Krankenkassen haben sich verspekuliert
: Welche Kassen haben mit Immobilien Millionen verloren?

Mehrere Krankenkassen haben einem Medienbericht zufolge millionenschwere Verluste mit Investments in Immobilienfonds erlitten. Welche Kassen sind betroffen?
Von
Daniel Steiger
Berlin
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Gesundheitskosten: ARCHIV - 07.06.2011, Brandenburg, Frankfurt (oder): ILLUSTRATION\ Euroscheine und ein Stethoskop liegen auf einem Tisch, aufgenommen in Frankfurt (Oder). (zu dpa: «Gesundheits-Sparpaket vor dem Ziel - was steckt drin?») Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Welche Krankenassen haben mit Immobilien spekuliert und Millionen verloren?

Patrick Pleul/dpa

Mehrere deutsche Krankenkassen haben Medienberichten zufolge bei Spekulationen in Immobilien insgesamt 170 Millionen Euro verloren. Welche Krankenkassen waren in die Spekulationsgeschäfte verwickelt?

Welche Krankenkassen haben Millionen Euro verspekuliert?

Den Recherchen von NDR, WDR und „SZ“ zufolge haben folgende Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen über Umwege in Immobilien spekuliert:

  • die KKH
  • die Pronova BKK
  • die BKK Gildemeister Seidensticker
  • die Novitas BKK
  • die MKK Meine Krankenkasse
  • die IKK Südwest
  • die AOK Bremen
  • die Bahn BKK
  • die BKK Pfalz
  • die Siemens BKK
  • die Viactiv Krankenkasse
  • Hinzu kämen die Kassenärztlichen Vereinigungen aus Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Westfalen-Lippe.

Sie sollen insgesamt mindestens 170 Millionen Euro über Umwege in Immobilienfonds gesteckt haben. Diese Fonds seien später in Schieflage geraten und verloren mutmaßlich den allergrößten Teil der Beitragsgelder, die nun bei Kassen und KVen fehlen. SPD und Linke forderten eine Aufklärung der Vorgänge.

Krankenkassen wollen wegen verlorenem Geld klagen.

Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen unterliegen strengen Regeln, wie sie das Geld der Beitragszahler investieren dürfen. Im Sozialgesetzbuch IV ist geregelt, dass dabei ein Verlust ausgeschlossen erscheinen muss. Fraglich sei, ob das bei diesen Investments zutreffe, führen NDR, WDR und „SZ“ aus. Die Fonds investierten demnach über eine komplizierte Struktur in riskante Immobiliendeals, die trotz Niedrigzinsphase nach Angaben der beteiligten Finanzinstitute angeblich bis zu sieben Prozent an Rendite auszahlten.

Die Kassen und KVen verklagen die beteiligten Finanzinstitute laut Bericht auf Schadensersatz in Höhe der Investments. Die den Medien vorliegenden Klageschriften lesen sich demnach nahezu identisch. Der Anwalt der Kläger argumentiert darin, die Kassen und KVen seien „vorsätzlich getäuscht“ worden, indem den Betroffenen in Telefonkonferenzen immer wieder ein risikoarmes Investment versprochen worden. Die beteiligte Bank wies nach Angaben der Medien den Vorwurf der Täuschung zurück, will sich aber zu Einzelfällen nicht äußern.

(mit Material von AFP und dpa)