Ketchup Test Stiftung Warentest
: Diese günstigen Ketchups überzeugen

Nur ein Ketchup überzeugt im großen Test der Stiftung Warentest geschmacklich mit der Bestnote 1,0. Welche günstigen Produkte schneiden beim Gesamturteil am besten ab?
Von
David Hahn
Berlin
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Die Portion Pommes landete nicht wie üblich im Bauch sondern im Gesicht. (Symbolbild)

ARCHIV - 28.05.2017, Bayern: Landsberg am Lech: Eine Portion Pommes Frites mit Ketchup und Mayonnaise. (Zu dpa "Studie bestätigt: Pommes und Chips sind Belohnung fürs Gehirn") Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Ergebnisse des Ketchup-Tests von Stiftung Warentest gibt es hier im Überblick.

Kalr-Josef Hildenbrand/dpa

Stiftung Warentest hat insgesamt 23 Ketchups untersucht und dabei nicht nur den Geschmack bewertet, sondern auch Inhaltsstoffe, Schadstoffe, Verpackung und Deklaration. Welche Produkte überzeugen im unteren Preissegment?

Ketchup Test Stiftung Warentest: Diese günstigen Ketchups schneiden „gut“ ab

Gleich mehrere preiswerte Produkte erhalten die Note „gut“ und zählen damit zu den besten Ketchups im Vergleich. Besonders hervorstechen zwei Discounter- und Handelsmarken: Edeka Gut & Günstig (0,26 Euro pro 100 ml) und Lidl Kania Classic (0,26 Euro pro 100 ml). Beide gehören zu den günstigsten Ketchups im Test und schneiden dennoch im Gesamturteil gut ab.

Geschmackssieger, aber kein einziges Produkt „sehr gut“

Im Geschmackstest erzielt nur ein Produkt die Bestnote 1,0: der Born Tomatenketchup (0,44 Euro pro 100 ml). Er überzeugt laut Stiftung Warentest mit einem besonders ausgewogenen Profil aus fruchtiger Tomate, milder Süße und feiner Säure.

Für das Gesamturteil reicht das allein jedoch nicht aus. Denn Stiftung Warentest bewertet deutlich mehr als nur den Geschmack. Aspekte wie Inhaltsstoffe, mögliche Schadstoffe, Verpackung und Deklaration fließen ebenfalls ein. Kein Produkt erreicht insgesamt ein „sehr gut“. Insgesamt erreichen zwölf Produkte die Note „gut“, mit Preisen zwischen 0,26 und 1,33 Euro pro 100 ml. Darunter befinden sich auch Bio-Produkte sowie spezielle Kinderketchups. Als bester Kinderketchup wird Byodo Bio-Ketchup ausgezeichnet (1,33 Euro pro 100 ml). Siebenmal gab es „befriedigend“ (0,26 bis 0,83 Euro/100 ml, dreimal „ausreichend“ (0,70 bis 1,33 Euro/100 ml) und einmal „mangelhaft“ (1,33 Euro/100 ml).

Abzüge für Schadstoffe und Zusatzstoffe

In drei Produkten wurden die Richtwerte für Alternaria-Toxine überschritten, welche durch Schimmel auf Tomaten entstehen können. Auch wenn das gesundheitliche Risiko noch nicht abschließend geklärt ist, raten die Tester, die Aufnahme möglichst gering zu halten.

Beim Zucker zeigt sich ein gemischtes Bild: Die meisten Ketchups enthalten zwischen 3,6 und 19,3 Gramm pro 100 ml, im Schnitt etwa 16 Gramm. Zwei Produkte fallen mit besonders hohen Werten auf.

Zuckerreduzierte Varianten schneiden hingegen oft schlechter ab. Der Grund: Sie enthalten teilweise Süßstoffe, die den Geschmack laut Stiftung Warentest negativ beeinflussen. Häufig führt das zu Bewertungen im Bereich „befriedigend“. Zudem wird etwa der Süßstoff Sucralose kritisch gesehen, da er schwer abbaubar ist und die Umwelt belastet.

Umwelt-Tipp: Glas statt Kunststoff

Neben Inhalt und Geschmack spielt auch die Verpackung eine Rolle. Stiftung Warentest empfiehlt, wenn möglich Ketchup in Glasflaschen zu kaufen. Diese lassen sich besser recyceln, während nicht alle Kunststoffflaschen vollständig wiederverwertbar sind.

Alternative: Ketchup einfach selbst machen

Wer vollständige Kontrolle über Zutaten und Süße haben möchte, kann Ketchup auch selbst herstellen. Dafür werden Zwiebeln und Knoblauch angedünstet, Tomaten hinzugegeben und die Mischung sanft gekocht. Gewürzt wird unter anderem mit Apfelessig, Senf, Honig, Salz und Pfeffer. Möglich sind auch Möhren und weitere Gewürze wie Chili, Ingwer, Koriander oder Curry. Anschließend wird alles püriert und heiß in Gläser abgefüllt. So hält sich der Ketchup mehrere Wochen.

Mit Material der dpa