Kolumbien
: Schwere Erdbeben fordern mindestens 111 Todesopfer

Ein Erdbeben der Stärke 7,4 hat Kolumbien schwer getroffen. Mindestens 111 Menschen kamen ums Leben, zahlreiche weitere werden vermisst. Präsident Abelardo de la Espriella rief den landesweiten Notstand aus.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Erdbeben in Kolumbien

Schweres Erdbeben der Stärke 7,4 in Kolumbien: Mindestens 111 Menschen sterben, zahlreiche Gebäude stürzen ein. Präsident ruft landesweiten Notstand aus.

Dario Cardona/AP/dpa

Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien hat Präsident Abelardo de la Espriella den landesweiten Notstand ausgerufen. Damit sollen alle institutionellen Kapazitäten mobilisiert werden, um die Rettungs- und Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. „An erster Stelle steht die Rettung der Menschen, die unter den Trümmern begraben sind“, sagte der Präsident.

De la Espriella ist erst seit drei Tagen im Amt und kündigte regelmäßige Informationen über die weitere Entwicklung an. Mindestens 111 Menschen kamen nach bisherigen Behördenangaben ums Leben. Da zahlreiche Menschen noch vermisst werden, könnte die Zahl der Opfer weiter steigen.

Zahlreiche Gebäude eingestürzt

Erdbeben in Kolumbien

Schwere Schäden und zahlreiche Tote nach Erdbeben in Kolumbien

Miguel Angel Lopez/AP/dpa

Besonders betroffen sind mehrere Städte und Regionen im Westen Kolumbiens. Nach Angaben des Innenministeriums waren mehr als 20 Gemeinden von den Auswirkungen des Bebens betroffen. Mehr als 1.500 Wohnhäuser wurden schwer beschädigt, rund 60 Gebäude stürzten vollständig ein. Auch 18 Krankenhäuser und 52 Schulen meldeten Schäden. Besonders schwer getroffen wurden Pereira, Cali und Manizales.

Allein in Pereira wurden nach Angaben der Polizei 47 Todesopfer registriert. Im Departamento Valle del Cauca kamen mindestens 27 Menschen ums Leben, darunter drei Kinder. Aus dem Departamento Chocó wurden zunächst vier Tote und 69 Verletzte gemeldet.

Rettungseinsätze unter schwierigen Bedingungen

Erdbeben in Kolumbien: 10.08.2026, Kolumbien, Cali: Anwohner und Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes, nachdem ein Erdbeben die kolumbianische Stadt Cali erschüttert hat. Foto: Santiago Saldarriaga/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Internationale Hilfe für Kolumbien nach verheerendem Erdbeben

Santiago Saldarriaga/AP/dpa

Das Beben ereignete sich um 7.34 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar in der Pazifik-Provinz Chocó. Der kolumbianische Geologische Dienst gab die Tiefe mit 96 Kilometern an. Die Erschütterungen waren unter anderem in Bogotá, Medellín, Cali, Popayán, Armenia, Pereira und Manizales zu spüren. Auch in Venezuela, Ecuador und Panama wurde das Beben wahrgenommen.

Die Stromversorgung sowie Telefon- und andere Kommunikationsverbindungen waren zeitweise beeinträchtigt. Zudem wurde der kommerzielle Flugverkehr an sechs Flughäfen eingestellt. Betroffen waren unter anderem die Flughäfen von Pereira, Manizales, Quibdó, Armenia, Cartago und Buenaventura.

Internationale Unterstützung angeboten

Mehrere Länder boten Kolumbien Hilfe an. Solidaritätsbekundungen und Unterstützungsangebote kamen unter anderem aus Mexiko, Brasilien, Ecuador, El Salvador und den USA. Auch die Vereinten Nationen und die Europäische Union erklärten ihre Bereitschaft zur Unterstützung. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilte mit, der Satellitendienst Copernicus sei bereits für die Rettungseinsätze mobilisiert worden.