Einer ist Bestseller auf Amazon
: Diese Autokindersitze scheitern im Crashtest

ADAC und Stiftung Warentest prüfen aktuell Autokindersitze. Zwei Modelle schneiden so schlecht ab, dass die Verbraucherschützer vorab Alarm schlagen.
Von
Nicole Züge
München
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Der Sitz von Chipolino reißt bei Crashtest ebenfalls aus der Unterkonstruktion. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

Ein Kindersitz im Crashtest. Zwei Modelle haben so schlecht abgeschnitten, dass der ADAC bereits vor der Veröffentlichung der Testergebnisse warnt.

ADAC

Das kommt auch nicht alle Tage vor: Der ADAC testet aktuell zusammen mit Stiftung Warentest Autokindersitze. Die Testergebnisse sollen Ende Oktober veröffentlicht werden. Im Moment laufen die Crashtests mit den unterschiedlichen Sitzmodellen. Zwei Hersteller haben dabei dermaßen schlecht abgeschnitten, dass die Verbraucherschützer sich gezwungen sehen, Eltern bereits vor Ende des Tests zu warnen. Um welche Kindersitze es geht und was Betroffene wissen müssen.

Diese Autokindersitze versagen im Frontalcrash

Um Kindersitze auf Herz und Nieren zu prüfen, bewertet der ADAC in seinen regelmäßigen Tests nicht nur die Qualität der Verarbeitung, beispielsweise die Schadstoffbelastung, sondern auch den Schutz bei Unfällen, etwa bei einem Frontalcrash.

Nach Angaben des ADAC haben bei eben jenem Test die Modelle Chipolino Olympus i-Size und Reecle 360 (auch als „ZA10 i-Size“ bzw. "946i i-Size zu finden) total versagt. Beide Kindersitze sind für die gesamte Dauer der Kindersitzpflicht zugelassen, also ab dem Babyalter bis zum 12. Lebensjahr. Die Sitze können in oder entgegengesetzt der Fahrtrichtung genutzt werden. Entgegen der Fahrtrichtung versagten beide Modelle bei den Frontalaufprall-Tests komplett.

Reecle und Chipolino: So verhielten sich die Kindersitze im Test

Der Reecle, der nach Auskunft von Stiftung Warentest vor allem auf Amazon verkauft wird und dort in der Kategorie Auto­kinder­sitze unter den „Bestsellern“ geführt wird, löste sich aus der Basisstation und wurde nur vom Zusatzgurt gestoppt.

Der Chipolino Olympus i-Size riss komplett aus der Halterung und schleuderte ungebremst durch den Fahrgastraum. In beiden Fällen drohen Kindern schwere Verletzungen. Der ADAC rät dringend vom Einsatz dieser Sitze ab.

Besonders kritisch: In Fahrtrichtung hielten die Modelle zwar stand, da Kinder bis 15 Monate aber gesetzlich rückwärts transportiert werden müssen, sind beide Sitze ungeeignet. Der ADAC selbst empfiehlt sogar, Kinder bis zum Alter von zwei Jahren entgegen der Fahrtrichtung zu sichern.

  • Laut Chipolino ist der Olympus i-Size bereits ausverkauft - allerdings können bei Händlern noch Restbestände vorhanden sein. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

    Laut Chipolino ist der Olympus i-Size bereits ausverkauft - allerdings können bei Händlern noch Restbestände vorhanden sein.

    ADAC/Ralph Wagner
  • Der Reecle 360 ist unter verschiedenen Namen unter anderem bei Amazon erhältlich. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

    Der Reecle 360 ist unter verschiedenen Namen unter anderem bei Amazon erhältlich.

    ADAC/Ralph Wagner
  • Der Sitz von Reecle wird nur noch von einem Zusatzgurt gehalten / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

    Der Sitz von Reecle wird nur noch von einem Zusatzgurt gehalten.

    ADAC
  • Der Sitz von Chipolino reißt bei Crashtest ebenfalls aus der Unterkonstruktion. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

    Der Sitz von Chipolino reißt bei Crashtest ebenfalls aus der Unterkonstruktion. /

    ADAC
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Kindersitze versagen: So reagieren die Hersteller

Die Hersteller wurden nach Angaben des ADAC informiert. Chipolino erklärte, der Olympus i-Size sei ausverkauft, Restbestände im Handel seien jedoch möglich. Von Reecle liegt bislang keine Reaktion vor.

Was Eltern jetzt tun sollten

Die betroffenen Sitze sollten, so der ADAC, nicht mehr verwendet werden, vor allem nicht bei Kleinkindern unter zwei Jahren. Eltern sollten den Händler kontaktieren und nach Kulanz fragen. Bei Käufen innerhalb der letzten zwei Jahre könnte ein Anspruch auf Sachmängelhaftung bestehen, dies muss jedoch im Einzelfall geprüft werden. Denn: Beide Sitze erfüllen die gesetzlichen Mindeststandards und dürfen daher in Europa verkauft werden.

Ein genereller Anspruch auf Rückgabe bzw. Umtausch von bereits gekauften Produkten lässt sich daher anhand des schlechten Abschneidens beim Verbraucherschutztest nicht ableiten. Der ADAC weist jedoch darauf hin, dass diese Standards deutlich niedriger sind als die Kriterien im eigenen Kindersitztest, der sich an Euro NCAP-Crashtests orientiert.