Erfinder der Tigerente
: Kinderbuchautor Janosch ist tot

Der bekannte Kinderbuchautor und Illustrator Janosch ist tot. Der Schöpfer der Tigerente starb am Dienstag auf Teneriffa.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Der Autor und Illustrator Janosch in Hamburg auf der Rickmer Rickmers. Der Vater der Tigerente stiftete dem Museumsschiff damals zwei Radierungen, auf denen das Schiff abgebildet ist, für die Dauerausstellung an Bord.

picture alliance/dpa

Der bekannte Kinderbuchautor und Illustrator Janosch ist tot. Der Schöpfer der Tigerente starb am Dienstag im Alter von 95 Jahren auf der spanischen Insel Teneriffa. Das teilte sein Tübinger Verleger Bernhard Feil der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

Mit seinen fantasievollen Geschichten und unverwechselbaren Zeichnungen begeisterte Janosch mehrere Generationen von Kindern. Besonders bekannt wurde er durch sein 1978 erschienenes Bilderbuch „Oh, wie schön ist Panama“, in dem sich der kleine Tiger und der kleine Bär auf die Suche nach dem Land ihrer Träume machen. Auch Werke wie „Post für den Tiger“ und „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“ zählen zu seinen bekanntesten Büchern.

Janosch wurde 1931 unter dem bürgerlichen Namen Horst Eckert in Hindenburg in Oberschlesien, dem heutigen polnischen Zabrze, geboren. Seine Kindheit war von schwierigen Familienverhältnissen geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam er mit seinen Eltern nach Niedersachsen. Er arbeitete zunächst unter anderem in Textilfabriken, bevor er sich der Kunst zuwandte.

Nach einem abgebrochenen Kunststudium in München begann er als freischaffender Künstler zu arbeiten. 1960 veröffentlichte er mit „Die Geschichte von Valek dem Pferd“ sein erstes Kinderbuch. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte er sich zu einem der bekanntesten deutschen Kinderbuchautoren. Seine Figuren, darunter die Tigerente, der kleine Tiger und der kleine Bär, wurden weit über Deutschland hinaus bekannt. In den 1980er-Jahren schafften es seine Geschichten mit der Zeichentrickserie „Janoschs Traumstunde“ auch ins Fernsehen.

Neben Kinderbüchern schrieb Janosch Romane und Geschichten für Erwachsene, in denen er sich unter anderem mit seiner eigenen Kindheit, Religion und gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzte.

Seit 1980 lebte der Künstler auf Teneriffa. Dort zog er sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. 2010 kündigte er an, keine weiteren Bücher mehr schreiben zu wollen. Später kehrte er jedoch mit seinen Zeichnungen rund um die Figur Wondrak im „ZEITmagazin“ zurück.

Auch der Natur- und Umweltschutz lag ihm am Herzen. Gemeinsam mit seiner Frau Ines, die er 2013 geheiratet hatte, gründete er 2021 die Stiftung „Canarina“, die sich für den Schutz der Natur auf den Kanarischen Inseln einsetzt.

Mit Janosch verliert die Kinderbuchwelt einen ihrer prägendsten Künstler. Seine Geschichten über Freundschaft, Zusammenhalt und die Suche nach dem Glück bleiben weit über seinen Tod hinaus bekannt.