Krankheit von Mette-Marit
: Was ist eine Lungenfibrose?

Der Gesundheitszustand der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit sorgt aktuell für Schlagzeilen. Wie lautet ihre Diagnose?
Von
David Hahn
Berlin
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Kronprinzessin Mette-Marit

An welcher Krankheit leidet Mette-Marit Tjessem Høiby?

Jens Kalaene/dpa

Die Kronprinzessin Mette-Marit kämpft seit mehreren Jahren mit einer schweren Lungenerkrankung. Der Alltag der 52-Jährigen ist dadurch zunehmend eingeschränkt und zieht nun ernste medizinische Konsequenzen nach sich. Um was handelt es sich bei der Krankheit und wie sehen ihre nächsten Behandlungsschritte aus?

Mette-Marit Tjessem Høiby: Lungentransplantation nötig

Der Zustand von Mette-Marit hat sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur trotz einer einmonatigen Lungen-Reha im Herbst deutlich verschlechtert. Die Kronprinzessin leidet seit sieben Jahren an einer seltenen Form der Lungenfibrose. Im Alltag sei Mette-Marit deutlich weniger belastbar, bekomme schlechter Luft und habe weniger Energie, weshalb sie zuletzt mehrere öffentliche Termine absagen musste. Medikamente würden nach Angaben ihres Ärzteteams in Zukunft nicht mehr ausreichen und man müsse sich auf die nächsten Schritte vorbereiten. Das Einzige, was dann noch helfe, sei dem Team zufolge eine Lungentransplantation. Noch ist unklar, wann sie auf die Warteliste gesetzt wird. Eine Transplantation erfolgt erst, wenn die Lebenserwartung stark begrenzt ist.

Krankheit: Was ist eine Lungenfibrose?

Bei der Lungenfibrose handelt es sich laut AOK nicht um eine einzelne Krankheit, sondern um einen Sammelbegriff für über 200 chronische Lungenerkrankungen. Allen gemeinsam ist eine dauerhafte Entzündung des Lungenbindegewebes. Im Verlauf der Erkrankung wird gesundes, elastisches Lungengewebe zunehmend durch steifes, vernarbtes Gewebe ersetzt. Dadurch kann sich die Lunge schlechter ausdehnen und weniger Sauerstoff ins Blut aufnehmen. Die Erkrankung ist nicht heilbar, Therapien können jedoch die Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern. Typische Symptome sind zunehmende Atemnot, zunächst bei Belastung, später auch in Ruhe, trockener Husten, starke Müdigkeit, Gewichtsverlust sowie verdickte Finger- und Zehenspitzen.

Oft ist die Ursache unklar. Risikofaktoren sind Rauchen, höheres Alter, familiäre Vorbelastung, Schadstoffbelastung wie Asbest, Strahlentherapie im Brustbereich, Autoimmun- und Bindegewebserkrankungen sowie bestimmte Medikamente. Die Diagnose erfolgt ärztlich über Anamnese, Bluttests, Lungenfunktionstests und bildgebende Verfahren wie Röntgen oder CT. In unklaren Fällen kommen Bronchoskopien oder Gewebeentnahmen zum Einsatz.