Katzenklo mit Haube: Praktisch für Menschen, problematisch für Katzen?

Oben ohne und mit niedriger Einstiegshöhe - es braucht nicht viel fürs perfekte Katzenklo
Ina Fassbender/dpa-tmn/dpaViele Katzenklos sind mit einem Deckel oder einer Haube ausgestattet. Für Menschen hat diese geschlossene Bauweise auf den ersten Blick mehrere Vorteile: Gerüche sollen sich weniger stark im Raum verteilen, zudem bleibt die Streu beim Scharren eher in der Toilette. Auch die Optik spielt häufig eine Rolle. Ein Katzenklo mit Haube wirkt in der Wohnung meist dezenter und aufgeräumter als eine offene Schale.
Aus diesen Gründen greifen viele Katzenhalter automatisch zu einem geschlossenen Modell. Was aus menschlicher Sicht sinnvoll erscheint, kann für die Katze selbst jedoch Nachteile haben.
Katzen bevorzugen offene Toiletten
Viele Katzen nutzen offene Toiletten lieber. Beim Toilettengang reagieren sie besonders aufmerksam auf ihre Umgebung. In der Natur suchen sie dafür einen Platz, an dem sie einerseits ungestört sind, andererseits aber weiterhin alles im Blick behalten können.
Das hat mehrere Gründe: Katzen möchten wahrnehmen, was um sie herum passiert, sich sicher fühlen und im Notfall schnell ausweichen können. Eine offene Katzentoilette ermöglicht genau diese Übersicht. Ein geschlossenes Katzenklo mit Deckel kann dagegen bei manchen Tieren Unsicherheit auslösen. Der enge Innenraum wirkt dann eher wie eine Höhle oder sogar wie eine mögliche Falle, aus der sie nicht sofort entkommen können.
Gerüche stauen sich im geschlossenen Katzenklo
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Geruch. In einem Katzenklo mit Deckel können sich die Ausdünstungen von Urin und Kot schneller sammeln, weil die Luft schlechter zirkuliert. Menschen bemerken den Geruch oft erst später, Katzen nehmen ihn jedoch deutlich früher wahr.
Der Grund dafür ist ihr sehr empfindlicher Geruchssinn. Was für Halter noch hinnehmbar erscheint, kann für die Katze bereits unangenehm sein. Empfindet sie die Toilette als zu stark riechend, kann es passieren, dass sie diese meidet. Manche Katzen suchen sich dann lieber einen anderen Ort in der Wohnung.
Stress und Konflikte im Mehrkatzenhaushalt
In Haushalten mit mehreren Katzen kann ein Katzenklo mit Deckel zusätzliche Schwierigkeiten verursachen. Der Eingang ist meist schmal und nur von einer Seite zugänglich. Dadurch kann es vorkommen, dass eine Katze vor der Öffnung wartet oder eine andere beim Herauskommen überrascht.
Für die Katze im Inneren ist das unangenehm: Sie sieht nur eingeschränkt, was draußen passiert, und fühlt sich möglicherweise eingeengt. Solche Situationen können Stress auslösen und bestehende Konflikte zwischen den Tieren verstärken. Offene Katzentoiletten bieten hier mehr Übersicht und geben der Katze mehr Kontrolle über ihre Umgebung.

Katze auf einem Katzenklo
Monika Skolimowska/dpa-tmn/dpaGesundheitsrisiko durch Meiden des Katzenklos
Wenn Katzen ihre Toilette als unangenehm empfinden, kann sich das deutlich auf ihr Verhalten auswirken. Manche Tiere schieben den Toilettengang möglichst lange hinaus und halten Urin oder Kot zurück. Andere suchen sich alternative Stellen in der Wohnung.
Beides kann problematisch sein. Für Halter wirkt es schnell wie Unsauberkeit, wenn die Katze ihr Geschäft außerhalb der Katzentoilette verrichtet. Das Zurückhalten von Urin kann zudem auf Dauer gesundheitliche Folgen haben. Tierärzte weisen darauf hin, dass dadurch Stress entstehen und das Risiko für Harnwegserkrankungen steigen kann.
Wann ein Katzenklo mit Deckel trotzdem funktionieren kann
Für eine ausgewogene Einordnung ist wichtig: Nicht jede Katze lehnt ein Katzenklo mit Deckel grundsätzlich ab. Manche Tiere kommen mit solchen Modellen gut zurecht, besonders wenn sie von klein auf daran gewöhnt sind.
Auch die Bauweise spielt eine Rolle. Größere Modelle mit ausreichend Platz und guter Belüftung werden von einigen Katzen eher akzeptiert als kleine, enge Boxen. Bei Problemen mit der Katzentoilette empfehlen viele Experten dennoch, den Deckel testweise zu entfernen. So lässt sich oft schnell erkennen, ob die Katze die Toilette danach besser annimmt.
Was Katzen stattdessen brauchen
Unabhängig von der Bauform gibt es einige Grundregeln, die bei Auswahl und Standort der Katzentoilette helfen. Viele Experten empfehlen große, offene Katzenklos, in denen sich die Tiere gut bewegen und umdrehen können.
Als Faustregel gilt außerdem: Pro Katze sollte mindestens eine Toilette vorhanden sein – plus eine zusätzliche. In einem Haushalt mit zwei Katzen wären also idealerweise drei Katzentoiletten sinnvoll. Wichtig ist auch ein ruhiger Standort, an dem sich die Tiere ungestört fühlen. Regelmäßiges Reinigen, am besten täglich, trägt ebenfalls dazu bei, dass Katzen ihre Toilette zuverlässig nutzen.
