Kartellamt entscheidet
: Was passiert mit den Tegut-Filialen?

Rewe und Edeka wollen Teile der Supermarktkette Tegut übernehmen. Das Bundeskartellamt prüft den Umbau im deutschen Lebensmittelhandel.
Von
Katrin Jokic
Berlin/ Fulda
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Supermarktkette Tegut

Supermarktkette Tegut

Malin Wunderlich/dpa

Der Umbau im deutschen Lebensmittelhandel nimmt konkrete Formen an: Nach dem angekündigten Rückzug der Supermarktkette Tegut aus Deutschland steigt nun auch Rewe in die Übernahme von Filialen ein. Der Konzern hat bestätigt, einen Vertrag mit der bisherigen Eigentümerin Migros Zürich unterzeichnet zu haben. Geplant ist die Übernahme von bis zu 40 Märkten, allerdings unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt.

Rewe will den Großteil der Standorte selbst weiterführen. Ein Teil der Filialen soll künftig unter der Discountmarke Penny betrieben werden. Details zu Kaufpreis und konkreten Standorten wurden bislang nicht genannt. Den Beschäftigten der betroffenen Märkte sollen jedoch Angebote zur Weiterbeschäftigung gemacht werden.

Edeka sichert sich Großteil der Märkte

Bereits zuvor war bekannt geworden, dass Edeka rund 200 der insgesamt gut 300 Tegut-Filialen übernehmen möchte. Auch dieser Deal ist noch nicht final, da die Wettbewerbsbehörde beide Vorhaben prüft. Zusätzlich gibt es Hinweise, dass sich Aldi Nord für einzelne Standorte interessiert.

Wie viele Märkte am Ende tatsächlich bestehen bleiben, ist offen. Migros hatte im Zuge des angekündigten Rückzugs erklärt, den Großteil der Filialen an andere Handelsunternehmen verkaufen zu wollen. Die Marke Tegut dürfte damit perspektivisch vom deutschen Markt verschwinden.

Tegut schon länger unter Druck

Der Rückzug kommt nicht überraschend. Tegut galt bereits zuvor als wirtschaftlich angeschlagen. Ende 2024 wurden rund 120 Stellen abgebaut und mehr als 30 Filialen verkauft. Die Entwicklung mündete schließlich in der Entscheidung der Schweizer Eigentümer, sich komplett aus Deutschland zurückzuziehen.

Kartellrechtler sehen wachsende Marktmacht kritisch

Die geplanten Übernahmen stoßen auf Skepsis bei Wettbewerbsexperten. Kartellrechtler warnen vor einer weiteren Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel. Große Ketten wie Rewe, Edeka, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) verfügten bereits über erhebliche Marktmacht.

Vor diesem Hintergrund wird eine intensive Prüfung durch das Bundeskartellamt erwartet. Es gilt als möglich, dass einzelne Übernahmen untersagt oder nur unter Auflagen genehmigt werden.

Zukunft vieler Standorte unklar

Für viele Regionen – insbesondere in Hessen, wo Tegut stark vertreten ist – bleibt die Lage unsicher. Die Kette ist dort nicht nur ein wichtiger Nahversorger, sondern auch ein bedeutender Arbeitgeber. Welche Filialen künftig unter welchem Namen weitergeführt werden, dürfte sich erst nach Abschluss der kartellrechtlichen Prüfungen entscheiden.