Karneval und Fasching: Aktuelle Warnung vor Schadstoffen in Kostümen

Worauf sollte man bei der Kostümauswahl für den Karneval achten? Die Verbraucherzentrale NRW hat zahlreiche Tipps und Hinweise für die eigene Gesundheit herausgegeben. Hier gibt es sie im Überblick.
Hendrik Schmidt/dpa-tmn/dpaKarneval und Fasching stehen vor der Tür: Manch ein Clown, Einhorn oder Superheld bereitet sich bereits jetzt auf das bunte Treiben vor. Bei vielen Kostümen, Masken und Schminkprodukten sollte man jedoch aufpassen, da darin Schadstoffe enthalten sein können, welche die Haut und den Organismus belasten. Die Verbraucherzentrale NRW gibt deshalb aktuelle Hinweise, wie Närrinnen und Narren ohne gesundheitliche Risiken feiern können.
Kostüme zu Karneval und Fasching: Aktuelle Warnung
Gerade kurz vor den tollen Tagen boomt das Geschäft mit günstigen Verkleidungen aus dem Internet. Plattformen wie Temu oder Shein locken mit Preisen, die weit unter denen klassischer Händler liegen. Doch laut der Verbraucherzentrale ist bei solchen Angeboten oft unklar, ob die Ware tatsächlich den europäischen Sicherheitsstandards entspricht. Untersuchungen von Umwelt- und Verbraucherorganisationen zeigen immer wieder, dass in extrem billiger Kleidung Stoffe stecken können, die in der EU längst verboten sind. Wer online bestellt, sollte daher nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf den Sitz des Händlers. Liegt dieser außerhalb Europas, greifen viele Schutzrechte nur eingeschränkt. Für eine Überprüfung zweifelhaft wirkender Online-Shops lohnt sich auch der kostenlose Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale.
Schutz vor Schadstoffen auf der Haut
Viele Kostüme bestehen aus synthetischen Materialien und werden direkt auf der Haut getragen. Problematisch ist dabei, dass in Textilien Farbstoffe oder Rückstände aus der Produktion enthalten sein können, die allergische Reaktionen auslösen. Chemische Untersuchungsämter fanden in Stichproben immer wieder Substanzen wie Para-Phenylendiamin, das als Auslöser für Hautallergien bekannt ist. Zum Beispiel wies das chemische Untersuchungsamt Stuttgart in allen 6 untersuchten Kinderkarnevalskostümen den Stoff nach. Auch 2022 wurde in 7 von insgesamt 19 Kostümen allergieauslösendes PPA nachgewiesen. Ein einfacher Schutz besteht darin, ein Shirt oder eine Leggings unter der Verkleidung zu tragen. Das kann bei winterlichen Temperaturen auch vor der nächsten Erkältung schützen.
Geruch als Indikator
Viele Kostüme werden durch Schwerter, Flügel oder Tattoo-Sticker ergänzt. Gerade weiche Plastikteile können Lösungsmittel oder Weichmacher abgeben. Ein Hinweis ist oft schon der Geruch: Riecht ein Produkt stark chemisch, sollte es nicht direkt auf der Haut landen. Selbstgemachte Alternativen oder klassische Schminke sind hier oft die bessere Wahl.
Vorsicht vor leicht entflammbaren Materialien
Nicht nur Schadstoffe spielen eine Rolle. Viele Perücken, Masken oder Umhänge bestehen aus Polyester oder Nylon und sind damit deutlich leichter brennbar als Baumwolle. Wer in solchen Kostümen unterwegs ist, sollte Abstand zu offenen Flammen halten. Kerzen, Feuerkörbe oder Wunderkerzen können schnell gefährlich werden.
Schminke im Gesicht
Zur Verkleidung gehört oft auch Karnevalsschminke. Gerade Produkte aus dem Billigsegment enthalten jedoch mitunter Mineralölbestandteile oder Konservierungsstoffe, die die Haut reizen können. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auf zertifizierte Naturkosmetik zurückgreifen. Erkennen kann man diese beispielsweise am BDIH/COSMOS- oder dem NATRUE-Siegel. Sie verzichtet auf viele synthetische Stoffe, die sowohl für empfindliche Haut als auch für die Umwelt belastend sein können. Besonders Allergiker sollten die Inhaltsstofflisten prüfen.
Glitzer mit Schattenseite
Glitter gehört für viele zum Fasching wie Konfetti. Lange wurde übersehen, dass klassischer loser Glitzer häufig aus Mikroplastik bestand. Diese Partikel gelangen über das Abschminken ins Abwasser und damit in die Umwelt. Die EU hat seit 2013 inzwischen bestimmte Kunststoffglitter verboten. In dekorativer Kosmetik wie Lidschatten oder Lippenstift sind Mikroplastikteilchen und Kunststoffglitter allerdings trotz der Umweltbelastung noch bis 2035 erlaubt. Im Handel finden sich mittlerweile Alternativen auf biologisch abbaubarer Basis.
Bunte Kontaktlinsen
Spontan beim Kostümkauf noch schnell Vampiraugen dazu? Wer solche Linsen nutzt, sollte sie nur sehr kurz tragen und keinesfalls im Straßenverkehr oder bei Umzügen, wenn das Sichtfeld eingeschränkt ist. Dazu gehört die richtige Hygiene, um Infektionen der Augen zu vermeiden. Da die Linsen häufig luftdicht sind, kann die Hornhaut des Auges durch den Sauerstoffmangel bei längerem Tragen aufquellen und die Sehfähigkeit Schaden nehmen.
