Charles der III. hat Krebs: Wie geht es mit dem König von Großbritannien jetzt weiter?

King Charles III. ist an Krebs erkrankt. Hier gibt es weitere Infos zur Erkrankung und möglichen Folgen.
STEFAN ROUSSEAU/AFPDie Nachricht über die Krebserkrankung von König Charles III. ging am 5. Februar 2024 um den Globus. Jetzt stehen viele Fragen im Raum. Kann der König seine Aufgaben weiter wahrnehmen? Um welche Krebserkrankung handelt es sich? Welche Reaktionen gibt es? Alles, was zur Krebserkrankung von Charles bekannt ist, gibt es hier:
Um welche Art Krebs handelt es sich bei Charles?
An welcher Art Krebs König Charles erkrankt ist, teilte der Palast nicht mit. Bekannt ist nur, dass es sich nicht um Prostatakrebs handelt. Das ist deshalb wichtig zu betonen, weil der 75-Jährige kürzlich wegen einer gutartigen Vergrößerung der Prostata operiert wurde - vor allem bei älteren Männern kommt solch ein Eingriff häufiger vor. Dabei aber sei ein gesondertes Problem festgestellt worden, hieß es vom Palast. Weitere diagnostische Tests hätten „eine Form von Krebs“ identifiziert. Details zur Erkrankung, zur Prognose oder zur Therapie wurden nicht genannt. Der Monarch habe bereits am Montag mit regelmäßigen, ambulanten Behandlungen begonnen. Jedes Jahr erkranken nach Angaben der Organisation Macmillan Cancer Support etwa 393 000 Menschen im Vereinigten Königreich an Krebs.
Kann Charles weiterhin seine Aufgaben wahrnehmen?
Auf medizinischen Rat hin nehme der König vorerst Abstand von öffentlichen Terminen, hieß es vom Palast. Aber er werde weiter die Staatsgeschäfte führen und wie gewohnt offizielle Dokumente bearbeiten, die ihm in seiner berühmten roten Box zukommen. Kommentatoren schlossen aber nicht aus, dass sich die Form der Aufgaben ändert. So bespricht sich der Monarch wöchentlich - in der Regel mittwochs - mit dem britischen Premierminister Rishi Sunak. Diese Gespräche könnten auch virtuell stattfinden, berichtete die BBC. Auch die monatlichen Treffen des Privy Council genannten Kronrats wolle Charles wahrnehmen.
Was geschieht, wenn Charles seine Aufgaben nicht erfüllen kann?
Ist der König erkrankt oder weilt im Ausland, kann er einige Aufgaben an „Counsellors of State“ - also Staatsräte - übertragen. Dabei handelt es sich traditionell um die Ehefrau des Monarchen, also Königin Camilla, sowie die ersten vier Personen der Thronfolge, die älter als 21 Jahre sind. Das sind Charles' Söhne Prinz William und Prinz Harry, sein Bruder Prinz Andrew und dessen älteste Tochter Prinzessin Beatrice. Vorgeschrieben ist, dass mindestens zwei zusammenarbeiten. Da Harry und Andrew aus verschiedenen Gründen keine Termine für die Royals übernehmen, wurden Ende 2022 auf Bitte von Charles auch seine Schwester Prinzessin Anne und sein jüngster Bruder Prinz Edward zu Staatsräten ernannt.
Ist eine Abdankung des Königs denkbar?
Das ist reine Spekulation. In seiner ersten Rede an die Nation nach seinem Amtsantritt hatte Charles das Bekenntnis der verstorbenen Queen Elizabeth II. zum lebenslangen Dienst erneuert. Seine Mutter habe einst versprochen, „ihr ganzes Leben, möge es kurz oder lang sein“, dem Dienst an ihren Untertanen zu widmen. Dieses Versprechen habe sie gehalten und er wolle es nun erneuern, hatte Charles gesagt. Bis zum Tod Elizabeths am 8. September 2022 war er 70 Jahre lang Thronfolger gewesen.
Reaktionen auf die Krankheit von Charles
Mit Erschütterung und Genesungswünschen haben Politiker aus aller Welt auf die Krebserkrankung des britischen Königs Charles III. reagiert. Der britische Premierminister Rishi Sunak, US-Präsident Joe Biden und der französische Staatschef Emmanuel Macron gehörten zu den Staats- und Regierungschefs, die dem 75-jährigen Monarchen am Montag einen guten Heilungsprozess wünschten.
Joe Biden zeigte sich Journalisten gegenüber „besorgt“ über die zuvor vom Buckingham-Palast öffentlich gemachte Krebserkrankung von Charles. Im Kurzbotschaftendienst X schrieb Biden, dessen Sohn Beau an Krebs gestorben war, eine Krebsdiagnose erfordere „Hoffnung und absoluten Mut“. Er und seine Ehefrau Jill würden zusammen mit den Briten für eine „rasche und vollständige Genesung“ des Königs beten.
Der französische Präsident Emmanuel Macron schrieb auf X, früher Twitter, auf Englisch, er wünsche dem König eine „rasche Genesung“. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sagte, er hoffe, dass Charles „sich schnell und vollständig“ erholen werde. Der australische Premier Anthony Albanese sagte, seine Landsleute würden dem König Genesungswünsche schicken.
„Ich habe keinen Zweifel daran, dass er in kürzester Zeit wieder voll bei Kräften sein wird, und ich weiß, dass das ganze Land ihm alles Gute wünscht“, erklärte derweil der britische Premier Rishi Sunak. Auch der Vorsitzende der oppositionellen Labour-Partei, Keir Starmer, wünschte Charles „nur das Beste für seine Genesung“.
(mit Material von dpa und AFP)

