Kitaschließungen und kürzere Betreuung
: Mehr als die Hälfte der Eltern sind betroffen

Mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Eltern in Deutschland sind im Frühjahr mit Kitaschließungen oder kürzeren Betreuungszeiten wegen Personalmangels konfrontiert gewesen. Zwei von drei Betroffenen empfinden das als Belastung.
Von
Philipp Staedele
Berlin
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Kitaschließungen und kürzere Betreuungszeiten belasten viele Eltern in Deutschland.

Monika Skolimowska/dpa

Im Frühjahr sahen sich fast sechs von zehn berufstätigen Eltern aufgrund von Kitaschließungen oder kürzeren Betreuungszeiten wegen von Personalmangels mit Herausforderungen konfrontiert. Dies wurde von 57 Prozent der Eltern in einer repräsentativen Umfrage der Hans–Böckler–Stiftung bestätigt, die am Freitag veröffentlicht wurde. Von den Betroffenen empfanden 67 Prozent die Ausfälle oder verkürzte Betreuungszeiten als belastend, während 30 Prozent die Situation als besonders belastend einschätzten.

Betreuungslücken nehmen Einfluss auf die Arbeit der Eltern

Etwa die Hälfte der betroffenen Eltern musste demnach Urlaub nehmen oder Überstunden abbauen, um die Betreuungslücken auszugleichen. Knapp 30 Prozent reduzierten vorübergehend ihre Arbeitszeit.

Unterschiede zwischen Mann und Frau in der Betreuung

Die Umfrage deckte geschlechtsspezifische Unterschiede in der Betreuung auf: In heterosexuellen Beziehungen gaben 63 Prozent der Väter an, dass ihre Partnerinnen die Betreuung übernommen hätten. Bei den befragten Müttern berichteten 33 Prozent, dass ihre Partner die Betreuung übernommen hatten.

Diese Ergebnisse sind Teil der Erwerbspersonenbefragung der Hans–Böckler–Stiftung. Im Juli wurden dafür über 5000 Menschen online von dem Umfrageinstitut Kantar befragt. Unter ihnen waren 469 Eltern, die ihre Kinder in einer Kita oder bei einer Tagesmutter betreuen ließen.

(mit Material von afp)