Kommissar Zufall
: Geflohener Mörder nach Motorradunfall in Italien festgenommen

Ein verurteilter Mörder flieht mit einem Motorrad. Er schafft es über die Grenze – doch dann wird ihm ein Unfall zum Verhängnis.
Von
dpa
Hannover/Peine
Jetzt in der App anhören
ARCHIV - 19.02.2024, Italien, Panza: Zwei Beamte der italienischen Carabinieri an ihrem Auto. (zu dpa: «Zwei deutsche Teenager bei Unfall in Toskana getötet») Foto: Christoph Sator/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Zufall hat dem LKA Niedersachsen zu einem Fahndungserfolg verholfen. Sie hatte seit Dienstag (16.06.2026) nach einem entflohenen Mörder gesucht. Nun wurde der Mann in Italien in einen Unfall verwickelt und konnte wieder festgenommen werden. (Symbolfoto)

dpa
  • Fluchtende Festnahme: Ein verurteilter Mörder wurde nach einem Unfall in Italien gefasst.
  • Der 42-Jährige war in Peine bei einem begleiteten Freigang auf einem Motorrad entkommen.
  • Das LKA Niedersachsen fahndete öffentlich – Hinweise führten die Ermittler nach Italien.
  • Italienische Polizei fand ihn nach dem Unfall in einer Klinik; Details zu Verletzungen fehlen.
  • Er sitzt wegen Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung lebenslang, Schuld als besonders schwer.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein bei einem begleiteten Freigang in Niedersachsen geflohener Mörder ist in Italien festgenommen worden. Die Polizei fand den zu lebenslanger Haft verurteilten Mann in einem Krankenhaus, wie das Landeskriminalamt Niedersachsen mitteilte. Er war in der Region Venetien in einen Unfall verwickelt und wurde in der Klinik behandelt. Zuvor hatten „RTL“ und „Bild“ über die Festnahme berichtet.

Der 42-Jährige war am Dienstagnachmittag in Peine auf einem Motorrad geflohen. Nach Angaben des Justizministeriums in Hannover hatte der Straftäter im Rahmen seines Freigangs gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt die Wohnung seiner Mutter besucht. Nach ersten Erkenntnissen nutzte er einen Aufenthalt in einer nahegelegenen Garage, um mit seinem in dieser Garage abgestellten Motorrad wegzufahren.

Öffentlichkeitsfahndung nach verurteiltem Mörder

Nach einer erfolglosen Suche nach dem Häftling aus der Justizvollzugsanstalt Celle startete das Landeskriminalamt eine Öffentlichkeitsfahndung – mit Fotos, Namen und Personenbeschreibung des Mannes. „Mehrere Hinweise führten die Fahnderinnen und Fahnder schließlich auf eine Spur nach Italien“, teilten die Ermittler mit.

Wie es zu dem Unfall kam, war zunächst unklar. Auch zu den Verletzungen des Mannes machten die Ermittler keine Angaben. Italienische Beamte nahmen den 42-Jährigen fest.

Entflohener Mörder kommt lebenslang ins Gefängnis

Der Deutsche verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung. Er hatte im Jahr 2010 die damals 23-jährige Melanie aus Peine mit etlichen Messerstichen getötet, weil sie keinen Sex mit ihm haben wollte. Der Fall hatte weit über die Grenzen des Landkreises für Fassungslosigkeit und Entsetzen gesorgt.

Für den Mord an der Internet-Bekanntschaft verurteilte das Landgericht Hildesheim 2011 den damals 27-Jährigen zu lebenslanger Haft und stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Entlassung des Täters aus der Haft nach 15 Jahren war damit nahezu ausgeschlossen. Der Mann hatte die Tat vor Gericht gestanden. Dem Ministerium zufolge muss der Mann mindestens 19 Jahre im Gefängnis bleiben.