch
- Kerzen mit Deko, Glitzer, pflanzlichen Bestandteilen
- Kerzen mit zu langem Docht, weil ein langer Docht zur Entstehung von Schadstoffen beiträgt.
- Kerzen ohne RAL-Kerzengütezeichen
- Kerzen aus Paraffin
Die richtigen Kerzen nutzen
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass eine flackernde Flamme mehr Schadstoffe wie Formaldehyd, PAK, Stickstoffoxide und Ruß in die Luft abgeben. Deswegen sollte darauf geachtet werden, dass die Kerze nicht in Zugluft steht. Außerdem sollte der Docht immer gekürzt werden und kurz gehalten werden. Auch das Nachrauchen beim Auspusten sorgt für mehr Schadstoffe in der Luft. Der Docht sollte also kurz mit einem Streichholz in das flüssige Wachs getaucht werden, um das Nachrauchen zu verhindern.
Die sichere Wahl, um keine Kopfschmerzen oder Allergien zu entwickeln, sind generell Kerzen ohne Duft, ohne Deko, Glitzer und ähnlichem. Zudem empfiehlt die Verbraucherzentrale, nur Kerzen mit dem RAL-Kerzengütezeichen zu kaufen. Das Gütezeichen stellt Anforderungen an schadstoffarmes Abbrennen von Kerzen.
Neben Kerzen aus Paraffin werden auch Kerzen aus Stearin, pflanzlichen und tierischen Fetten, hergestellt. In Hinsicht auf die Freisetzung von Schadstoffen schneiden Stearinkerzen besser ab als Paraffinkerzen. Am besten schneiden die echten Bienenwachskerzen ab.


