Kate macht Diagnose öffentlich: Krebserkrankungen im Königshaus machen vielen Briten Angst

Zwei Krebsdiagnosen innerhalb kurzer Zeit: Sowohl Königs Charles III. als auch Prinzessin Kate sind von der Krankheit betroffen.
YUI MOK, ADRIAN DENNIS, AFPDas Statement ihres Sprechers dürfte vorerst die letzte offizielle Nachricht sein, die man von Prinz William und seine Ehefrau Kate bekommen wird. „Der Prinz und die Prinzessin sind beide überaus berührt von den freundlichen Botschaften von Menschen hier in Großbritannien, im Commonwealth und in der ganzen Welt“, verlautete am Wochenende der Kensington Palast, die offizielle Residenz des Herzogpaars von Cambridge. „Sie sind besonders ergriffen von der Herzlichkeit und Unterstützung der Öffentlichkeit und danken für das Verständnis ihres Wunsches nach Privatsphäre zu dieser Zeit.“
Prinzessin Kate war am letzten Freitag einen ungewöhnlichen Schritt gegangen. Sie hatte in einer Videobotschaft enthüllt, dass sie an Krebs erkrankt sei. Seit Wochen hatten die Spekulationen über ihren Gesundheitszustand zugenommen. Die Gerüchteküche brodelte. Der Rummel auf den sozialen Medien trug immer hysterischere Züge. Schließlich nahm Kate den Beginn der Osterschulferien ihrer Kinder am Freitagnachmittag um 16 Uhr zum Anlass, sich zwei Stunden später persönlich an die Nation zu wenden. Das Timing war der Prinzessin wichtig: Sie wollte ihre Kinder schützen und vor Klatsch auf dem Pausenhof bewahren.

In einer Videobotschaft machte Prinzessin Kate ihre Krebserkrankung öffentlich.
dpa, BBC StudiosNach ihrer Bauchoperation im Januar, sagte sie, hätten nachfolgende Gewebetests Krebszellen entdeckt, „das war natürlich ein schwerer Schock“. Welches Organ befallen sei, sagte sie nicht. Doch es gehe ihr gut, versicherte Kate, „ich werde jeden Tag stärker“.
Zweiter Schock in kurzer Zeit
Die jüngste Hiobsbotschaft trifft die Briten schwer. Die Gesundheitsprobleme im Hause Windsor ängstigen die Nation. König Charles III. unterzog sich im Januar einem Eingriff an seiner vergrößerten Prostata. Auch bei ihm wurde in anschließenden Gewebetests Krebszellen festgestellt.
Bei beiden Patienten wird nicht verraten, um welche spezifische Krebserkrankung es sich handelt. Bei beiden Patienten wird offiziell verlautbart, dass die Prognose gut sei und eine Genesung erwartet wird. Und doch schwant den Untertanen, dass man sich vielleicht auf Schlimmeres einstellen muss. Krebs ist immer eine düstere Diagnose.
Prinz William tritt für die Familie kürzer
Und so ist die öffentliche Anteilnahme an Kates Schicksal groß. Alle britischen Zeitungen hatten am Samstag das Thema auf der Titelseite, und am Sonntag war es kaum anders. Kate ist, wie Meinungsumfragen konstant zeigen, von allen Mitgliedern des Königshauses das beliebteste. Sie ist als Gattin des Thronfolgers William die künftige Königin und die Mutter des nächsten Thronfolgers. Ihr Wohlergehen mag zwar im Unterschied zu Charles‘ nicht von konstitutioneller Relevanz sein, aber die Briten sind nicht weniger erschüttert.
In den nächsten drei Wochen, bis zum Ende der Osterferien am 17. April, ist nicht zu erwarten, dass Kate sich in der Öffentlichkeit zeigen wird. Auch ihr Ehemann Prinz William wird sich jetzt vor allem um die Familie kümmern.
König Charles ist zwar wieder an seinen Schreibtisch zurückgekehrt und betreibe, wie der Buckingham-Palast versicherte, „weiterhin Staatsgeschäfte und offiziellen Schriftverkehr“. Von der täglichen Inspektion der „Red Box“, dem roten Köfferchen, in dem ihm die wichtigsten Staatspapiere zur Durchsicht präsentiert werden, über die wöchentlichen Audienzen mit dem Premierminister bis zur Unterzeichnung von Gesetzesakten: Charles will auch während seiner Behandlung seine konstitutionelle Rolle als Staatsoberhaupt wahrnehmen.
Doch seine Ärzte haben ihm abgeraten, öffentlich aufzutreten. Das bedeutet, dass die größte Last jetzt auf den Schultern von Königin Camilla liegt.
Was über Kates Behandlung bekannt ist
Kate hatte in ihrer Videobotschaft erklärt, Tests nach ihrer Bauch-OP hätten ergeben, dass Krebs vorgelegen habe. Auf Rat ihrer Ärzte bekomme sie vorsorglich eine Chemotherapie. Eine sogenannte adjuvante Chemotherapie folgt meist nach Entfernung eines Tumors. Sie wird gegeben, um Krebszellen, die noch im Körper vorhanden sein könnten, zu zerstören und das Rückfallrisiko zu verringern.