• In Ostfriesland soll eine Krankenschwester Kochsalz statt Impfstoff abgefüllt haben.
  • Bis zu 10.200 Impfungen könnten dadurch unwirksam sein.
  • Die Polizei hat im Landkreis Friesland nun eine Razzia im Impfzentrum durchgeführt
Die Polizei in Ostfriesland hat im Zusammenhang mit dem Skandal um mögliche unwirksame Corona-Impfungen an Donnerstag zahlreiche Räumlichkeiten durchsucht.

Razzia in Impfzentrum im Friesland - Durchsuchungen auch beim DRK

Überwiegend im Landkreis Friesland fänden seit den Morgenstunden mehrere Durchsuchungen statt, teilten die Beamten in Oldenburg mit. Demnach wurden unter anderem das Impfzentrum in Roffhausen sowie Räumlichkeiten der Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Jeverland und Varel-Friesische Wehde durchsucht.

Kochsalz statt Impfung: Krankenschwester soll Kochsalzlösung aufgezogen haben

Eine Krankenschwester könnte in dem Impfzentrum im Frühjahr bis zu etwa 10.200 Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben. Zur Aufklärung des Falls wurde die Ermittlungsgruppe "Vakzin" eingerichtet. Die Krankenschwester des DRK war in dem Impfzentrum für die Vorbereitung von Spritzen für Impfungen zuständig.

Kochsalz statt Impfstoff: Verdächtige Krankenschwester mittlerweile entlassen

Ende April sagte sie gegenüber einer Kollegin aus, sechs Spritzen lediglich mit einer Kochsalzlösung aufgezogen zu haben, nachdem ihr eine Biontech-Impfstoffampulle versehentlich heruntergefallen war. Sie wurde entlassen, die Ermittlungen ergaben dann Hinweise auf eine womöglich weit größere Dimension.

Kochsalzlösung ungefährlich - aber kein Impfschutz

Kochsalzlösung wird regulär zur Verdünnung der Impfflüssigkeit eingesetzt und ist für den Körper unschädlich. Allerdings wird bei einer Verabreichung kein Impfschutz aufgebaut. Die meisten potenziell betroffenen Bürger erhielten im fraglichen Zeitraum eine von zwei Impfungen, in wenigen Fällen indessen auch beide.
ruh/cfm