Adel König Felipe von Spanien wird 50

Das Bild einer ganz normalen Familie: König Felipe mit seiner Frau Letizia und den beiden Töchtern Leonor (links) und Sofía beim Mittagessen im Zarzuela-Palast in Madrid.
Das Bild einer ganz normalen Familie: König Felipe mit seiner Frau Letizia und den beiden Töchtern Leonor (links) und Sofía beim Mittagessen im Zarzuela-Palast in Madrid. © Foto: afp/Spanisches Königshaus
Madrid / Martin Dahms 29.01.2018

Der König macht keine Politik.“ Das ist die offizielle Linie des spanischen Königshauses. Am liebsten soll er ganz Privatmann sein, fürsorgender Vater und Ehemann. Damit sich die Spanier das richtige Bild von ihrem König Felipe VI. machen, hat der Palast zu seinem 50. Geburtstag am Dienstag ein zehnminütiges Video veröffentlicht, in dem er mit Frau und Töchtern zu Mittag isst, und in dem er die Töchter selbst zur Schule fährt: fast wie jeder andere Vater auch. Als Königsmarketing dürfte das Video seine Wirkung nicht verfehlen: Felipe ist etwas steif, aber doch freundlich-seriös. Er kommt wohl mehr nach seiner Mutter Sofía als nach seinem Vater Juan Carlos.

In Wirklichkeit aber macht der König immerzu Politik. Seine Rolle erlaubt ihm gar nichts anderes. Die Schule, in die er seine Töchter Leonor (12) und Sofía (10) fährt, ist eine Privatschule. Damit vermittelt er den Spaniern: Das öffentlichte Schulsystem ist nicht gut genug für eine künftige Königin. Sie soll unter Ihresgleichen groß werden. Der Monarch hat aber das Glück, dass die Spanier über Vieles hinwegsehen.

Politisch unruhige Zeiten

Nun ist Felipe ein König in politisch unruhigen Zeiten. Der katalanische Separatismus droht das Land zu zerreißen. Da kann und will sich der König, laut Verfassung „Symbol der Einheit und Beständigkeit“ des Staates, nicht heraushalten. Manche vergleichen seine Rolle in diesem Konflikt mit der seines Vaters während des Putschversuches am 23. Februar 1981, den Juan Carlos (80) im Keim zu ersticken half. Ganz so gewaltig wie damals ist die jetzige Herausforderung des spanischen politischen Systems nicht. Aber zum Handeln sah sich Felipe dennoch genötigt.

Am 3. Oktober, zwei Tage nach dem irregulären Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien, wandte er sich in einer kurzen Fernsehansprache an die Nation. Außer zu Weihnachten tut er das sonst nie. Er las den separatistischen Politikern die Leviten: „Es ist die Verantwortung der legitimen Mächte des Staates, die verfassungsmäßige Ordnung und das normale Funktionieren der Institutionen  zu sichern.“ Das war der königliche Segen für alle weiteren Schritte der Regierung gegen den Abspaltungsprozess.

 Bei den meisten Spaniern kam die Rede gut an. Die Beliebtheitswerte des Königs stiegen. Aber nicht alle waren glücklich. Der Chef der Linkspartei Podemos, Pablo Iglesias, sah die Hand der konservativen Rajoy-Regierung hinter dieser Ansprache.

Ein Instrument der Regierung zu sein, will sich Felipe nicht unterstellen lassen. Ihn bewege der „maximale und peinliche Respekt“ vor der spanischen Verfassung. Die sieht für den König aber auch die Rolle des „Schlichters“ und „Moderators“ vor. Eine Rolle, die er im Katalonien-Konflikt zumindest öffentlich nicht wahrnimmt. Keiner kann ihn dazu zwingen. Doch von einer „erneuerten Monarchie für neue Zeiten“, wie sie Felipe bei seiner Thronrede am 19. Juni 2014 versprach, ist nichts zu spüren. König Felipe VI. lebt in seiner eigenen Welt, die mit der Welt der Spanier wenig zu tun hat. Sie nehmen es ihm nicht übel.

Aufschwung für die Monarchie

Felipe de Borbón y Grecia  ist seit 2014 König der Spanier. Er übernahm den Thron von seinem Vater Juan Carlos (80), der mit seiner Abdankung die Monarchie stärken wollte. Frauengeschichten, eine inopportune Elefantenjagd und ein Korruptionsverfahren gegen seine Tochter Cristina und deren Mann Iñaki Urdangarin hatten das Vertrauen der Spanier ins Königshaus geschwächt. Der Wechsel sollte die Sünden des Vaters vergessen machen. Das funktionierte.

Die Spanier mögen den großgewachsenen, gutaussehenden Felipe. Vor allem, weil es über ihn nichts Böses zu reden gibt. Seit 2004 ist er mit der TV-Journalistin Letizia Ortiz verheiratet. Von Eheproblemen ist nichts bekannt. Sie haben zwei Töchter, Leonor und Sofía (10). Die 12-jährige Leonor, Prinzessin von Asturien, soll dereinst den Vater auf dem spanischen Thron beerben. mda