Kinderpornos: Meghans Vater in den USA festgenommen

Meghan Markle, die Herzogin von Sussex, trifft freiwillige Ersthelfer des Bondi Surf Bathers' Life Saving Club während eines Besuchs am Bondi Beach. Im Zusammenhang mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern gegen Thomas Markle (82) ist inzwischen auch dessen Sohn ins Visier der philippinischen Ermittler geraten. Thomas Markle Jr., der Halbbruder von Herzogin Meghan, könnte dem Innenminister zufolge ebenfalls in die mutmaßlichen Straftaten verwickelt sein (zu dpa: «Vater von Herzogin Meghan in den USA festgenommen»)
Jonathan Brady/Pool PA/dpa- Thomas Markle Sr. wurde in Florida festgenommen, der Vorwurf betrifft kinderpornografisches Material.
- Er kam zurück in sein Seniorenheim – Hausarrest mit elektronischer Überwachung wurde angeordnet.
- Ermittler durchsuchten Lagerräume bei Los Angeles und Tijuana und stellten 78 Gegenstände sicher.
- Auf den Philippinen wurden rund 7.500 Fotos und ein Video mit mutmaßlich missbrauchten Kindern gefunden.
- Meghan äußerte sich bestürzt und begründete die Distanz zum Vater mit dem Schutz ihrer Kinder.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Eklat um den Vater von Herzogin Meghan: Thomas Markle Sr. ist im US-Bundesstaat Florida vorübergehend von der Polizei festgenommen worden. Der 82-Jährige wird wegen des mutmaßlichen Besitzes kinderpornografischen Materials angeklagt, wie die Staatsanwaltschaft des Zentralbezirks von Kalifornien mitteilte.
Lesen Sie auch: Gericht will Marius Borg Høiby freilassen (von Katrin Jokic)
Bei einem ersten Gerichtstermin in Tampa (Florida) wurde entschieden, dass Markle zunächst zurück in das Seniorenheim darf, in dem er derzeit untergebracht ist, nachdem er sehr lange in Ländern wie den Philippinen und Mexiko gelebt hatte – und dort womöglich auch perversen Neigungen nachgegangen ist. Im Heim soll er angesichts der schweren Vorwürfe allerdings unter Hausarrest stehen und elektronisch überwacht werden, wie die zuständigen Behörden bestätigten. Die Anklageverlesung findet zu einem späteren Zeitpunkt in Kalifornien statt. Markle äußerte sich vor Gericht zunächst nicht zu den Vorwürfen.
Lagerräume bei LA und Tijuana durchsucht
Zuvor waren bereits zwei Lagerräume in der Gegend von Los Angeles untersucht worden, die Markle seit fast zwei Jahrzehnten gemietet habe, hieß es. Bei der Durchsuchung dieser Lagerräume seien 78 Gegenstände entdeckt und in Gewahrsam genommen worden, darunter Bildmaterial und Bücher im Zusammenhang mit mutmaßlich missbrauchten Minderjährigen.
„Die Anschuldigungen sind extrem ernst und wir werden Herrn Markle mit allen rechtlichen Mitteln strafrechtlich verfolgen“, teilte der stellvertretende Bundesstaatsanwalt in Kalifornien, Bill Essayli, mit. Herzogin Meghan äußerte sich zunächst nicht zu der Festnahme.

Blick auf den Haupteingang eines Lagerhauses in Tijuana, das am 29. Oktober nach einem Hinweis über den Notruf 911 von der Staatsanwaltschaft durchsucht wurde.
Chris Noyola/AP/dpaMeghan-Vater Thomas Markle Sr. weist Vorwürfe zurück
Im Oktober war bekannt geworden, dass der Vater der Frau von Prinz Harry in seinem früheren Haus in der Provinz Cebu auf den Philippinen eine große Menge kinderpornografischen Materials zurückgelassen haben soll. Das hatten verschiedene Medien unter Berufung auf Meghans Halbbruder, Thomas Markle Jr. (60), berichtet. Er gibt an, Kontakt zur Polizei auf den Philippinen aufgenommen zu haben, nachdem er in dem Haus entsprechende Bilder und Videos gefunden habe. Zudem habe er seine Funde im Juli den Behörden in den USA gemeldet.
Markle Sr., der mittlerweile wieder in den USA lebt, wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als „kranke Lügen“. Inzwischen geriet auch der Sohn ins Visier der Ermittler auf den Philippinen. Er könnte ebenfalls in die mutmaßlichen Straftaten verwickelt sein, sagte Innenminister Juanito Victor Remulla in Manila zuletzt und verwies auf Zeugenaussagen. Er werde bislang aber lediglich als „Person von Interesse“ betrachtet und nicht als Verdächtiger.

19.05.2018, Großbritannien, Windsor: Meghan Markle und der damalige Prinz Charles kommen in der St.-Georgs-Kapelle an, links Prinz Harry und Prinz William (l). (zu dpa: «Vater von Herzogin Meghan in den USA festgenommen»)
Jonathan Brady/PA Wire/dpa7500 verstörende Missbrauchsfotos bei Meghans Vater?
Bei den Ermittlungen seien bisher etwa 7.500 Fotos sowie ein Video mit Aufnahmen von mutmaßlich missbrauchten minderjährigen Jungen und Mädchen sichergestellt worden, erklärte der Minister. Die abgebildeten Kinder stammten demnach aus Asien, Lateinamerika und Europa. Remulla bezeichnete das Material als „besonders verstörend“.
Markle Jr. hat den Behörden insgesamt vier Kisten mit Beweismaterial übergeben, darunter Computer, Mobiltelefone, Festplatten und alte Videokassetten, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Die Polizei in Cebu erhielt demnach in der vergangenen Woche einen richterlichen Beschluss, um die Datenträger und Unterlagen zu untersuchen. Genaue Details, weshalb Markle Jr. nun ins Visier der Ermittler geraten ist, wurden nicht mitgeteilt.
Funkstille zwischen Vater und bestürzter Meghan
Meghan (45) hatte sich nach Bekanntwerden der Berichte „zutiefst bestürzt“ gezeigt. Sie sei bereits 2018 von britischen Sicherheitsbehörden über „beunruhigende und verstörende Vorwürfe“ gegen ihren Vater informiert worden, hatte die Frau von Prinz Harry Ende Oktober mitgeteilt. Sie fügte hinzu: „Ich hoffe, dass nun verständlich wird, dass – trotz der Verzerrungen durch einige Medienberichte im Laufe der Jahre – jede Distanz zu meinem Vater und meine Entscheidung, ihm den Kontakt zu unseren Kindern zu verweigern, nur einem Grund diente: sie zu schützen.“
Die beiden haben seit langem ein schwieriges Verhältnis. Thomas Markle war 2018 nicht zur Hochzeit seiner Tochter in Großbritannien gereist. Stattdessen hatte ihr Schwiegervater, der damalige Thronfolger Charles, Meghan zum Altar geführt.
Markles Foto-Besitz gilt rechtlich als Missbrauch
In den USA – wie auch in Deutschland – können auch Straftaten verfolgt werden, die im Ausland begangen wurden, wenn es einen Bezug zu eigenen Straftätern gibt. Die Rechtslage ist bereits vor längerer Zeit vom Bundestag entsprechend geändert worden, damit sich mutmaßliche Täter nicht hinter bürokratischen Hürden verstecken können. Außerdem kann der Besitz von Fotos und Videos ebenso streng bestraft werden wie Missbrauchstaten selbst. Die Überlegung dahinter ist, dass es zu den Taten gar nicht kommen könnte, wenn es für das Material keine Abnehmer geben würde.
Mit dpa-Agenturmaterial